Allgemeine Berichte | 04.05.2015

Eifelverein Remagen

Unterwegs im Reich des Elblings

Galgenhumor: Der Zug fiel aus.privat

Remagen. Von Palzem nach Nittel führt die zweite Etappe des Moselsteigs. Wer das Glück hat, diese abwechslungsreiche Wanderung bei herrlichem Frühlingswetter genießen zu können, vergisst diese prächtigen Natur- und Landschaftsbilder so schnell nicht: Blütenteppiche - so weit das Auge reicht - aus Anemonen, Schlüsselblumen, Veilchen, dazu atemberaubende Aussichtspunkte über die rebenreichen Berge beiderseits der sich tief im Tal windenden Mosel. Am Ende eines kleinen Seitentals voll blühender Wiesen taucht schon bald ein imposantes Bauwerk auf.

Es ist der 1848/49 errichtete „Helfanter Dom“, eine scherzhaft im Volksmund so genannte große Kirche in einem kleinen Ort. Die Dorfbewohner wurmte es, dass ihre Kirche keinen Turm besaß. Als der Bischof in Trier dafür keine Mittel bewilligen wollte, bauten sie 1912 aus eigener Kraft und mit eigenen Mitteln gleich zwei Türme an die Kirche, jeder gut 30 Meter hoch. Vom gegenüberliegenden Ufer grüßt Luxemburg. Dort weht auf dem höchsten Punkt oberhalb von Wormeldingen in den Weinbergen neben einer Kapelle eine riesengroße Luxemburger Flagge in den Farben rot, weiß und hellblau. Unten auf der Mosel zeigen die Luxemburger Schiffe aber eine ganz andere Flagge. Denn nach der Kanalisierung der Mosel war die Verwechslungsgefahr mit der niederländischen Flagge zu groß geworden. Seitdem weht an Luxemburger Schiffen eine Flagge mit zehn hellblauen und weißen Streifen und einem großen roten Löwen.

Eine ausgedehnte Plantage alter Weiden mit ihren golden leuchtenden Ruten steht direkt am Moselsteig. Sie ist wohl die letzte im weiten Umkreis und erinnert an die Zeit, als es noch keine Plastikbehältnisse gab und die Korbflechterei zu Weinbaugemeinden dazugehörte. Dann folgen, je näher die Wanderer Nittel kommen, auffallend gepflegte Weinberge mit großem Zeilenabstand. Hier wird die so selten gewordene Rebsorte Elbling kultiviert. Sie gilt als die älteste Rebsorte Europas. Schon die Römer sollen vor 2000 Jahren den Elbling an der Mosel angebaut haben.

Nur hier an der Obermosel wird diese Rarität heute noch in größerem Umfang gepflegt. In Nittel ist sie geradezu ein Markenzeichen des Ortes. Der Elbling liefert einen trockenen, unverfälschten Weißwein, säurebetont, spritzig und fruchtig. Diese Weinspezialität von Nittel hat viele treue Anhänger. Die Nachfrage ist groß, die Weinlokale sind gut besucht. Ein gewisser Wohlstand ist dem Ort anzusehen.

Ganz ohne Wermutstropfen aber ging dieser schöne Wandertag dann doch nicht zu Ende. Statt des Zuges erschien auf dem Bahnsteig der Hinweis: „Zug fällt heute aus“. Solchen Kummer gibt es heutzutage immer öfter. Alle kamen nach Hause, aber erst viel später als geplant.

Galgenhumor: Der Zug fiel aus.Foto: privat

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