Projektwoche am Gymnasium Nonnenwerth
Schule als Staat - Willkommen in Nanoa
Schüler übernehmen die Insel und gründen die Franziskanische Inselrepublik
Remagen. Das Gymnasium Nonnenwerth ruft vom 13. bis 16. Juli in seiner diesjährigen Projektwoche den Inselstaat Nanoa aus. Dann werden Lehrer zu Bäckern, Schüler zu Bankiers oder Parlamentsvorsitzenden. Egal, ob Schüler oder Lehrer, Chef eines der zahlreichen „Inselbetriebe“ kann jeder werden. Im Rahmen des Planspiels „Schule als Staat“ verwandelt sich das Inselgymnasium in die franziskanische Inselrepublik Nanoa. Auf Nonnenwerth gibt es dann ein eigenes Wirtschaftssystem mit Betrieben, eigener Währung, ein politisches System mit eigener Flagge, Hymne, Verfassung und einem Staatsapparat – kurz gesagt: einen modernen demokratischen Staat mit allem, was dazugehört.
Inselschüler machen Staat
Die Gesamtorganisation liegt bei den Schülern. So lernen sie selbstständig – buchstäblich am eigenen Leib – die komplexen gesellschaftlichen und ökonomischen Zusammenhänge kennen, die ein modernes Staatswesen ausmachen. Gerade diese Mischung aus neuen Erfahrungen, Selbstorganisation, Einblicken in den späteren „Ernst des Lebens“ und natürlich viel Spaß bescherte dem Inselstaat Nanoa schon bei seiner ersten Auflage im Jahr 2012 eine große und positive Resonanz – nicht nur bei den Schülern. An diese Erfolge wollen die Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr anknüpfen. So planen sie schon seit Monaten alles Notwendige, damit die Projektwoche auch dieses Mal wieder ein voller Erfolg wird. Bereits Mitte Mai startete der Wahlkampf.
Mit der „UPN“, „Die Inseldemokraten“, „Das Imperium“ und der „TED-Partei“ gingen vier eigens gegründete Parteien an den Start und warben an jeder erdenklichen Stelle mit ihren bunt gestalteten Wahlplakaten um die Gunst der Wähler.
Wahlversprechen gab es viele: Eine stabile Wirtschaft, stärkere Kulturförderung oder freies W-LAN wurden als Parteiziele vorgestellt. Doch in Fragen von Toleranz, Respekt und Menschenwürde waren sich alle Parteien einig. Natürlich gab es auch Wahlkampfveranstaltungen. So durften die vier Parteien an einem Tag in der großen Pause auf dem Schulhof ihre Parteiziele vor der gesamten Schülerschaft vorstellen. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler, ob Parteimitglieder oder nicht, nutzen die Gelegenheit, um sich für die Wahl zu informieren und natürlich um ihre Partei zu unterstützen
. Wie im echten Wahlkampf blieben dabei auch hier die wohldosierten Sticheleien gegen den politischen Wettbewerber nicht aus und waren damit das Salz in der politischen Suppe.
Dann kam der große Tag: Die Wahl der Parteien und Präsidentschaftskandidaten stand an. Schülerinnen und Schüler jeder Klassenstufe sowie Lehrerinnen und Lehrer wählten die zukünftigen Vertreter ihrer politischen Interessen. Im Unterschied zum realen Vorbild war auf der Insel Nonnenwerth von Politikverdrossenheit allerdings nichts zu spüren, denn die Wahlbeteiligung lag bei knapp 87 Prozent. Da mag mancher Berufspolitiker neidisch werden. Parallelen zum realen Politikgeschehen gab es trotzdem, denn auch in Nonnenwerth gibt es eine Frau im Spitzenamt. Christina Lange aus der MSS12 errang mit 43 Prozent die meisten Stimmen und wurde zur Präsidentin des Inselstaats gewählt; Vizepräsident wurde Max von Münster (MSS11). Nach erfolgreichen Koalitionsverhandlungen zwischen den verschiedenen Parteien wurde dann das Parlament in seiner konstituierenden Sitzung vereidigt. Damit sind die Regierungsweichen gestellt und der Start des Inselstaats kann kommen.
Inselstaat freut sich auf Besucher und deren Devisen
Während der gesamten Projektwoche sind vom 13. bis 16. Juli alle Besucher im Gymnasium Nonnenwerth Willkommen, um einen Einblick in das Leben und den Aufbau des kleinen Inselstaates im Rhein zu gewinnen. Die Insel wird täglich von 9 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet sein. Erreichbar ist sie über die beiden Fähren, rechtsrheinisch ab der Insel Grafenwerth in Bad Honnef sowie linksrheinisch ab Rolandswerth mit der Klosterfähre. Beide Fähren setzen regelmäßig über. Die genauen Fährzeiten und weitere Infos über das Staatsgeschehen sind auf der staatseigenen Homepage unter www.nanoa.nonnenwerth.de zu finden. Ganz umsonst ist der Eintritt ins Paradies aber auch hier nicht: Es müssen Visa erworben werden, welche einen Tagesaufenthalt und ein „Startgeld“ von zwölf Nanos, der Währung Nanoas, enthalten. Denn vier Tage lang sind auf der Insel Nonnenwerth Euros nichts wert, sondern nur die inseleigene Währung.
Auch das gehört zum Konzept, denn auch die eigenständige Finanzierung des Inselstaates ist eine der Aufgaben, welche die Schülerinnen und Schüler zu lösen haben. Mit ihrem Konzept und Engagement konnten die Schüler aber offensichtlich überzeugen, denn aufgrund großzügiger Spenden der Kreissparkasse Ahrweiler, der Volksbank RheinAhrEifel eG, von EDEKA Rudolphi, Krupp Druck Sinzig und weiteren Sponsoren kann dieses Projekt mit hohem Lerneffekt und gleichzeitigem Spaßfaktor realisiert werden. Nun hoffen die Inselbewohner auf zahlreiche Besucher im Inselstaat.
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