Rathausverein Oberwinter präsentiert erste Ausstellung zu Historischen Bauten
Gut besuchte Ausstellungseröffnung
Oberwinter. Eine wirkliche Punktlandung hat der Oberwinterer Rathausverein um Vorsitzenden Hans Metternich mit seiner neuen Ausstellung hingelegt. Am Freitagabend hatte der Rathausverein zur Ausstellungseröffnung eingeladen. Titel der Ausstellung ist „Historische Bauten 1 - Die Häuser Schwanen und Wirtz“. Über 50 Gäste knubbelten sich im Saal des Rathauses, wo zahlreiche Bild- und Informationstafeln die historischen Bauten Schwanen und Wirtz erläuterten. Neben zahlreichen Oberwinterer Bürgern und Vereinsmitgliedern konnte Vorsitzender Hans Metternich auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Beigeordneten Rolf Plewa und Ortsvorsteher Norbert Matthias zur Ausstellungseröffnung willkommen heißen. Die einleitenden Worte zur Ausstellung sprach Vorstandsmitglied Hans Atzler, der auch die Konzeption und Texte zur Ausstellung geschaffen hat. Die Gestaltung oblag Christian Schmiedel. Zur Ausstellung „Historische Bauten 1 - Die Häuser Schwanen und Wirtz“ hat der Rathausverein auch unter Oberwinterer Geschichte(n) die vierte Schriftenreihe des Rathausvereins herausgegeben, Konzeption und Text von Hans Atzler und Gestaltung Christian Schmiedel. Auf riesiges Interesse stieß nicht nur die Ausstellung, sondern auch die Schriftenreihe.
„Historische Bauten 1“
Wie Hans Atzler ausführte, hat sich in Oberwinter eine Vielzahl von alten Fachwerkhäusern erhalten. Die Anwesen stammen überwiegend aus dem 18. Jahrhundert, einige sogar aus dem 17. Jahrhundert. Über diese Bauten gebe es nur wenige Informationen. Sie müssten wie ein Mosaik aus den verschiedensten Quellen zusammengesucht werden. In der neuen Ausgabe der Reihe „Oberwinterer Geschichten“ liege nun das Heft „Historische Bauten 1“ vor, in dem die Geschichte des „Hauses Schwanen“ und des „Hauses Wirtz“ nachgezeichnet werde. Während das Haus Schwanen der Kremer´s Eheleut 1671 gebaut worden sei, wurde das Haus Wirtz 1780/81 südlich des alten „Grabens“ und damit erstmals außerhalb der damaligen Verteidigungslinien gebaut. Das Haus Schwanen sei das wohl größte, gewiss aber das auffälligste Anwesen im Ort. Von einem erfolgreichen Kaufmann, der wohl der Liebe wegen nach Oberwinter gekommen sei, sei das Haus errichtet worden. Seine Frau Catharina habe aus der eingesessenen evangelisch-reformierten Familie Einsfeld gestammt. Dass wenigstens einige Fakten über die ältere Geschichte des Anwesens nachgezeichnet werden konnten, hänge damit zusammen, dass der „Schwanen“ 1792/93 an die evangelische Kirchengemeinde veräußert worden sei. In deren Archiv habe sich der orginale Kaufvertrag erhalten. Das Haus, das später für einige Jahre als Hotel geführt worden sei, sei in den 1890er Jahren geteilt und erheblich umgestaltet worden. 2010 sei durch privates Engagement der Bestand des Hauses für die nächsten Jahrzehnte gesichert worden. Das „Haus Wirtz“ sei zunächst als Gasthof genutzt worden, dann als Lehrerwohnung und später als Arzthaus. Es grenze fast an ein Wunder, so Atzler, dass es in den 1980er Jahren trotz des damals völlig desolaten Zustandes, auch hier durch private Initiative, gerettet worden sei. Heute sei es wieder ein Schmuckstück in der Rheinfront des Orts. Viele Geschichten, die auch in der Schriftenreihe nachzulesen sind, wusste Atzler dem bestens unterhaltenen Publikum über die beiden Häuser zu erzählen. Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich in jedem Fall. Auch das Heft aus der Schriftenreihe ist hochinteressant und nicht nur mit vielen Informationen und Fotos, sondern auch mit vielen Geschichten, die sich um die beiden Häuser ranken, gespickt. Geöffnet ist die Ausstellung über die Häuser „Schwanen“ und „Wirtz“ am Samstag und Sonntag, 16. und 17. Mai sowie am Samstag und Sonntag, 30. und 31. Mai. Samstags ist die Ausstellung von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 11.30 bis 13 Uhr sowie von 16 bis 18 Uhr geöffnet.
Hans Metternich (re.) und Hans Atzler begrüßten die Gäste und erläuterten die Ausstellung.
