Eifelverein Remagen
Vom Bergwerk ins Schneegestöber
Remagen. Kaum 300 Meter vom Bahnhof Kreuzberg entfernt beginnt bereits der malerische Sahrbachweg, der durch dieses schöne, ruhige Seitental der Ahr führt.
Bis Kirchsahr talaufwärts und dann über die Höhen von Krälingen zurück, diesen anspruchsvollen, 19 km langen Rundweg hatten sich die Remagener Eifelfreunde vorgenommen. Die Sonne ließ sich anfangs aufmunternd blicken, aber dem Frieden war nicht zu trauen. Finstere Wolken am Horizont und der Wetterbericht sprachen dagegen.
Das kleine Tal birgt eine reichhaltige Geschichte. Steinzeit und Römer haben ihre Spuren hinterlassen, noch mehr wurde das Tal jahrhundertelang vom Bergbau geprägt. Zink, Kupfer, Blei, Silber, Schwefel und Eisenerz wurden gewonnen und für die Holzkohlegewinnung zur Verhüttung der Erze allerorten Köhlereien betrieben. Auf Infotafeln erfuhren die Wanderer vom erstaunlichen Umfang dieses Bergbaus. Die Schachttiefe reichte bis zu 240 Meter, abgebaut wurde auf verschieden tiefen Sohlen und erst 1940 wurde die Förderung endgültig eingestellt. Ein Stolleneingang direkt neben dem Wanderweg bei Binzenbach ist aber begehbar wiederhergestellt und konnte als Schutzhütte für die Mittagspause genutzt werden.
Furchteinflößende, große Schwarzbären und anderes wildes Getier lauerten auf einer uneingezäunten Wiese, stellten dann aber doch keine Gefahr dar. Denn es waren nur Attrappen aus Plastik für Bogenschützen. Kurz danach begann der Aufstieg auf dem Gottfried-Kinkel-Weg. Wohl dem, der seine Wanderstöcke dabeihatte! Denn die Wege wurden immer matschiger, die Regentropfen gingen in Schneeflocken über, von der viel gepriesenen schönen Aussicht oben auf der Höhe war rein gar nichts zu sehen. Doch tat dies der fröhlichen Stimmung keinen Abbruch. Denn vor den Wanderern breitete sich schon bald eine blütenweiße, frische Schneedecke aus, Äste und Zweige der Bäume wurden mehr und mehr wie mit einer dicken Schicht Puderzucker überzogen, es war ein zauberhafter und in diesem Winter noch ganz ungewohnter Anblick. Nur vorübergehend auf freiem Feld wurde es etwas ungemütlich, als der Wind gar zu sehr auffrischte und Schneegraupel mit sich brachte. Erstaunlich, was 400 Meter Höhenunterschied ausmachen können. Nach steilem Abstieg hinab ins Ahrtal war dort unten von Schnee nichts zu sehen und im Rheintal hat es an diesem Tag überhaupt nicht geschneit.
Eine volle Stunde Warten auf zugigem Bahnsteig in Kreuzberg bis zur Rückfahrt? Im Landgasthof Weihs dem Bahnhof gegenüber hatte man ein liebenswürdiges Erbarmen und bewirtete die durchfrorenen Gäste mit Kaffee und vorzüglichem Kuchen, obwohl eigentlich an diesem Nachmittag geschlossen war wegen umfangreicher Vorbereitungen für die abendliche Kirmesfeier.
