Projekt „Grenzen des Römischen Reiches“
Wird Remagen Weltkulturerbe?
Kultur-Staatssekretär Walter Schumacher informiert Bürgermeister Herbert Georgi
Remagen. Es könnte ein touristischer Meilenstein für die Römerstadt werden: Nach dem 550 Kilometer langen obergermanisch-rätischen Limes zwischen Regensburg und Rheinbrohl soll nun auch der niedergermanische Limes Weltkulturerbe werden. Dieser 380 Kilometer lange Abschnitt verläuft entlang des Rheins, beginnend im nördlichen Rheinland-Pfalz mit dem Kastellstandort Remagen und endet an der Nordsee. Kulturstaatssekretär Walter Schumacher, gleichzeitig Regierungsbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz für das UNESCO-Welterbe, weilte nun in Remagen, um mit Bürgermeister Herbert Georgi das weitere Prozedere abzusprechen. Dabei besichtigte der Mann aus Mainz mit Stadtarchivar Kurt Kleemann, Tourismusleiter Martin Tillmann und Bürgermeister Georgi auch die Remagener Hypocausten im Keller des „Alten Jugendheims“.
Alle Vorarbeiten für das anspruchsvolle Projekt seien geleistet, „wir sind auf einem guten Weg“, betonte der Staatssekretär. Die Einzelheiten seien vom Landesamt für Archäologie mit der in Remagen bekannten Buchautorin Dr. Sibylle Friedrich, die sich in ihrer Promotionsarbeit mit den römischen Funden in der alten Römerstadt befasst hat, aufbereitet und den Antragsunterlagen beigefügt. Federführend für den Antrag sind die Niederlande mit Unterstützung der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
Ein Projekt von landesweiter Bedeutung
Der Kulturstaatssekretär sieht den Welterbeantrag „Niedergermanischer Limes“ als archäologisches Vorhaben von landesweiter Bedeutung mit positiven Auswirkungen auf den Kulturtourismus und das Renommee des Landes Rheinland-Pfalz als Kultur- und Denkmalregion an. Hinsichtlich des einzigen antragsrelevanten Standortes in Rheinland-Pfalz, Remagen, sei die erforderliche wissenschaftliche Grundlagenarbeit bereits geleistet und auf dem neuesten Stand. Zur besonderen Bedeutung von Remagen heißt es in der Ministerialvorlage: „Die Grenze der Provinz ‚Germania Inferior‘ mit der Hauptstadt Köln verlief von der Provinzgrenze zu Obergermanien bei Rheinbrohl am Vinxtbach bis zur Nordseeküste bei Katwijk auf ca. 380 Kilometern entlang des römerzeitlichen Rheinverlaufes … Rheinland-Pfalz verfügt dabei mit ca. 30 Kilometern über den vergleichsweise kürzesten Grenzabschnitt mit bedeutenden archäologischen Denkmälern und Fundstellen insbesondere in Remagen“.
Das UNESCO-Welterbekomitee befürwortet ausdrücklich die Erweiterung der Welterbestätte „Grenzen des Römischen Reiches“ um weitere Grenzabschnitte. Es ist also zu erwarten, dass der Antrag vom Welterbekomitee angenommen wird. Remagen würde dann Weltkulturerbe und könnte dieses mit der verliehenen Plakette vom obergermanisch-rätischen Limes in die Welt hinaus tragen.
Anlaufort für Kunst, Kultur und Tourismus
Nun sei erst einmal Warten angesagt, hieß es von Schumacher und Georgi: „Die Mühlen bei der UNESCO mahlen langsam.“ Die Prognosen für den Zeitpunkt der Nominierung bewegen sich zwischen 2016 und 2019. Eine Wartezeit, die Remagens Bürgermeister Herbert Georgi gerne in Kauf nimmt: „Wir haben Remagen als Anlaufort für Kunst, Kultur und Tourismus in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Dass die Stadt nun aber zusätzlich in ihrem ureigenen Profil als römische Siedlung eine derartige Aufwertung erfährt, ist nicht mit Gold aufzuwiegen“, so der Stadtchef, der darauf verweist, dass es in Rheinland-Pfalz bisher nur vier Welterbestätten gibt. „Die nächsten Jahre werden also voraussichtlich dem Tourismus in Remagen, zusätzlichen Schwung bringen und möglicherweise werden ja auch die anstehenden Hotelpläne an der Brücke von Remagen von der neuen Entwicklung erheblich profitieren,“ freute sich der Bürgermeister auch über dieses geplante Projekt. AB
Für die Römerzeit interessieren sich in Remagen schon die Kinder aus dem Oberwinterer Kindergarten Arche Noah und bald noch mehr Touristen.
