Hans-Joachim Heist lud rund 600 Kabarettgäste in die Rheinhalle ein
Der Wut einfach freien Lauf lassen
„Das Hassknecht-Prinzip - in zwölf Schritten zum Choleriker“ wurde vorgestellt
Remagen. Einen köstlichen Abend, an dem der Schauspieler und Kabarettist Hans-Joachim Heist als Gernot Hassknecht dazu einlud, seiner Wut doch einfach mal freien Lauf zu lassen, erlebten rund 600 Kabarettgäste in der Rheinhalle Remagen.
Unter dem Titel „Das Hassknecht-Prinzip - in zwölf Schritten zum Choleriker“ leitete Gernot Hassknecht seine Fangemeinde an. Gernot Hassknecht ist das „Sprachrohr“, wenn es darum geht, Frust und Ärger auf Missstände im Land lautstark auf den Punkt zu bringen.
Und dies gelang ihm auch an dem Abend wieder. Bekannt aus der „ZDF-Heute-Show“ ist er die Stimme der ungehörten Masse.
Wortgewaltig, parteiübergreifend und laut kennt er weder Freund noch Feind.
Gründe zum Aufregen
So gab Hassknecht dem Publikum jede Menge Tipps, denn Gründe zum Aufregen gibt es schließlich genug. Die Ehe, die große Koalition und überhaupt alles, was im Bundestag vor sich geht. Die Rente, die Wasserprivatisierung und besonders der Straßenverkehr eignen sich bestens, um das Cholerisch-Sein zu trainieren. Das gesunde Essen ist allerdings ganz schlecht für den Blutdruck, denn für einen gelungenen Wutanfall muss der Blutdruck hoch sein. So drehte Hassknecht die Ernährungspyramide kurz um und empfiehlt ein kalorienreiches Festmahl aus Salzkruste, Hamburger mit Steaks statt Brötchenhälften und viel Bier zum Runterspülen. Und zum Schluss noch eine herrlich fette Blutwurst mit Vanilleeis. Über alles und jedes dürften sich die Zuhörer aufregen bis zum geht nicht mehr. Nur nicht über die Steuer, denn das sei vergebens, denn gegen das Finanzamt komme man einfach nicht an. Selbst Peter Graf, Alice Schwarzer und Uli Hoenes sei das nicht gelungen. Das Publikum muss bei der Hassknecht-Vorstellung einfach mitmachen, darf rot sehen und schreien, darf einmal mehr Hassknecht sein. Gründe sich aufzuregen, kennt die Kultfigur Hassknecht genug. Die Prominenz kriegt so richtig ihr Fett weg. Immer wieder werden prominente Einspieler auf der Videowand gezeigt.
Die stemmen am Abend aber nicht die Show, das schafft Hans-Joachim Heist ganz alleine, mit versiertem Schauspiel und einer extremen Mimik. Das Publikum dankte immer wieder mit spontanem Applaus und amüsierte sich köstlich.
