Karnevalsmesse in der Remagener Pfarrkirche
Der leeve Jott es jar net esu
Remagen. Die Karnevalsmesse in der Remagener Pfarrkirche hat inzwischen eine beachtliche Tradition. Vor dem Zoch versammeln sich die Jecke kostümiert um den Altar und feiern mit ihrem Pastor die Heilige Messe. Vor dem Gottesdienst begrüßte der Dechant die Prinzessin Corinna und die Kinderprinzessin Jessica mit ihrem Gefolge. Die Leedscher woren natürlich op Platt. Und jet ze lache gibt es in der Kirche oft - manchmal aber auch zum kriesche. Davon sprach Dr. Meyer in einer gereimten Ansprache, in der er kritische Worte zu Fehlentwicklung in der Kirche fand - in der Welt, aber auch hier bei uns daheim. Es war seine letzte Karnevalspredigt in Remagen, denn im Herbst verlässt er den Mittelrhein und zieht an den Niederrhein. Kirche und Karneval gehören eng zusammen. Das drücken auch zahlreiche Karnevalslieder aus: „...wir glauben an den lieben Gott und haben auch immer Durst“ - oder: „...der liebe Gott weiß, dass ich kein Engel bin.“ Karneval ist gut für die Seele - er hilft, nicht in den Sorgen des Alltags zu versinken. In der Ansprache des Pastors, die mit donnerndem Applaus gewürdigt wurde, ging es auch um die Barmherzigkeit Gottes oder auf rheinisch: „der leeve Jott es jar net esu.“ Am Ende der Messe wünschte Dr. Meyer allen eine frohe, ausgelassene Karnevalszeit. Draußen bekamen alle eine himmlische Belohnung, denn der für das Wetter zuständige Heilige Petrus beantwortete die Frage der Höhner: „wann jeit de Himmel widder op?“ mit strahlendem Sonnenschein. Die Remagener Jecken erlebten einen traumhaften Karnevalszug.
