Ökumenischer Gottesdienst für ein Projekt des Eine-Welt-Ladens Remagen-Sinzig
Gott und Gold - wie viel ist genug?
Remagen/Sinzig. Pfarrerin Elisabeth Reuter und Pastor Gerd Hensel hatten zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Friedenskirche eingeladen, der unter Mitwirkung des Eine-Welt-Laden-Teams sehr abwechslungsreich gestaltet wurde. Gesang, Gitarrenklänge, Gebete, eine persönliche Geschichte, wie man durch einen Hausbrand plötzlich auch in Deutschland ganz arm sein kann und Informationen über den Eine-Welt-Laden mit Erläuterungen zu dem unterstützten Projekt ergriffen die Gottesdienstbesucher. „Gott und Gold - wie viel ist genug?“ lautet der Titel des MISEREOR-Hungertuchs 2015/16, der als Thema des ökumenischen Gottesdienstes gewählt wurde. Das Hungertuch lädt ein, die vielen Facetten des Goldes zu betrachten. „Ich möchte mit meiner Kunst den Kern der christlichen Botschaft sichtbar machen“, so der Künstler Dao Zi aus China, der es gestaltet hat und sich dabei von den Versen der Bergpredigt inspirieren ließ: „Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz.“ Jeder Mensch möchte sich so entfalten, wie es ihm möglich ist und ihm aufgrund seiner Menschenwürde zusteht. Wie sollten wir leben, damit alle „gut leben“ können?
Seit 34 Jahren engagiert sich die evangelische Arbeitsgruppe
Damit wurde eine Verbindung zur Arbeit des Eine-Welt-Ladens Remagen-Sinzig geschaffen. Seit nunmehr 34 Jahren engagiert sich eine ökumenische Arbeitsgruppe der evangelischen Kirche für den Fairen Handel. Es werden hochwertige Lebensmittel und Kunsthandwerk mit modernem Design angeboten. Die Waren werden zu gerechten Preisen für die Erzeuger von Fair-Trade-Handelspartnern eingekauft. Sie achten auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen und die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards. Mit dem Kauf der Waren helfen die Kunden doppelt: Einerseits erwerben sie fair gehandelte Produkte und andererseits helfen sie dem Eine-Welt-Laden, sich in armen Ländern sozial zu engagieren. Dank der großzügigen Unterstützung der evangelischen Kirche und der ehrenamtlichen Tätigkeit der ökumenischen Arbeitsgruppe können alle Erlöse in Hilfsprojekte fließen.
Derzeitig unterstützt der Eine-Welt-Laden Remagen-Sinzig ein Projekt der Welthungerhilfe in Myanmar. Es hilft den Bewohnern des Landkreises Htan Tabin beim Aufbau von Kooperativen, bei der Instandsetzung von Dorfstraßen und kleinen Brücken, beim Bau von Trinkwasseranlagen und Bewässerungskanälen, bei der Errichtung von Schulen und der Vermittlung handwerklicher Fähigkeiten. Alles geschieht nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Die Kollekte war für dieses Projekt in Myanmar bestimmt. Die Besucher waren von dem Gottesdienst so beeindruckt, dass ihre Spenden ausgesprochen großzügig ausfielen. Am Ausgang durfte jeder auch etwas mitnehmen: Einen „vergoldeten“ Rheinkiesel und ein Bild des Hungertuches - Anregung zum weiteren Nachdenken.
