Allgemeine Berichte | 09.01.2015

Künstlerforum Remagen

„QUINÄR“- Mehr als die Summe seiner Teile

Fünf Künstlerinnen präsentieren Malerei, Fotografie, Installation, Objekt und Video

Gabi Weinkauf, Titel: „Ich liege in der Wiese und träume“, eine Videoskulptur. privat

Remagen. Unter dem geheimnisvoll klingenden Titel „QUINÄR“ zeigen ab sofort fünf Künstlerinnen aus Düsseldorf, Essen, Mülheim a.d.R., Oer-Erkenschwick und Würzburg spannende Sichten auf ein Thema, das sich im weitesten Sinne um „eine Auseinandersetzung mit Selbst- und Fremdbildern“ dreht. Judith Dirks, Raimunde Grave, Martina Hengsbach, Erika Anna Schumacher und Gabi Weinkauf beleuchten das Thema aus individuellen künstlerischen Ansätzen. Sie bleiben ihrem Medium dabei stets treu und beweisen am Ende, dass das Ganze viel mehr ist als die Summe seiner Teile.

Martina Hengsbach (Malerei) taucht mit ihren großformatigen Portraits tief in das Innenleben ihrer dargestellten Personen ein: Sie ermöglicht dem Betrachter eine geradezu intime Innensicht von Herz und Seele des jeweiligen Menschen. Eine Betrachtung, die unter die Haut geht und emotional berührt. So gewährt auch das Portrait von Christoph Schlingensief Einblicke in die vielschichtige und bewegte Seelenlandschaft des 2010 verstorbenen Künstlers und Theatermachers.

Schon lange, bevor von „Selfies“ überhaupt die Rede war, experimentierte Raimunde Grave (Installation, Objekt, Text(il)-Arbeiten) bereits mit selbst geschossenen Handy-Portraits, die sie nahezu in fast allen denkbaren Lebenslagen von sich selbst fertigte, um diese anschließend in Form kleiner Bleistift-Skizzen ordentlich gerahmt als immer währende Wandbilder zu konservieren. In der Ausstellung zeigt sie neben ihrer textilen Textarbeit „Borderline“ und ihrer „Madonna“ eine beeindruckende Galerie von nicht weniger als 140 ihrer gezeichneten Handy-Selbst-Portraits.

Judith Dirks (Malerei) generiert ihre Bild-Motive aus TV- und Video-Standbildern, die sie in ihre eigentlich unsichtbaren Bildpunkte (sprich: Pixel) aufspaltet, um diese dann in klassischer Manier in Öl auf die Leinwand zu bringen. Im Ergebnis zeigen sich fragile, teils durchbrochene, großformatige Portraits von Frauen, die - oft in einem Moment der Emotion und ihrem Video-Stream entrissen - ein Bild für eine dauerhafte Betrachtung ermöglichen. Der flüchtige Pixel vom Bildschirm wird so für die Ewigkeit festgehalten, bevor er für immer von der Bildfläche verschwindet.

Erika Anna Schumacher (Fotografie) präsentiert zwei Serien, bei denen durch das Kombinieren bzw. Gegenüberstellen von je zwei Bildern eine neue Ebene erzeugt wird. In der Fotoserie „Flowers u. Faces“ erzählen Doppelportraits der Frauen und Blüten von Schönheit und Vergänglichkeit und gehen einen geheimen Dialog miteinander ein. Die mehrteilige Fotoarbeit „Paris bags“ besteht aus Fotos halbtransparenter grüner Müllbeutel aus dem Stadtraum von Paris, die ihren Inhalt nicht verbergen, sondern geheimnisvoll umspielen. Diesen malerisch anmutenden Bildern stellt die Künstlerin Abbildungen von Luxushandtaschen gegenüber. Auch hier entwickelt sich ein ästhetisch-bizarrer Dialog, der die Welten von Gebrauch und Verbrauch subtil porträtiert.

Gabi Weinkauf (Video-Skulptur) stellt mit ihren Video-Arbeiten bisherige Sehgewohnheiten auf den Kopf: Im Rahmen ihrer Werkgruppe „Hemdchen“ zeigt sie das Kleidungsstück, das unter anderem Sinnlichkeit, Weiblichkeit, Verletzlichkeit repräsentiert, in sehr unterschiedlichen Kontexten: Im Garten flattert es als Projektion über eine Reihe real vorhandener Hemdchen, die aufgereiht auf einer Wäscheschnur hängen; an anderer Stelle wird es von Meereswellen an einem Strand umspült. Irritierend ist das bewegte Selbstbild der Künstlerin im Hemdchen, die, sich auf einer romantischen Sommerwiese räkelnd, nicht ahnt, dass sich unter ihr ein gelbes Giftmüll-Fass befindet.

Die Ausstellung „QUINÄR“ läuft bis Sonntag, 8. Februar, und ist samstags und sonntags, von 15 bis 18 Uhr, geöffnet. Weitere Informationen unter: www.kuefo-remagen.de.

Gabi Weinkauf, Titel: „Ich liege in der Wiese und träume“, eine Videoskulptur. Foto: privat

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