Allgemeine Berichte | 10.06.2026, 11:26 Uhr

Weltladen Remagen informiert

Kinderarbeit in der Fußballherstellung

Der Ball rollt wieder bei der WM. Fußballverbände und Fußballer verdienen Millionen; gleichzeitig werden Fußbälle bis heute unter menschenverachtenden Arbeitsbedingungen hergestellt. Auch Kinder sind betroffen.

Um die 70 Prozent der weltweit produzierten Fußbälle stammen aus der Industriestadt Sialkot im Nordosten Pakistans. Die bekannten Markenhersteller lassen in Sialkot produzieren: Reebok, Dunlop, Mitre, Adidas und andere. Fußbälle, die nicht in Sialkot hergestellt werden, stammen meist aus Indien und China. Die Löhne dort sind so niedrig, dass Kinder mitarbeiten müssen. Denn die Näherinnen und Näher werden nicht pro Stunde bezahlt, sondern pro Stück. Durchschnittlich schafft eine Person fünf Bälle am Tag, für die sie umgerechnet jeweils weniger als einen Euro erhält. Davon kann keine Familie leben und kleine Kinder müssen mitarbeiten.

Von den ca. 7.000 5- bis 13-jährigen Kindern in Sialkot sind ca. Zweidrittel an der Herstellung von Fußbällen beteiligt. Kinder nähen mit ca. 1.000 Nadelstichen einen Ball; schmerzhafte Verletzungen durch die Nadel sind dabei an der Tagesordnung. Gesundheitliche Schäden, wie Rücken- und Kopfschmerzen, Augenprobleme und Fingergelenkserkrankungen sind oftmals die Folge. Zudem erlaubt die Arbeitszeit nicht, eine Schule zu besuchen. Deshalb lernen die Kinder weder Lesen noch Schreiben, noch haben sie die Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen.

Internationale Organisationen und NGOs arbeiten daran, Kinderarbeit in der Fußballproduktion zu bekämpfen. Initiativen wie das „Fair Trade“-Siegel oder Programme von Organisationen wie UNICEF und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zielen darauf ab, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen und den Zugang zu Bildung für betroffene Kinder zu verbessern.

Der Weltladen lädt am 25. Juni um 19:00 Uhr zu einer Infoveranstaltung zum Thema Kinderarbeit ein. Zum einen informiert das Team über die aktuellen Zahlen zur Kinderarbeit und über die Branchen, die besonders betroffen sind. Zum anderen zeigt der Weltladen auf, was jeder machen kann, um Kinderarbeit nicht zu unterstützen. Denn das ist die gute Nachricht: Es gibt immer gerechte Alternativen.

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