Ausstellung des Künstlers Hans-Georg Kellmann im RheinHotel ARTE Remagen-Kripp
„Eine Zerreißprobe“
Sonderausstellung kann noch bis zum Jahresende besucht werden
Remagen-Kripp. „Mich reizt die Dreidimensionalität“, sagt Kellmann. Der Künstler aus Dülken ist eigentlich kein Freund von Ausstellungen in der Gastronomie. „Aber die machen hier kulturell so viel“, lobt Kellmann das Engagement im ARTE. Über einen Silvesterbesuch im letzten Jahr fand Kellmann den Kontakt zum Management. Kellmann wurde 1942 in Ostpreußen geboren, musste 1945 wegen des Krieges flüchten - erst nach Dänemark ins Lager, dann in die Nähe von Freiburg. Schließlich kam er nach dem Tod seiner Eltern nach Dülken, wuchs bei seinem Onkel auf. Seine Schwester, die heute in Amerika lebt, habe sehr gut gemalt, auch der Halbbruder. „Da hab ich gedacht: Menschenskinder, vielleicht bin ich da auch nicht so schlecht.“ Herr Kellmann ist Mitglied im Zirkel Aktiver Künstler (ZAK). Zunächst lernt Kellmann aber erst einmal das Friseurhandwerk. 1996 baut er ein eigenes Atelier auf. „Ab da beginnt meine ernsthafte Beschäftigung mit der Kunst.“ Kellmann beginnt auch mit Öl- und Acrylmalerei, „aber auch das hat mir nicht gereicht“. Durch eine Ausstellung und Künstlerkollegen kommt er auf die Idee, textile „Zerreiß-Bilder“ zu schaffen, die unter diesem Titel derzeit im ARTE zu sehen sind.
Spiel mit Strukturen und Formen
Seine Arbeit zu beschreiben, fällt ihm persönlich nicht leicht. „Ich weiß auch nicht, ob es Objekte oder Bilder sind. Dafür braucht es wohl einen neuen Namen.“ Kellmann verwendet Leinwand, kombiniert die Malerei mit Kupfer, Rost und Teerpappe, zieht über die Leinwand Stoff und webt ihn darum herum, verknüpft die getrennten, neu zusammengefügten Textilelemente, und schafft so eine Art Motivraum. „Das ist dann auch ein Spiel mit Strukturen und Formen. Der Stoff wird zerrissen, dann wird ihm eine neue Form gegeben.“ Meistens vollzieht sich der Schaffensprozess intuitiv - manchmal aber will er auch einen Gedanken darüber transportieren - so wie bei seinem Werk „Multi-Kulti“, bei dem die verknüpfte Farbenpracht der Stoffe die Interdependenzen der Schöpfung darstellt. „Dieses Aufgebrochene, die Tiefenwirkung und die Vielfalt - all das ist noch nicht ausgereizt.“
Die Sonderausstellung „Zerreißprobe“ wird noch bis Jahresende in den Räumlichkeiten des RheinHotel ARTE präsentiert. Einzelne Exponate können direkt käuflich erworben werden. „Und zur Silvesterfeier 2014 haben meine Frau und ich auch wieder gebucht“. Kellmann freut sich schon auf seinen nächsten Besuch am Rhein.
Kellmann sieht seine Kunst als „Mischung aus Bild und Objekt“.
