Wunderschöne Autos beim Oldtimer-Treffen
Tausende Besucher bewunderten chromblitzende Raritäten
Caracciola-Club brachte 74 Traumkarossen an das Remagener Rheinufer
Remagen. „Das ist ein Opel GT mit Schlafaugen.“ Der Junge schaute schon zum nächsten Traum auf vier Rädern, der Vater aber konnte sich von dem GT mit der Haifischschnauze kaum trennen. „Das war damals ein richtiger Sportwagen. Ich habe geträumt, so einen mal zu besitzen. Hat aber nie geklappt“, sagte der nun etwas melancholische Vater, der mit seinem Familienkombi ans Rheinufer nach Remagen gekommen war. Tausende von Oldtimer-Freunden nutzten die Gelegenheit, beim großen Treffen des Remagener Caracciola-Clubs vorbeizuschauen.
Eine traumhafte Kulisse
Das einladende Rheinufer bot ab Mittag eine traumhafte Kulisse für das Stelldichein der Träume in Lack, Leder und Chrom. Der Club mit dem Vorsitzenden Rolf-Dieter Meißner an der Spitze hatte mit Unterstützung der Stadt die Promenade zu einem riesigen Showroom unter strahlend blauem Himmel umgestaltet, wo Stoßstange an Stoßstange die einmaligen Karossen bewundert wurden. Unterteilt in Youngtimer und Oldtimer, also Fahrzeuge ab 20 und 30 Jahren, waren 74 Teilnehmer nach Remagen gekommen, um Gleichgesinnte zu treffen und „Benzin zu reden“. Alle Restaurants waren bestens besetzt, die Gäste der Stadt flanierten über die Promenade.
„Eine tolle Veranstaltung“, dieses Lob hörte Rolf-Dieter Meißner natürlich gerne. Während Verkehrsamtsleiter Martin Tillmann die Traumautos über Mikro und Anlage vorstellte, wies Meißner mit Dr. Werner Dewes, dem Leiter der Caracciola-Gedenkfahrt, einer losen Vereinigung von Autoliebhabern, den Fahrern die Stellplätze zu. Als Erinnerung an Rudolf Caracciola, den wohl „größten Sohn der Stadt Remagen“, wurde diese zum ersten Mal stationäre Veranstaltung durchgeführt, also keine Rallye oder gemeinsame Sternfahrt.
„Es ist auch eine Generalprobe für 2016. Da wäre Rudolf Caracciola 115 Jahre alt geworden. Das werden wir groß feiern“, erläuterte Meißner. Dass „Caratsch“ in der Rheinstadt nicht vergessen wird, dafür sorgt der Verein mit solchen Treffen. In der Kulturwerkstatt hat er mit dem Förderverein Altes Jugendheim eine feste Ausstellung zu dem Rennfahrer installiert. An der Rheinpromenade, also dort, wo einst Rudolf Caracciola in dem Mercedes seines Großvaters Johann-Otto-August seine ersten Fahrversuche unternahm, die allerdings von dem Gefährt mit Knirschen und Bocksprüngen quittiert wurden, standen nun die automobilen Träume.
Amischlitten von einer Länge, die niemand nachmessen möchte, mit spitzen „Flossen“, die heute bei der Zulassung keine Gnade mehr finden würden, standen da neben einem „Cinquecento“ oder Käfer. So mancher erinnerte sich an seine Anfänge hinterm Lenkrad. „Den hatte ich auch“ war oft zu hören. Neben den Alltagsautos wie Rekord, 12m oder 2002 zogen natürlich auch die Exoten wie Lagonda, Bugatti oder MG die Blicke auf sich. Die „Papa Tom’s Jazz Gmbh“, gesponsert von Da Franco, Brauhaus und Café Friuli, zog mit flottem Spiel von Oldtimer zu Youngtimer, unterhielt die Fans. Der Erlös der Veranstaltung geht an das DRK Remagen. „Eine gelungene Sache“, meinte am späten Nachmittag auch Rolf-Dieter Meißner. Er dankte Mit-Organisator Hans-Julius Berger aus Remagen, dem früheren Sportwagenfahrer, der die Veranstaltung mitorganisiert hatte.
Das passt zusammen. Das Ford Model A von 1928 und der Jazz von Papa Tom mit Band sorgten an der Rheinpromenade für die richtige Mischung.
