Eifelverein Remagen am Mayener Niagara
Sehenswertes Naturschutzgebiet entlang der Nette gemeinsam erwandert
Remagen. Was für Nordamerika der Niagara, das ist für Mayen der Nette-Wasserfall. Hier wie dort gibt es im weiten Umkreis keinen größeren. Und nach tagelangem Starkregen kann die Nette an ihrem Fall auch imponierende Wassermassen zu Tale donnern lassen. Den Remagener Wanderfreunden zeigte sie sich allerdings nach langer Trockenzeit nur in vornehmer Zurückhaltung. Vorsicht war trotzdem angezeigt, denn die Grasnarbe an der Abbruchkante hängt über. Auf der dritten Etappe des Weges von der Quelle zur Mündung der Nette war dieser Wasserfall einer der Höhepunkte und wurde auch gerne für eine ausgiebige Rast genutzt. Begonnen hatte die Wandertour aber in Mayen-Ost. Sie führte den ganzen Wandertag hindurch immer durch das sehenswerte Naturschutzgebiet entlang der Nette mit beeindruckenden, mächtigen Laubbäumen und sattgrünen Auen auf dem Talboden. Nur der Zugang ist in Mayen wie beim Schlaraffenland etwas erschwert, denn zunächst ging der Weg an der unschönen großen Kläranlage entlang. Sie sorgt im weiteren Verlauf der Nette aber für klares Wasser und Fischreichtum im Fluss. Dann ging es unterhalb der ausgedehnten und zum Teil rekonstruierten römischen Verteidigungsanlage am Katzenberg vorbei an gewaltigen, blauschimmernden Abraumhalden der Schiefergewinnung.
Blindschleichen und Ringelnattern am Wegesrand
Über den Baumwipfeln tauchte plötzlich in schwindelnder Höhe ein riesiger, ehemaliger Eisenbahnviadukt auf, ästhetisch schön aus kunstvoll behauenen Steinen erbaut, 115 m lang und 31 m hoch. Früher führte die Eisenbahnlinie Mayen-Koblenz darüber, jetzt nur noch ein Radweg, der sich allerdings großer Beliebtheit erfreut. Eine makellos gezeichnete, glänzende Blindschleiche sonnte sich auf dem Weg. Ältere Tiere haben sonst meist schon einen Teil ihres Schwanzes eingebüßt, den sie auf der Flucht vor Fressfeinden abwerfen können. Blindschleichen können bis 58 cm lang werden. Diese hier maß mindestens 59 cm und schwanger war sie auch, es ließ sich nicht verheimlichen. Blindschleichen sind lebend gebärend und können ein Dutzend Junge bekommen. Schon kurz danach lag eine prächtige Ringelnatter neben dem Weg im Gras, über einen Meter lang. Fast regungslos zeigte sie ihre großen, kreisrunden dunklen Augen und den hellen Halbmondfleck am Kopf als Erkennungsmerkmal. Es war ein Weibchen, denn die Männchen dieser völlig ungiftigen Art werden nicht so groß.
Eine Mammutfanggrube liegt oben auf der Höhe. Für Archäologen war der Fund zahlreicher Knochen dort sicher interessant. Aber diese Gebeine sind längst alle im Museum gelandet, der Umweg lohnte sich also nicht. Nach 21 wunderschönen Kilometern durch dieses Naturschutzgebiet kam der Bus an einsamer Haltestelle im Wald kurz vor Ochtendung mit einer geradezu unglaublichen Pünktlichkeit.
Pressemitteilung
Eifelverein Remagen
