KG Grün-Weiß Oberwinter lädt ein zum Karneval im Herbst
„Et Fussich Julche“ und Paveier rocken Glaspalast
Zukunft des Konzerts ungewiss
Oberwinter. „Haste denn noch niemals eine Kölnerin geküsst?“ Dass ein paar Oberwinterer nach dem Samstagabend die Frage eindeutig mit „Doch“ beantworten können, ist einem jecken Urgestein des Kölner Karnevals zu verdanken. Denn „Et fussich Julche“ kam und hatte den Glaspalast sofort im Griff. Die Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß hatte zum Karneval im Herbst eingeladen, und der Saal war gut gefüllt. Die Stimmungssängerin aus der Domstadt braucht zwar die Bühne, aber sie hat da ihre eigene Interpretation. Ihre Bühne war ein simpler Stuhl, den sie sich aus der ersten Reihe ausborgte. Das „Dilledöppchen“ mit dem bürgerlichen Namen Marita Köllner sprang auf das Sitzmöbel und legte los wie die sprichwörtliche Rakete. Das Bützen blieb da nicht aus, wie Ortsvorsteher Norbert Matthias mit glücklichem Lächeln quittierte.
Kurze Begrüßung
KG-Präsident Ralf Otto hatte die Begrüßung kurz gehalten, schließlich warteten die etwa 330 Gäste auf die hochkarätigen Akteure aus Köln. „Das nennst Du lachen“, machte „Et fussich Julche“ Dieter in der zweiten Reihe an, der lachte nach einem Küsschen dann auch und ließ kaum noch von der quirligen Sängerin ab. So mancher Gast wurde so auf den Arm genommen, wie „Du hast aber schöne Augen - treu wie ein Dackel“. Die gute Stube von Oberwinter stand kopf, die ausgelassenen Besucher sangen mit, nahmen den Nachbarn zum Schunkeln an den Arm. Schließlich standen alle und klatschen erfolgreich die Zugabe heraus.
Einen Glücksgriff getan
Und gleich folgten die nächsten Profis. Dass die KG mit der Verpflichtung der Paveier einen Glücksgriff getan hatten, bewiesen die Kölschen schon mit den ersten Tönen. Gleich tobte der Saal mit, der Funke sprang von der sympathischen Band sofort über, die Hände zum Himmel und mitgeklatscht. „Buenos Dias Mathias“, „Ich han de Musik bestellt“ oder „Let´s go Kölle“, wer kennt sie nicht, die Hits der Spitzenband? Wie die Oberwinterer mit lautem Chor zeigten, kennen sie diese Songs alle. Und zwar komplett. Die Besucher in den Stuhlreihen schunkelten mit, hinten im Saal tobten die Gäste richtig, der ganze Saal kochte. Zum großen Finale standen dann wieder alle und wollten die Musiker nicht mehr gehen lassen.
Dass es den Paveiern wirklich gefällt in Oberwinter, hatten sie schon bei der Planung dieses Konzertes bewiesen. „Die sind auf uns zugekommen und haben gefragt, ob sie den Abend kommen sollen. Im vergangenen Jahr waren die ´Räuber´ hier. Viele Oberwinterer haben uns immer wieder gebeten, diese Veranstaltung durchzuführen. Aber das wird immer schwieriger“, sagte Vorsitzender Uli Kostrewa traurig. 330 Jecke sorgten zwar für eine Stimmung, die die Halle erbeben ließ, aber die KG sieht finanzielle Probleme. „Ein so hochkarätiger Abend kostet natürlich einen Batzen Geld. Die Oberwinterer sind treue Besucher, aber die Konkurrenz in der unmittelbaren Nachbarschaft wird immer größer. Allein an diesem Wochenende gibt es in der Nähe einige karnevalsähnliche Veranstaltungen, die dann meist Oktoberfest genannt werden. Dazu einige Weinfeste. Da müssen wir in nächster Zeit mal nachrechnen. Ob wir uns diese tolle Veranstaltung weiter leisten können, wird sich dann ergeben“ bedauerte Uli Kostrewa. Die begeisterten Gäste am Samstagabend jedenfalls wären sehr enttäuscht, wenn dieses Konzert nicht mehr stattfinden würde.
In die Mitte nehmen lässt sich strahlend Et fussich Julche Marita Köllner vom Vorsitzenden Uli Kostrewa und von Präsident Ralf Otto.
