Frühjahrskonzert der Nonnenwerther Musikklassen
Musik in den Unterricht integiert
Remagen-Nonnenwerth. In einer vollbesetzten Aula präsentierten sich die Streicher-, Singe- und Bläsergruppe der Klasse Fünf einem fachkundigen Publikum aus Eltern, Geschwistern, Großeltern sowie interessierten Kolleginnen und Kollegen.
Nach knapp fünf Monaten musikalischer Ausbildung war es hierbei beachtlich, was die jungen Musikerinnen und Musiker schon bühnenreif präsentierten. Die Streicherklasse unter der Leitung von Anja Borchers und Natalia Kazakova begann mit dem Stück „Open Strings“, bei dem wahlweise leere Saiten pizzicato (gezupft) und arco (gestrichen) werden mussten. Beim „Rap Huhn“ zeigte der Orchesternachwuchs, dass präzises Timing sich auch ohne Instrument üben lässt - mit Bodypercussion und Rapeinlage der als Hühner verkleideten Rapper. Für viel Schmunzeln sorgten zwischendurch die Erklärungen der Kinder:
Von „Streicher sind eben cool“ einer Nachwuchsviolinistin bis „Ich wollte schon immer ein Instrument spielen, das größer ist als ich“ eines Kontrabassisten reichten die Kommentare. Die Streicherklasse ist wie ein klassischer Orchestersatz vierstimmig mit Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässen besetzt. Zum Abschluss ihres umjubelten Auftrittes spielte das Klassenorchester „Ich wollt‘, ich wäre ein Huhn“ in einem zweistimmigen Satz. Unter der Leitung von Iris Flögerhöfer betrat dann die Singeklasse zu „The Lion sleeps tonight“ auf die Bühne. Diesem bereits zweistimmig intonierten Song folgte die zu Herzen gehende „Music“ eine dreistimmige Ballade, die die jungen Musiker gefühlvoll und klangschön vortrugen. Das Publikum war sofort von den jungen Stimmen gefangen, die unverstärkt nur begleitet durch die stellvertretende Schulleiterin Andrea Monreal am Flügel erklangen.
Interessant für die Eltern waren die sich anschließenden Erläuterungen, auf welchen Ebenen mit den Kindern in allen drei Klassen gearbeitet wird: Durch Solmisation, also dem Singen einzelner Töne mit Solmisationssilben verstärkt durch Handzeichen, rhythmischer Lautsprache („Taketina“) zum Erfassen von Notenwerten und dem guten aufeinander Hören. Nicht zuletzt deshalb wird immer wieder darauf hingewiesen, wie miteinander musizierende Kinder viele soziale Fertigkeiten quasi „spielend“ erlernen.
Die Holz- und Blechbläser der Bläserklasse demonstrierten zu Beginn die Töne Eins bis Fünf und wie diese auf den einzelnen Instrumenten (Querflöte, Klarinette, Alt-Tenorsaxophon, Trompete, Posaune, Euphonium und Tuba) erzeugt werden. Nur nach Handzeichen spielten sie das Kinderlied „Hänschen Klein“, bevor dann anschließend ein erstes Duett mit dem passenden Titel „Getrennte Wege“ den Weg in die Mehrstimmigkeit öffnete. Mit der „Ode an die Freude“, „Oh when the Saints“ und dem „Hard Rock Blues“ zum Abschluss, zeigten die Schülerinnen und Schüler, dass sie mit ihren Instrumenten nicht nur in der klassischen Musik sondern auch in der populären Musik zu Hause sind. Ihre Lehrer Jürgen Roth und Gerhard Halene wechselten sich in der Leitung des Klassenorchesters ab oder unterstützten einzelne Gruppen durch ihr Mitspielen.
Ein lang anhaltender Applaus begleitete alle Fünfer nach draußen, denn nun begann der spannende Teil für die jüngeren Geschwister und eingeladenen zukünftigen Fünftklässler: Sie durften nach Herzenslust die gerade gehörten Instrumente ausprobieren. Schulleiter Dieter Peter war sichtlich stolz auf das Debutkonzert „seiner“ jungen Musikerinnen und Musiker. Seit nunmehr vier Jahren gibt es nun auf dem Inselgymnasium das Musikkonzept mit verstärktem Musikunterricht in den Klassen Fünf und Sechs sowie der verbindlichen Teilnahme für diese zwei Jahre in Singe-, Streicher- oder Bläserklasse. Die nötigen Instrumente können hierbei von der Schule für diesen Zeitraum gemietet werden. Ab der Klasse Sieben besteht dann die Möglichkeit, die erworbenen musikalischen Grundfertigkeiten in den Musik-AGs und/oder mit Instrumental-Vokalunterricht in der Inselmusikschule zu vertiefen. Geht man nachmittags durch die Schulflure, so hört man, dass beides in großer Zahl wahrgenommen wird.
Jürgen Roth
