Oedingen feierte drei Tage lang Kirmes
Der „Zacheies“ baumelt unterm Dach
Oedingen. Drei Tage lang baumelt er unter dem Dach des Dorfgemeinschaftshauses in Oedingen, der „Zacheies“. Der Kirmesmann ist nach altem Brauch für alles verantwortlich, was so Negatives im Dorf passiert. Dafür werden ihm auch am letzten Tag der Kirmes bei einer Gerichtsverhandlung die „Leviten“ gelesen. Anschließend ist es aus mit ihm. Diesen alten Brauch hält in Oedingen die Freiwillige Feuerwehr um Einheitsführer Siegfried Schmahl aufrecht und organisiert die Kirmes nicht nur, sondern steht auch mit Mann und Frau bereit, um alle anstehenden Arbeiten zu erledigen. So natürlich auch den Fassanstich. Mit einem gezielten und gekonnten Schlag eröffnete der stellvertretende Einheitsführer Benedikt Balasus mit dem Fassanstich die Kirmes im Höhenort Oedingen. Der stellvertretende Ortsvorsteher Olaf Wulf hatte darauf verzichtet, weil es wohl im vergangenen Jahr beim seinem Schlag etwas feucht geworden war im Dorfgemeinschaftshaus. An ihm aber war es, nach einigen ernsten Worten, die den Opfern des Anschlages in Paris galten, die Kirmes offiziell zu eröffnen. Er begrüßte zahlreiche Gäste, unter ihnen den „in Urlaub“ befindlichen „Dorfchef“ Jürgen Meyer, eine ganze Abordnung der „Senatoren“ und zu seiner Freude außerordentlich viele junge Menschen, die darauf brannten, dass DJ André seine Orgel in Bewegung setzte, was auch nicht lange auf sich warten lassen sollte.
Es durfte geschwoft werden
Am Kirmessonntag hatte der Pfarrgemeinderat wohl mehr die älteren Menschen der Dorfgemeinschaft zu Kaffee und Kuchen ins Pfarrheim eingeladen. Der Kirmesmontag begann mit einem Musikalischen Frühschoppen mit Skat und Knobeln für Jung und Alt. Frische Waffeln wurden dazu gereicht, deren Erlös dem Kindergarten Unkelbach zugute kam. Ein Spielmobil stellten die Mannen der Freiwilligen Wehr den kleinen Gästen zur Verfügung und der Abend stand ganz im Zeichen der „Gerichtsverhandlung“. Für den Kirmesmann soll es kein gutes Ende genommen haben, die Oedinger aber möchten den guten alten Brauch der Kirmes für die Zukunft aufrecht erhalten.
Unter den zahlreichen Gästen befanden sich viele junge Menschen, die darauf brannten, dass DJ André seine Orgel in Bewegung setzte.
