Weihbischof Jörg Michael Peters bei der Apollinaris-Wallfahrt in Remagen
„Unseren Mitmenschen ein Segen sein“
Pontifikalamt zum Gedenken an den Heiligen Apollinaris von Ravenna
Remagen. Bei der Apollinaris-Wallfahrt in Remagen ist es eine gute Tradition, auch in einem Pontifikalamt des Märtyrers Apollinaris von Ravenna zu gedenken. Der Heilige lebte im ersten Jahrhundert nach Christus, wurde von Petrus selbst als Bischof von Ravenna eingesetzt und starb im Jahr 75 n. Chr. den Märtyrertod. So war beim sonntäglichen Pontifikalamt mit Weihbischof Jörg Michael Peters der Andrang der Gläubigen derart groß, dass der Gottesdienst auch noch auf den Vorplatz der Apollinariskirche übertragen werden musste, wo mehr als 150 Pilger auf bereitgestellten Stühlen die heilige Messe verfolgten. Als Konzelebranten wirkte Pater Bartholomé van Oudheusden, Gründer und Leiter der „Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe“, die sich seit 2008 um die alljährliche Wallfahrt kümmert, ebenso mit wie seine Mitbrüder Pater Cornelis und Pater Ignaz. Der Apollinaris-Chor trug mit seinen inbrünstig vorgetragenen Liedern einmal mehr dazu bei, dass dieses Pontifikalamt für viele Pilger unvergesslich bleiben wird.
Das Leben ist mehr als eine Seifenblase
In seiner Predigt ging der Weihbischof auf das diesjährige Leitwort „Ein Segen sollst du sein!“ (Genesis 12,2) ein . Er sah dabei eine Seifenblase als Sinnbild der materiellen Welt: „Sie ist einerseits bunt, farbenfroh und anziehend - auf der anderen Seite aber auch zerbrechlich und vergänglich, inhalts- und gefühlslos.“ Sie gleiche in ihrer Schönheit und Flüchtigkeit dem menschlichen Leben, doch in ihr sei kein Halt zu finden und keine Kraft, die die Welt zum Besseren verändern könne. „Ein Ort wie die Apollinariskirche zeigt uns, dass das Leben mehr ist als eine Seifenblase“, rief Peters. Hier auf dem Apollinarisberg erliege man nicht den Täuschungen einer materiellen Welt und belasse es nicht dabei, eine bessere Welt zu erträumen. Vielmehr folge man der Tradition des Heiligen Apollinaris, der sein Leben für Jesus hingab und seinen Glauben bis zum Märtyrertod in die Welt trug. Die Begegnungen der Gläubigen während der Wallfahrt könnten dazu beitragen, die Welt zum Besseren hin zu verändern.
Und dazu gebe es heutzutage jede Menge Gelegenheit, so der Weihbischof, insbesondere angesichts von 400.000 Flüchtlingen und Asylsuchenden, die dieses Jahr in Deutschland erwartet werden. Denen solle man über eine „Kultur des Willkommens“ hinaus auch menschliche Zuwendung und Anteilnahme schenken. Deshalb seien die Teilnehmer der Wallfahrt zu Werken der Barmherzigkeit aufgerufen. Sie sollen Träger einer guten Sache sein und viel Gutes in die Welt hineintragen, wenn sie sich ein Beispiel an Jesus nehmen und denen, die bedürftig sind, ihr Herz schenken - so wie Jesus sein Herz allen Menschen geschenkt habe.
Reden, denken und handeln wie Jesus
„Du sollst ein Segen sein!“ sei daher auch als Definition dessen zu verstehen, was es heißt, christlich zu leben. Es verlange nach einem Leben mit dem Herzen Christi. Man müsse so reden, denken und handeln, wie er es getan habe. Im täglichen Leben sei das sicherlich eine Herausforderung, aber auch eine wunderbare Erfahrung. „Wenn wir den Bedürftigen unser Herz geben und unser Mitgefühl schenken, können wir dazu beitragen, die Welt von heute zu ändern und unseren Mitmenschen ein Segen zu werden“, schloss Weihbischof Jörg Michael Peters seine Predigt.
