Allgemeine Berichte | 15.05.2015

Projekt „Grenzen des Römischen Reiches“

Wird Remagen Weltkulturerbe?

Kultur-Staatssekretär Walter Schumacher informiert Bürgermeister Herbert Georgi

Bei der Besichtigung der Remagener Hypocausten: Kurt Kleemann (v.l.), Herbert Georgi, Walter Schumacher und Martin Tillmann.AB

Remagen. Es könnte ein touristischer Meilenstein für die Römerstadt werden: Nach dem 550 Kilometer langen obergermanisch-rätischen Limes zwischen Regensburg und Rheinbrohl soll nun auch der niedergermanische Limes Weltkulturerbe werden. Dieser 380 Kilometer lange Abschnitt verläuft entlang des Rheins, beginnend im nördlichen Rheinland-Pfalz mit dem Kastellstandort Remagen und endet an der Nordsee. Kulturstaatssekretär Walter Schumacher, gleichzeitig Regierungsbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz für das UNESCO-Welterbe, weilte nun in Remagen, um mit Bürgermeister Herbert Georgi das weitere Prozedere abzusprechen. Dabei besichtigte der Mann aus Mainz mit Stadtarchivar Kurt Kleemann, Tourismusleiter Martin Tillmann und Bürgermeister Georgi auch die Remagener Hypocausten im Keller des „Alten Jugendheims“.

Alle Vorarbeiten für das anspruchsvolle Projekt seien geleistet, „wir sind auf einem guten Weg“, betonte der Staatssekretär. Die Einzelheiten seien vom Landesamt für Archäologie mit der in Remagen bekannten Buchautorin Dr. Sibylle Friedrich, die sich in ihrer Promotionsarbeit mit den römischen Funden in der alten Römerstadt befasst hat, aufbereitet und den Antragsunterlagen beigefügt. Federführend für den Antrag sind die Niederlande mit Unterstützung der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Ein Projekt von landesweiter Bedeutung

Der Kulturstaatssekretär sieht den Welterbeantrag „Niedergermanischer Limes“ als archäologisches Vorhaben von landesweiter Bedeutung mit positiven Auswirkungen auf den Kulturtourismus und das Renommee des Landes Rheinland-Pfalz als Kultur- und Denkmalregion an. Hinsichtlich des einzigen antragsrelevanten Standortes in Rheinland-Pfalz, Remagen, sei die erforderliche wissenschaftliche Grundlagenarbeit bereits geleistet und auf dem neuesten Stand. Zur besonderen Bedeutung von Remagen heißt es in der Ministerialvorlage: „Die Grenze der Provinz ‚Germania Inferior‘ mit der Hauptstadt Köln verlief von der Provinzgrenze zu Obergermanien bei Rheinbrohl am Vinxtbach bis zur Nordseeküste bei Katwijk auf ca. 380 Kilometern entlang des römerzeitlichen Rheinverlaufes … Rheinland-Pfalz verfügt dabei mit ca. 30 Kilometern über den vergleichsweise kürzesten Grenzabschnitt mit bedeutenden archäologischen Denkmälern und Fundstellen insbesondere in Remagen“.

Das UNESCO-Welterbekomitee befürwortet ausdrücklich die Erweiterung der Welterbestätte „Grenzen des Römischen Reiches“ um weitere Grenzabschnitte. Es ist also zu erwarten, dass der Antrag vom Welterbekomitee angenommen wird. Remagen würde dann Weltkulturerbe und könnte dieses mit der verliehenen Plakette vom obergermanisch-rätischen Limes in die Welt hinaus tragen.

Anlaufort für Kunst, Kultur und Tourismus

Nun sei erst einmal Warten angesagt, hieß es von Schumacher und Georgi: „Die Mühlen bei der UNESCO mahlen langsam.“ Die Prognosen für den Zeitpunkt der Nominierung bewegen sich zwischen 2016 und 2019. Eine Wartezeit, die Remagens Bürgermeister Herbert Georgi gerne in Kauf nimmt: „Wir haben Remagen als Anlaufort für Kunst, Kultur und Tourismus in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Dass die Stadt nun aber zusätzlich in ihrem ureigenen Profil als römische Siedlung eine derartige Aufwertung erfährt, ist nicht mit Gold aufzuwiegen“, so der Stadtchef, der darauf verweist, dass es in Rheinland-Pfalz bisher nur vier Welterbestätten gibt. „Die nächsten Jahre werden also voraussichtlich dem Tourismus in Remagen, zusätzlichen Schwung bringen und möglicherweise werden ja auch die anstehenden Hotelpläne an der Brücke von Remagen von der neuen Entwicklung erheblich profitieren,“ freute sich der Bürgermeister auch über dieses geplante Projekt. AB

Für die Römerzeit interessieren sich in Remagen schon die Kinder aus dem Oberwinterer Kindergarten Arche Noah und bald noch mehr Touristen.

