Weinbaugemeinschaft schafft Sicht auf das Rheintal
Fleißige Helfer „Am Ochsenberg“
Remagen. Ein völlig neues Bild eröffnet sich dem Besucher der altehrwürdigen Apollinariskirche auf dem Martinsberg, wandert er vom Rhein kommend den Kreuzweg hoch. Dort, wo vor wenigen Jahren noch Rasenfläche das Gotteshaus umgab, geben stolze Rebenstöcke die Erinnerung frei auf längst vergangene Zeiten. Einst war das Gotteshaus fast rundum von Weinstöcken umgeben, der Handel mit dem edlen Rebensaft gehörte zur Existenzsicherung der Remagener Bevölkerung. In diesem Jahr konnte die Weinbaugemeinschaft um Vorsitzenden Eduard Krahe zum zweiten Mal auf ein beträchtliches Ergebnis schauen. Doch nicht nur edler Wein, in der kreisstädtischen Winzergenossenschaft aufgearbeitet, konnten die Weinbrüder stolz kosten, auch herrliche Pfirsichbaummarmelade galt es, als Ernteprodukt der Alexander-Krahe-Küche zu entnehmen. Einen weiteren Schritt in Sachen „zurück zur Historie“ unternahm nun die Weinbaugemeinschaft. In Absprache mit dem Besitzer, dem Grafen von Fürstenberg-Stammheim, der Stadt Remagen und den Padres vom Berg ging es nun daran, umliegendes Gehölz und Verwurzelungen zu entfernen, um eine freie Sicht auf den Rhein erneut zu gewährleisten - so, wie es einst die Maler des Panoramas vom Rhein dargestellt hatten. Mit knapp 30 Mann, unterstützt von den Freunden des Verschönerungsvereins, zogen die „Weinbauer“ auf den „Ochsenberg“. Schweres Gerät kam zum Einsatz: Forstwirt Herbert Langen war mit seinen Maschinen vor Ort, Stahlseile umfassten dickes Holzgewächs, rissen es mit Wurzeln aus dem Boden. Kräftig anpacken mussten die zahlreichen Helfer, die Hölzer kamen direkt in den Hächsler. Mehrere Stunden bestimmte das Kreischen der Kettensägen den Ton auf dem „Ochsenberg“. Die gute Organisation des Stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Fassbender zeigte aber Früchte: Ziemlich erschöpft, doch mit Stolz in den Augen konnte die gesamte Gemeinschaft am späten Nachmittag das Ergebnis ihrer Arbeit genießen: Den Blick auf den Rhein. So könnte es bald auf dem „Ochsenberg“ wie am Hermannsweg heißen: „Wanderer, hemme den Schritt“. -ab-
