Feierlichkeiten für vier Tage
Riesenparty bei Kirmes in Unkelbach
Tambour- und Fanfarencorps Blau-Weiß ist sehr zufrieden mit dem guten Besuch
Unkelbach. Der Kirmeskerl in Unkelbach ist eine Frau. „Flötinchen“ begleitete auf ihrem Schürreskarren vier Tage lang die Kirmes, war gewandet in Blau und Weiß, wie es sich für ein ordentliches Mitglied des Tambour- und Fanfarencorps gehört. „Damit ich auch was zum Tanzen habe“, lachte Rolf-Dieter Gütgemann, der Vorsitzende des Corps, auf die Frage, warum es denn eine Frau sein müsse. Auf jeden Fall war „Flötinchen“ vier Tage lang liebevoll durchs Dorf gefahren worden, denn die Kirmes findet zwar auf dem Platz am Dorfhaus statt, doch die Unkelbacher haben traditionell gleich zwei Festzüge, wo die stattliche Puppe nicht fehlen durfte. Gütgemann hatte für seine Musiker, die Feuerwehr und den BSC lobende Worte parat, sie alle hatten an den vier Tagen kräftig mitgearbeitet, um die Kirmes wieder zu einem großen Erfolg zu machen. Der war echt riesig vor allem am Samstag: Bei strahlendem Wetter drängten sich den ganzen Tag die Besucher nicht nur aus dem Ort an Autoskooter und den anderen Ständen, es wurde eifrig mit Kühlem angestoßen. Am Abend beim Kölsch-Bayerischen Abend mit dem Auftritt von „De Boore“ tobte der Saal. „Über 300 toll gelaunte Fans waren da, teilweise in Lederhose und Dirndl, so einen Samstag habe ich bei der Kirmes noch nie erlebt“, freute sich Rolf-Dieter Gütgemann noch am Sonntag. Bereits bei der Disco am Freitagabend war es proppenvoll im Saal, und der gute Besuch zog sich über das ganze Wochenende hin.
Eine besonderer Ablauf in Unkelbach: Die örtlichen Vereine Feuerwehr, Tambour- und Fanfarencorps sowie BSC haben sich nun dreimal abgewechselt bei der Ausrichtung, wobei die Musiker an diesem Wochenende damit auch ihr 60-jähriges Bestehen groß feierten. Bleibt was übrig vom munteren Treiben, bekommt es der offizielle Veranstalter. Dass man aber nicht reich werden kann damit, betonte der Chef der Blau-Weißen. „Wenn auch Alles ehrenamtlich von den Vereinen durchgeführt wird, bleibt am Ende kaum etwas übrig. Sauer bin ich, dass zum Beispiel die Oberwinterer seit zwei Jahren just an dem Wochenende, an dem wir seit Jahrhunderten unsere traditionelle Kirmes feiern, ihren kölschen Abend durchführen. Da nehmen die uns Besucher weg.“ Ansonsten strahlten die Unkelbacher vier Tage lang, die Stimmung war bestens. Kurz wurde es sehr ernst auf dem Platz. Gerade hatten sich alle am Samstagabend zum Festzug aufgestellt und wollten starten, die rannten die Feuerwehrleute, die die Begleitung übernehmen wollten, zu ihrem Gerätehaus und rasten davon. „Nur ein ungefährlicher Einsatz, wie sich herausstellte“, erklärte Einheitsführer Edwin Briese 20 Minuten später. Seine Truppe begleitete den Festzug. Auch die Jugendwehr war am Wochenende im Einsatz, am Montag übernahm die Wehr die Bewirtung der Gäste.
Für die Unkelbacher war es eine gelungene Kirmes, und die Bürger hatten die Straßen bunt geschmückt, um mitzufeiern und dem Corps zum 60-Jährigen zu gratulieren. Highlight der vier Tage war natürlich der Auftritt der „Boore“, die es verstanden, das jecke Publikum mit kölschen Tön mitzureißen. Beim Festkommers hatten viele Gratulanten ebenfalls zum Geburtstag lobende Worte für den Verein gefunden. Ob Ortsvorsteher Egmond Eich, Landrat Dr. Jürgen Pföhler oder Pastor Frank Klupsch, sie alle lobten das ehrenamtliche Engagement des Musikcorps. Die Tambour- und Fanfarenspieler brächten nicht nur schmissige Musik ins Dorf, sie sorgten auch mit den beiden anderen Vereinen dafür, dass in Unkelbach Jugendarbeit betrieben werde. WM
Gut besetzt war der Autoscooter während der Unkelbacher Kirmes.
Im Festzug marschierten die Gastvereine mit den Veranstaltern durch die geschmückten Straßen des Dorfes.
