Allgemeine Berichte | 13.07.2015

Wallfahrt nach Remagen zum Apollinarisberg

Jahrhunderte alte Tradition

Vom 19. Juli bis 2. August

Pater Bartholomé und Bischof Stefan Ackermann im vergangene Jahr. E. Wacker

Remagen. Auch nach über 900 Jahren ist das Klosterleben auf dem Apollinarisberg in Remagen immer noch lebendig, ebenso die Wallfahrt zum hl. Apollinaris, der seit über 800 Jahren hier verehrt wird. Im Jahr 2014 nahmen allein in der Wallfahrtsoktav über 12.000 Menschen an den Heiligen Messen und Pilgerandachten teil. Nachdem Jahrhunderte lang die Benediktiner die Propstei in Remagen führten, Mutterkloster war die Abtei auf dem Michaelsberg in Siegburg, wurde es dann unter den Franziskaner sogar ein eigenständiges Kloster. 2006 zogen sich die Franziskaner nach rund 150 Jahren ihres Wirkens aus Remagen zurück. Der Konvent war zu klein geworden war, um die umfangreichen Aufgaben, die mit der Wallfahrtskirche verbunden sind, erfüllen zu können. Das Bistum Trier suchte nach einer nachhaltigen Lösung und fand sie in der deutsch-niederländischen Gemeinschaft von der gekreuzigten und auferstandenen Liebe und übertrug ihnen im Jahr 2007 das Kloster, die Betreuung der Kirche und der Wallfahrt. Sie pflegen seither auf Wunsch des damaligen Bischofs von Trier, dem heutigen Erzbischof von München, Kardinal Marx, wieder die alte Tradition, das Haupt des Heiligen den Gläubigen zum Segen aufzusetzen. Das Motto für das Jahr 2015 lautet: „Ein Segen sollst du sein!“ (Gen 12,2). Die Wallfahrt beginnt mit der feierlichen Eröffnungsmesse am 18. Juli in der das Haupt des hl. Apollinaris erhoben wird: Die Kopfreliquie wird aus dem in der Krypta stehenden steinernen Sarkophag (14. Jahrhundert) entnommen, und dann für die folgenden 16 Tage bis zur Abschlussmesse am 2. August im Altarraum der Kirche den Gläubigen präsentiert. Eine Pilgergruppe ist besonders hervorzuheben: Seit 385 Jahren besuchen Menschen aus Auenheim (Erft) den Apollinarisberg. Sie ist die älteste bekannte Pilgergruppe. Seit einigen Jahren kommen von dort nicht nur Pilger mit dem Bus, sondern auch wieder eine Fußgruppe. Diese startet am Freitagmorgen nach der Frühmesse im Kölner Dom, übernachtet in Bonn und erreicht nach insgesamt 70 Kilometern dann am Samstagnachmittag Remagen. Zurück wird der Weg motorisiert zurückgelegt. Der Besuch von Pilgern, Wallfahrern und Touristen verteilt sich über das ganze Jahr, denn die Kirche ist täglich geöffnet. Der Garten mit dem wunderbaren, weiten Blick über das Rheintal jedoch nur am Sonntag und in der Wallfahrtszeit. Der Apollinarisberg oberhalb Remagens hat als sakrales Kleinod für viele Menschen auch im 21. Jahrhundert nichts von seiner Faszination als besonderer Ort des Gebets und der Andacht verloren.

Pater Bartholomé und Bischof Stefan Ackermann im vergangene Jahr. Foto: E. Wacker

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