9. Auflage des Remagener Kunstsalons im Historischen Dreieck
Hunderte Menschen genossen Kunst und Kultur
Über 80 Künstler boten an 15 Ausstellungsorten eine große Bandbreite künstlerischer Kreativität
Remagen. Zu einem großen Erfolg wurde auch die neunte Auflage des Kunstsalons in Remagen. Längst hat sich Remagen als „Stadt der Kunst“ etabliert und das war natürlich besonders am Wochenende, beim Kunstsalon erlebbar. An 15 Ausstellungsorten, davon allein 14 im Historischen Dreieck war eine enorme Bandbreite künstlerischen Schaffens zu bewundern. Über 80 Künstlerinnen und Künstler, einfach zu viele um jeden Künstler zu nennen, präsentierten ihre Werke dem breiten Publikum. Dieses ließ nicht lange auf sich warten. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag genossen die Kunstinteressierten in Scharen die dargebotenen Künste. Bei einer Nachbesprechung der Künstler waren sich alle einig: so viel Besuch hatten sie noch nie. Selbst der Sonntag sei trotz des schlechten Wetters fantastisch besucht gewesen.
Fantasievolle Hutshow
Ein rundum gelungener Auftakt war „Schauhut“, die Show zur Ausstellung „Hutladen“, unter der die RheinART Künstlergruppe Remagen ihre Werke gefertigt hatten. Alle Künstler der Gruppe hatten das Bild „Hutladen“ von August Macke zu einem gemeinsam Thema erkoren. Jeder hatte hierzu seine eigenen Interpretationen geschaffen. Ganz toll war, dass RheinART mit Dagmar Ackermann, Janko Arzensek, Gudrun Hillmann, Astrid Hohl, Peter Mallmann, Rudi Ölschläger, Hans-Joachim Paul, Antje Schlaud, Beate Surek, Volker Thehos, Beate Waldner-Brenner und Nikolaus Wilhelmy mit der IGS Remagen unter Federführung von Kunsterzieherin Dagmar Ackermann zusammen gearbeitet hatten. 24 Schülerinnen und Schüler hatten zum RheinART-Thema Hüte entworfen, und sie bei einer Hut-Modenshow auf dem Laufsteg vor großem Publikum präsentiert. Ob der schiefe Turm von Pisa, Hund, Katze, ein Schiff oder eine Eierschale, die Modelle hätten fantasievoller nicht sein können. Dafür galt den Schülerinnen und Schülern der tosende Applaus der vielen Gäste, unter anderem der Ehrengäste, die sich für den Beginn des offiziellen Rundgangs im Katholischen Pfarrzentrum eingefunden hatten. In Vertretung für Bürgermeister Herbert Georgi dankte der erste Beigeordnete Rolf Plewa hier allen teilnehmenden Künstlern des Kunstsalons.
„Innere Landschaft entdeckt“
Wenige Meter weiter in der Bachstraße begeisterte Antje Poser mit einer Performance unter dem Titel „Rot wie Blut“. Dem Thema „Rot“ hatten sich dann auch die Künstler des Modern Art Showroom angenommen und es farbenkräftig umgesetzt. Auch Vernissagen wurden beim Kunstsalon gefeiert. Eine besondere Feier gab es in der „Galerie auf der Kegelbahn“ in der Kulturwerkstatt. Hier präsentierte das Arp-Museum, vertreten durch Dr. Annette Krapp und Nicole Schmidt mit einer Workshop-Gruppe von Aphasikern, deren Werke, die unter dem Titel „Freiräume“ entstanden waren. Unter diesem Thema hatten die Aphasiker im Workshop versucht, die „Innere Landschaft zu entdecken, zu erkunden und auszudrücken“. Die Laienwerke zum Abstrakten zeigen eine Vielfalt von ausdrucksstarken Werken. In weiteren Kunststationen in der Kulturwerkstatt zeigten sowohl die Gruppe AR Art am Rolandsbogen, als auch Margarete Gebauer und Rosmarie Feuser von Kunst auf Zeit Malerei, Objekte und Radierungen.
Besondere Kunst von Nihad Gulé
Eine Besonderheit gab es sicher auch in der Hand in Hand-Galerie von Rudolf Kluth. Hier präsentierten neben der jungen Künstlerin Nina Steier auch Antje Schlaudt ihre großformatigen Werke. Ganz neu und zum ersten Mal in Deutschland zu sehen, waren die Werke von Nihad Gulé, der 2014 als Flüchtling mit seiner Familie aus Syrien kam. Er zeigte beeindruckende Werke, die auf der Flucht entstanden waren und auch unter dem Thema „Krieg und Flucht“ stehen. Der in Bad Breisig lebende Gulé wird auch weiterhin Werke zu diesem Thema kreieren.
Eine weitere Vernissage gab es im Artspace K2 von Christoph Noebel, wo Ruth Ohlig-Kiesel unter dem Thema „All die Tage..“ Fundstücke in kleine Kunstharzquader gegossen präsentierte. Schon vor dem Kunstsalon hatten Künstlergruppen ihre Vernissagen gefeiert, um den Ablauf des Kunstsalons ein wenig zu entzerren. Das Künstlerforum Remagen hatte in der Villa Heros die Künstlergruppe „3kommaß“ zu Gast, die unter dem Thema „five positions“ Malerei und Perfomance präsentierten. Währenddessen hatte die Ateliergemeinschaft der Villa Heros ihre eigenen Ateliers geöffnet.
Im kunstraum remagen mitte von Galerist Herbert Höcky zeige Kai Ladzinski „Neue Arbeiten“ und auch die „Kunststation“, wenige Meter weiter in der Bachstraße, hatte ihr Atelier geöffnet und präsentierte Malerei, Grafik und Objekte. Eine Rauminstallation gab es von Irene Eigenbrodt in der Kreativwerkstatt „Verwandelt“ und im Studio MoNo von Molly Noebel gab es Collagen von Gabriele Thunecke zu bestaunen. Bei der Galeristin Rosemarie Bassi überzeugte die Künstlerin Mary Bauermeister, die gegen Ende des Kunstsalons am Sonntag zahlreiche Gäste zum Plausch beim Künstlergespräch begrüßen konnte. Die einzige Kunstsalon-Station außerhalb der Innenstadt war das Kunsthaus Rheinlicht in der Waldburgstraße. Hier begeisterte Künstlerin Angelika Ehrhardt-Marschall. Überaus positiv fiel das Resumee der teilnehmenden Künstler zum Kunstalon aus. Auch diese schon traditionelle Veranstaltung in Remagen scheint von Jahr zu Jahr mehr Gäste in die Ateliers und Galerien zu locken.
Kai Ladzinski präsentierte seine Werke im „kunstraum remagen mitte“ von Herbert Höcky
