Wanderung des Eifelverein Remagen
Keiner fiel aus dem Rahmen
Remagen. „Seien Sie ja bis 14 Uhr zurück!“ wurden die Remagener Eifelfreunde beim Start ihrer Wanderung in Namedy von Einheimischen ermahnt. Warum das denn? Na klar, 14.11 Uhr beginnt in Namedy traditionell der Karnevalszug. Aber zunächst war Wandern angesagt, vorbei an der alten Burg Namedy und allmählich auf Hangwegen ansteigend hinauf zum Kranenberg hoch über Andernach. Seinen Namen hat dieser schöne Aussichtspunkt von dem tief darunter am Rheinufer stehenden, historischen Kran. Früher hatte er eine immense wirtschaftliche Bedeutung, vor allem für die Verschiffung der Mendiger Mühlsteine. Heute steht er als gut erhaltenes, einzigartiges Renaissance-Monument unter Denkmalschutz.
Wer noch nicht wusste, was Stichpimpuli ist, hatte Gelegenheit diesen Kräuterlikör kennenzulernen, den der Wanderführer zur Feier des Karnevals aus seinem Rucksack zauberte. Ein gewaltiger, massiver Holzrahmen auf dem Kranenberg wurde erst kürzlich errichtet und soll wohl dazu auffordern, das Stadtbild von Andernach mit der dahinter liegenden reizvollen Landschaft gleich gerahmt zu fotografieren. Aber, wie sich zeigte, ist dieser Rahmen auch für Gruppenaufnahmen bestens geeignet. „Stop! Forstarbeiten! Lebensgefahr! Durchgang verboten“ hieß es plötzlich auf einem schon recht vergammelten Transparent quer über dem Weg. Aber die Beseitigung dieser Warnung war wohl nach getaner Arbeit nur vergessen worden, die Sperrung erwies sich als nicht mehr gerechtfertigt. Unbegründete Warnungen dieser Art können bewirken, dass auch Warnungen vor echter Gefahr dann eines Tages nicht ernst genommen werden.
Hoch oben an der Kante des Steilhangs lässt sich in dieser Jahreszeit der Blick hinab ins Rheintal und auf die gegenüber liegende Rheinseite viel besser genießen als im Sommer, wenn das Laub der Bäume alles verdeckt.
Am höchsten Punkt dieses Rundweges befindet sich das Hochkreuz. Von dort reicht das Auge im Süden über die Landschaft der Pellenz und im Norden bis zur Olbrück. Recht bequem ging es danach in weitausholenden Serpentinen auf Waldwegen allmählich bergab und pünktlich 14.11 Uhr wurde Namedy wieder erreicht. Die Wanderer wurden nicht enttäuscht. Was so ein kleiner Ort beim Karnevalszug auf die Beine bringt mit viel Phantasie und Fröhlichkeit, ist alle Achtung wert!
