Große Gästeschar traf sich zur Vernissage im Bandorder Caféchen und bewunderte die Details in Miniatur
Stefan Spohner begeisterte mit seinen Papiermodellen
Bagger, Zirkuswagen und Eisenbahnwaggon aus Papier
Bandorf. In den Genuss einer ganz besonderen Ausstellung kamen die Gäste am Freitag bei der Vernissage und am Wochenende. Stefan Spohner bot an drei Tagen den Gästen etwas, was man sonst wohl eher seltener sieht: Modelle von Baggern, Zirkuswagen, Eisenbahnwaggons, Traktoren und die Himalaya-Bahn, allesamt gefertigt aus Papier. Täuschend echt sahen die Modelle aus. Zum Teil alt und rostig, zum Teil farbenfroh, dass kaum zu glauben war, dass die Modelle so leicht sind, wenn man sie einmal vorsichtig in die Hand nahm. Die Maßstäbe sind unterschiedlich, überwiegend in 1:125 oder 1:250.
Liebevolle Details
Beeindruckend aber vor allem die liebevollen Details, die Stefan Spohner bei seinen Modellen in vielen Hunderten Stunden geschaffen hat. Da lag die Miniatur-Zeitung des Busfahrers griffbereit, ebenso wie der Kleiderbügel. Allein ein Rad eines Fahrzeuges bestand aus vierhundert Teilen, da stimmte natürlich auch das Profil. Große Beachtung fand auch der Eisenbahnwaggon, komplett eingerichtet. Selbst im Fernseher war ein Bild zu sehen: der Künstler selbst flimmerte über die Mattscheibe mit seinem Sohn. Köstlich auch die Zirkuswagen des Zirkus Sponelli, wie soll er auch sonst heißen. Die Detailtreue war einfach unglaublich und für Menschen, die nicht unbedingt mit einer großen Feinmotorik gesegnet sind, wahrhaft beeindruckend. So viele winzige und vor allem auch leichte Teile, die zu einem solchen fast federleichten Kunstwerk zusammengebaut worden waren. Auch die Inhaberin des Bandorfer Caféchens, Regina Dreistadt, zeigte sich bei der offiziellen Eröffnung der Ausstellung fasziniert von den Details. Da bekam das Wort Künstler mal eine ganz andere Bedeutung.
Wie alles begann
Und der Künstler Stefan Spohner erzählte dann, wie er vor neun Jahren mit seinem Hobby begann. Warum wisse er nicht. Wahrscheinlich, weil er sich an seine Kindheit erinnert habe, in der sein Vater Papiermodelle gebaut habe. Der Virus habe ihn einfach erwischt. Angefangen habe er mit einfachen Flugmodellen wie Flugzeuge und Hubschrauber, die die Zimmerdecke seines Sohnes geziert hätten. Später habe er sie gemeinsam mit seinem Sohn auf der Terrasse verbrannt. Auch das habe Spaß gemacht. Inzwischen baue er am liebsten die alten rostigen Modelle. Seine Art des Bauens sei nicht so puristisch, da werde auch viel „angeschmiert“. Spohner betonte, dass dieses Hobby gar nicht so selten sei, denn im Internet gebe es viele Modellbaubögen, ebenfalls in speziellen Zeitschriften. Besonders viele Modellzeitungen seien in Polen zu bekommen. Außer seinem Modellbauarbeitsplatz mit Lupe und viel feinen Gerätschaften gibt es für Spohner keine festen Kriterien. Er baue, wenn er Lust dazu habe, mal drei Stunden, mal aber auch nur 20 Minuten beim Fernsehen. An all den winzigen Details und den tollen Modellen, die dabei entstanden sind, konnten sich am Wochenende die vielen, vielen Gäste so richtig freuen.
