Eifelverein Remagen wanderte trotz widriger Bedingungen zur Florianshütte
Schirm auf, Schirm zu
Rech/Remagen. 22 Kilometer zu Fuß bei regnerischem Wetter bergauf und bergab für einen (oder auch mehrere) Glühwein in der urigen, allseits offenen Florianshütte oberhalb von Rech - lohnt sich das? Doch, das lohnt sich. 15 hartgesottene Wanderer des Remagener Eifelvereins waren fest davon überzeugt. Denn nur ein durch Anstrengung verdienter Glühwein schmeckt so richtig gut. Gewandert wurde ab Heimersheim, wo es zur allgemeinen Überraschung bei einem Wanderfreund sogar ein stärkendes zweites Frühstück gab. Diese Kräftigung war willkommen, denn gleich danach ging es etliche Kilometer zwar nicht steil, aber immer bergauf und bergauf. Heimersheim liegt schließlich nur 75 Meter über NN, der Höhenweg nach Rech aber erreicht 500 Meter über NN. Das regnerische Wetter ließ sich mit dem nötigen Humor ertragen. Hatte man eben den Schirm geschlossen, musste man ihn schon gleich danach wieder öffnen, da erneut das Nieseln in leichten Regen übergegangen war.
Am Georgiuskreuz mitten im Wald wurde gerastet. Es besteht aus Tuffstein, stammt aus dem Jahr 1747 und sein Text lautet: „Georgius Schreiber und Agnes Mohrs Beide Eheleute“. Das „beide“ lässt schmunzeln. Denn wie hätte einer allein „Eheleut“ sein können? Durch Ramersbach hindurch und weiter ging es Kilometer um Kilometer durch den Hochwald. Kleine Wolken kamen aus den Tälern heraufgekrochen, ein verirrtes Wolkenschaf schien sogar den Weg sperren zu wollen. Und dann hing plötzlich der herrliche Duft von Bratwurst und Glühwein in der Luft, das Ziel war erreicht. In der wie in jedem Jahr von den Recher Eifelfreunden mit viel Idealismus aufgebauten und ausgestatteten Florianshütte war für alles gesorgt. Die Gäste aus Remagene wurden herzlich begrüßt und anerkennend festgestellt, dass niemand sonst zum Glühwein eine solch weite Wanderung zurückgelegt habe.