Für die Römerzeit interessieren sich in Remagen schon die Kinder aus dem Oberwinterer Kindergarten Arche Noah und bald noch mehr Touristen.

Bei der Besichtigung der Remagener Hypocausten: Kurt Kleemann (v.l.), Herbert Georgi, Walter Schumacher und Martin Tillmann.Fotos: AB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Daniela Jacobs: Auch Fußgänger ????? sollten beachtet werden!Wenn jeder nur ein bisschen, wäre vieles einfacher!
  • K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"

Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang

  • Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
  • Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
  • Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Holz Loth-Entsorgung
Kleinanzeigen
Oster-Anzeige
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Maschinenbediener, Staplerfahrer
First Friday Anzeige März
SB Standesamt
Osteraktion
Stellenanzeige Kita
Empfohlene Artikel
Die Erwachsenengruppe ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.  Foto: privat
24

Remagen. Die Magic Dancers Remagen sind ein traditionsreicher Verein mit Herz, Leidenschaft und einer besonderen Geschichte. Gegründet im Jahr 1993, gingen sie ursprünglich aus einer Aerobic-Gruppe hervor. Über die Jahre entwickelten sie sich stetig weiter und sind seit 2025 als eigenständiger Verein organisiert. Heute stehen die Magic Dancers für Gemeinschaft, Kreativität und tänzerische Vielfalt – und das generationenübergreifend.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: pixabay.com
52

Remagen. Im Zeitraum vom 13.04.2026 bis zum 19.04.2026 sind in Remagen Geschwindigkeitskontrollen an mehreren Stellen vorgesehen. Im Stadtgebiet von Remagen selbst wird unter anderem am Güterbahnhof, in der Marktstraße, der Bergstraße sowie in der Alten Straße kontrolliert. Auch in den Ortsteilen sind entsprechende Maßnahmen geplant: In Kripp betreffen die Kontrollen die Mittelstraße, den Baumschulenweg...

Weiterlesen

Trophäe Deutscher Tierschutzpreis.
31

Region. Menschen, Vereine oder Projekte, die sich für den Tierschutz stark machen, können sich zwischen dem 1. April und 17. Mai 2026 für die Auszeichnung mit dem Deutschen Tierschutzpreis bewerben oder von anderen vorgeschlagen werden. Der Deutsche Tierschutzbund verleiht den Preis - unterstützt von den Tiernahrungsmarken Whiskas und Pedigree - am 19. November bei einer feierlichen Gala im Berliner Humboldt Carré.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
388

Aufgrund von Wartungsarbeiten muss´die Stromversorgung zeitweise eingestellt werden

Kein Strom in Sinzig-Westum und Löhndorf

Sinzig. Am Dienstag, 14. April, führt die Rhein-Ahr-AöR Arbeiten an der Wasserversorgung in Sinzig-Westum durch. Zur Sicherheit der Arbeiter muss dazu ein Mittelspannungskabel der Energienetze Mittelrhein (enm) zeitweise abgeschaltet werden.

Weiterlesen

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
15

Allgemeine Berichte

EIN-Spruch: Fest(e) der Befreiung

Vom 01.-09. April wird die jüdische Pessach Woche begangen, die nahezu zeitgleich zusammenfällt mit der von den Christen begangene Kar- und Osterwoche. Durch Jesus bedingt hängen beide Festtraditionen, auch inhaltlich, miteinander zusammen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
425

Leserbrief zu „HeimatCheck: Bad Neuenahr: Zu viele unangeleinte Hunde im Stadtgebiet?“

Leserbrief: „Das ist keine Tierliebe, das ist Egoismus!“

Ich bin fast 75 Jahre alt. Seit meinem 17. Lebensjahr habe ich Hunde. Zwei dieser Hunde wurden von unangeleinten Hunden angefallen, und so schwer verletzt, dass sie nur durch hohe tierärztliche Kunst gerettet werden konnten. Beide hatten ihr Leben lang mit den Folgen zu kämpfen.

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Anzeige "Rund ums Haus"
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Doppelseite PR/Anzeigen
Osterangebot
fit für`s Alter?
Container Anzeige
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Titelanzeige
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige