Erstes Treffen des „Café International“
Initiative ermöglicht Gespräche zwischen Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern
Das „Café International“ findet nun jeden ersten Dienstag im Monat ab 16 Uhr in der „Baracke“ statt
Remagen. Es ist die Initiative von drei jungen Menschen, die an der Remagener Fachhochschule studieren, aber sich für die Flüchtlinge aus aller Welt, die in Remagen weilen, einsetzen wollen. Lisa Janitz, Corina Post und Marvin Straus hatten zum ersten „Café International“ in die „Baracke“, der Studierendenkneipe an der Marktstraße geladen, um bei Tee, Kaffee und Kuchen Gespräche zwischen Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern zu ermöglichen. Und zur großen Überraschung der drei jungen Menschen, die auch die Arbeit hinter der Theke übernommen hatten, platzten die Räume aus allen Nähten.
„Multi-kulti“ ging es zu, es herrschte eine angenehme Enge und eine fast babylonische Sprachverwirrung vor. Das trübte aber keineswegs die angenehme Atmosphäre, es fanden sich immer wieder Übersetzer oder es wurde mit Händen und Füßen ein Gespräch geführt. Erlebnisse wurden ausgetauscht, Erfahrungen mit Behörden diskutierten die Menschen aus Ägypten, Afghanistan, Albanien, Syrien, Pakistan oder Eritrea. Es war an Helmut Radermacher, ein in Flüchtlingsfragen engagierter Bürger, sich bei den drei Initiatoren für ihre Aktion im „Orgateam“ des städtischen „Arbeitskreises Asyl“ zu bedanken. Der „AK-Asyl“ ist ein Zusammenschluss der Stadt mit karitativ wirkenden Vereinen und Institutionen gemeinsam mit den Kirchengemeinden. Sprachliche Unterstützung bekam Radermacher im Café von Nacima Mohames Iman, einer jungen Frau aus Somalia, die alleine den weiten Weg aus ihrem Heimatland nach Deutschland überwunden hat und bereits seit zwei Jahren in Remagen lebt. Mehrsprachigkeit war für sie und Radermacher kein Problem. Letzterer vergaß es auch nicht, sich bei den zahlreichen Ehrenamtlern zu bedanken, die seit Monaten die Flüchtlinge unterstützen, die zur Zeit in Remagen weilen.
160 Flüchtlinge leben derzeit in Remagen
160 Flüchtlinge, erläutert Eva Etten, Leiterin des Arbeitskreises, leben zur Zeit auf die Gesamtstadt verteilt in Remagen. Die meisten davon in Kripp und der Kernstadt. Zu zwei Dritteln sind es Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Mit 30 „Neuzugängen“ rechnet die Stadt im Monat, hochgerechnet auf die eine Millionen, die vom Bund prognostiziert werden. Eva Etten ist zuversichtlich, bis Ende März noch städtische Räumlichkeiten zur Verfügung zu haben, allerdings, so Etten, „sind wir dann auf weitere Hilfe aus der Bürgerschaft auch in anderen Ortsteilen angewiesen. Mehr als 80 Ehrenamtler haben sich zwischenzeitlich gemeldet, die die Flüchtlinge bei der Integration in Deutschland unterstützen. Da geht es genauso um Hilfe beim Einkauf wie auch bei Behördengängen. Im Vordergrund steht aber immer die sprachliche Schulung. Da sei es nicht immer einfach, so Helmut Radermacher, den Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, sprachlich zu verdeutlichen, wo und wann die Sprachkurse stattfinden. „Da müssen wir die Menschen auch schon mal an die Hand nehmen und hinbringen“, erläutert der Mann, der sich seit Monaten in der Flüchtlingsfrage engagiert. Da bräuchte es auch schon mal der Geduld der Lehrer, wenn schon wieder mal einer nicht angekommen sei, weiß Radermacher. „Sprachkurse haben Vorrang“, sagt auch Eva Etten und spricht von einem hohen Engagement, sowohl der Behörden als auch der privaten Initiativen. Dennoch, Hilfe für die Flüchtlinge sei noch immer gefragt, betont sie, und wer sich engagieren möchte, kann die Leiterin des Arbeitskreises Asyl gerne bei der Stadt Remagen kontaktieren: Eva Etten, Tel. 2 01 30.
Treffen jeden ersten Dienstag im Monat
Das „Café International“ findet nun jeden ersten Dienstag im Monat ab 16 Uhr in der „Baracke“ statt. Dieses Café soll einen lockeren Austausch in angenehmer Atmosphäre ermöglichen.
Es sind daher alle Ehrenamtlichen, Flüchtlinge und weitere Interessierte eingeladen.
