Bandorfer feierten das Wenzelfest am neuen Brunnen
Treffpunkt für Bürger und Wanderer
St. Josefs-Verein investierte 340 ehrenamtliche Stunden in das Schmuckstück
Remagen-Bandorf. Er ist wirklich ein Schmuckstück, der Platz am neuen Brunnen in Bandorf. So hatten die Bürger des Ortes am Sonntag einen ganz besonderen Grund, ihr Wenzelfest groß zu feiern. Denn es galt, den fein gestalteten neuen Brunnen einzuweihen und den Mitgliedern des St. Josefs-Vereins sowie den vielen, die sonst aktiv beim Ausbau der Wasserstelle mitgeholfen hatten, einmal Danke zu sagen. Knapp zwei Jahre waren von der Planung bis zur Fertigstellung ins Land gegangen, wie Rudi Ölschläger und Reiner Odenthal, Ehrenvorsitzender und Geschäftsführer des St. Josefs-Vereins, stolz berichteten. Der 100 Mitglieder starke Verein engagiert sich sehr im 800-Einwohner-Ort, da war es keine große Frage, als die Idee in Bandorf reifte, den Brunnen wieder aufzubauen. So einige Problemchen mussten aus dem Weg geräumt werden, doch dann ging es zügig los. Ummauerung und Pergola ließen die Bauherren von Fachfirmen fertigen, ansonsten packten die engagierten Bürger an. Stahlbau Hans Kessel steuerte die kunstvolle Einfassung bei, und so präsentierten die Bandorfer nun einen Brunnen mit gepflegtem Platz und robusten Tischen und Bänken aus Holz. Denn der neue Platz soll die Bürger zusammenbringen im Ort, soll ein Treffpunkt sein für alle. Auch für die Wanderer, die auf dem Rhein-Burgen-Weg genau an dieser Stelle vorbeikommen. Sie sollen sich hier ausruhen können, um nach einer gemütlichen Rast weiter zu marschieren.
Und wie es im Rheinland erfreulich oft passiert, hatten sich viele am Ausbau beteiligt. Der Kreis hatte einen Zuschuss gegeben, die Stadt Material gestellt und eine Informationssäule postiert, die Kreissparkasse in ihre Geldtasche gegriffen, Edeka Rudolphi das Projekt unterstützt. So freuten sich der Erste Kreisbeigeordnete Friedhelm Münch, der Oberwinterer Ortsvorsteher Norbert Matthias und Michael Uhrmacher, KSK-Filialleiter in Birgel, über den Brunnen und den Platz, der so recht in das Naherholungsgebiet passt.
Passend war auch der Termin der offiziellen Vorstellung. Denn das Wenzelfest ist ein beliebter Höhepunkt im Bandorfer Vereinsleben. Wenzelfest deshalb, weil vor gut 50 Jahren, als das Fest aus der Taufe gehoben wurde, die Kinder wenig Spielzeug hatten und ihr größter Spaß es war, sich die Hänge „Herunter zu wenzeln“, also zu rollen.
Auf diese Tradition und die des Brunnens wollten die Mitglieder des St. Josef-Vereins hinweisen. Wo noch vor zwei Jahren Stacheldraht das Gelände begrenzte und bei Regen eine große Pfütze das Passieren unmöglich machte, ist nun der attraktive Platz entstanden. Einschließlich des kleinen Findlings, auf dem das Wappen des St. Josefs-Vereins prangt. Die große Resonanz beim Wenzelfest zeigte wieder, wie eng die Bürger des Dorfes zusammenrücken.
Einen Namen hat er auch schon: Brunnen am Sümpborn. Das ist Sumpfbrunnen im Althochdeutschen. Bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts hatten die Bandorfer und Birgeler mit dem „Tragejoch“ mühsam aus dem Brunnen das Wasser nach Hause geschleppt, wenn längere Trockenzeiten die anderen Wasserstellen hatten trocknen lassen. Nachdem alle Häuser mit fließendem Wasser versorgt waren, war der Brunnen in Vergessenheit geraten. Der St. Josefs-Verein will den neuen Platz nicht nur als einen Treffpunkt für alle verstanden wissen, er will auch an die Tradition der früheren Wasserbeschaffung erinnern. Mit einigen Worten würdigte Pfarrer Ralf Schmitz, der direkt neben dem Brunnen sein Elternhaus hat und extra aus Trier angereist war, das Engagement des St. Josef-Vereins. Er sprach den göttlichen Segen über den Begegnungsplatz und erinnerte in einer humorvollen Rede an seine Kindheit. Das Wenzelfest als gemütliches Zusammensein der Bandorfer habe ja die Zeit überlebt. Der Pfarrer stimmte schließlich mit den vielen Besuchern das „Großer Gott wir loben Dich“ an, begleitet vom Mundharmonikaclub.
