Allgemeine Berichte | 23.03.2014

Wanderung des Eifelvereins Remagen

Wo die Bomben einschlugen

Vor der Wand mit stecken gebliebenen Bomben.  Privat

Boos. Diese Bomben explodierten nicht und sie hätten auch nicht explodieren können. Trotzdem aber entfalteten sie eine fürchterliche Wucht, wie man noch heute erkennen kann, obwohl das Ereignis schon über 8000 Jahre zurückliegt. Erst spuckte damals bei der Ortschaft Boos einer der jüngsten Eifelvulkane tagelang lockeres Material, kleine Schlacken und Aschen, die sich in unterschiedlich gefärbten Schichten mehrere Meter hoch übereinander legten. Dann aber änderte der Vulkan plötzlich seinen Charakter, wurde bösartig und schleuderte unter Höllenlärm mit ungeheurer Energie glühende, große Gesteinsbrocken - Geologen nennen sie Bomben - hoch in die Luft. Im großen Bogen stürzten dann diese zurück zur Erde und schlugen metertief in das zuvor aufgeschichtete Lockermaterial, wo sie steckenblieben. Der Schneeberg, wo sich dieses spektakuläre vulkanologische Ereignis abspielte, liegt nur wenige km südöstlich des Nürburgringes. Ein Bergbaubetrieb hat vor rund 100 Jahren einen Teil der Bergflanke abgetragen, sodass sich in einer Steilwand Lockerschichten und darin stecken gebliebene Bomben heute wunderschön betrachten lassen. Auf dem Gipfel des Berges steht ein hölzerner, 25 m hoher Aussichtstrum, der einen Blick weit ins Land und über die Grenzen der Eifel hinaus ermöglicht. Scherzhaft wird er auch „Eifelturm“ genannt im Gegensatz zum „Eiffelturm“ in Paris. Von den beiden Maaren, die diesem Traumpfad den Namen gaben, ist das eine nur noch ein Sumpf, das andere birgt einige Fischteiche und beide sind ein Eldorado für Wasservögel, Kröten und Lurche aller Art. Der Rundweg geht aber weit über dieses Naturschutzgebiet hinaus. Bei Kirsbach führt er am Arbeitsplatz eines Köhlers vorbei, des wohl letzten in der Eifel, der dieses Gewerbe noch betreibt. Einen guten Kilometer weiter westlich davon steht mitten im Wald plötzlich eine rätselhafte Burganlage. Stünde die Kasselsburg, wie sie heißt, noch wie in früheren Jahrhunderten auf freiem Feld, wäre sie heute sicher ein fotogenes und berühmtes Beispiel schlichter Burganlagen im frühen Mittelalter. Man nennt diesen Burgentyp „Motte“. Ein hoher, künstlich aufgeschütteter Burghügel, 40 x 40 m im Quadrat, wird umgeben von tiefen Wassergräben. Über allem liegt ein Schleier des Geheimnisses, denn über die Entstehungsgeschichte dieser Burganlage ist rein gar nichts bekannt. Zurück führt der Weg südlich am Booser Weiher vorbei. Scheue Wildkatzen sollen dort leben, wie eine Schautafel verrät. Sie waren auch wirklich scheu. Keine ließ sich blicken. So klein der Ort Boos auch ist, eine empfehlenswerte Einkehrmöglichkeit gibt es dort doch.

Vor der Wand mit stecken gebliebenen Bomben. Foto: Privat

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