Eifelverein Remagen auf dem Moselsteig
Durch das "Schwarze Tor"
Remagen. Die vierte Etappe des Moselsteigs beginnt im Städtchen Konz. Zur Römerzeit hieß diese prunkvolle, am Zusammenfluss von Mosel und Saar gelegene, kaiserliche Sommerresidenz "Contionacum". Durch Aufstau beider Flüsse ist dort heute eine große, von Surfern und Seglern gleichermaßen geschätzte Wasserfläche entstanden. Konz gehört zu den größten Weinbaugemeinden der Mosel. Bevorzugte Rebsorte ist der Riesling. Aber seit dem 19. Jahrhundert ist Konz vor allem auch ein Bahnknotenpunkt. Nicht weniger als vier Bahnhöfe gibt es im Innenstadtbereich. Und durch ein wahres Knäuel von Bahnlinien und verkehrsreichen Straßen, Über- und Unterführungen muss sich der Wanderer erst hindurchtasten, bevor er hier erstmals auf dem Moselsteig den Fluss quert und dann am jenseitigen Ufer in einen abwechslungsreichen, schönen Wanderweg eintaucht. Das Überraschende ist die Ruhe und Abgeschiedenheit in weiten Bereichen dieser Etappe, trotz ihrer Nähe zur Großstadt Trier, deren Silhouette man doch zu Beginn der Wanderung von Konz aus schon am Horizont ausmachen kann. Schöne Aussichtspunkte wechseln einander ab. Bei herrlich sonnigem, warmen Wetter war es gar nicht so einfach, am Rande ausgedehnter, goldgelb leuchtender Rapsfelder ein Plätzchen für eine Rast zu finden, wo eine hohe Hecke wenigstens etwas Schatten bot. Der Weg holt im Bogen weit aus und man nähert sich Trier überraschend schließlich dann von Nordwesten. Im Schatten uralter, prächtig blühender Kastanien lud das Café Mohrenkopf mit Erfolg zur Einkehr ein. Der Name ist politisch nicht inkorrekt, denn er stammt nicht von dem Gebäck, das nicht mehr sogenannt werden soll, sondern von der gleichnamigen Bergkuppe dort. Auf dem Weiterweg verharrte ganz ruhig an einer Felswand eine kleine Haselmaus in der Hoffnung, sie werde dann nicht entdeckt. Mit ihren schwarzen, lustigen Knopfaugen, dem hellbraunen Fell und buschigem Schwanz sah sie recht possierlich aus. Plötzlich huschte sie aber doch blitzschnell hinweg. Sie konnte von Glück sagen, dass die Römerzeit vorbei ist. Denn damals galten Haselmäuse als Delikatesse. Man verzehrte sie mit Honigsoße. Schließlich breitete sich das malerische Panorama der ganzen schönen Stadt unten im Tal vor den Wanderern aus.
Über die Kaiser-Wilhelm-Brücke ging es zur 180 n.C. erbauten Porta Nigra. Ursprünglich hieß dieses Stadttor Porta Martis, also Tor des Kriegsgottes Mars. Im Laufe der Jahrhunderte aber erhielt der rote Trierer Sandstein eine ganz dunkle Patina und so setzte sich allmählich der Name „Schwarzes Tor“ (Porta Nigra) durch. Auch Dom, Aula, Altstadt hat jeder Moselsteigwanderer zwingend zu besuchen. Doch wird einem dabei erst bewusst, dass man selbst mit einem mehrtägigen Aufenthalt den Sehenswürdigkeiten dieser geschichtsträchtigen Stadt nicht annähernd gerecht werden kann.
