Feierlichkeiten in der Region zu Allerheiligen
Wohnungen im Haus des Vaters
Region. Das seit etwa 1500 Jahren gefeierte Hochfest Allerheiligen hat einen deutlichen Kontrast. Am Morgen feiert die Kirche alle ihre bekannten und unbekannten Heiligen, wie ein großes Erntefest. Nachmittags gedenken die Christen der Verstorbenen. Der Allerheiligentag wurde in allen fünf Remagener Pfarrgemeinden mit festlichen Gottesdiensten und Gräbersegnungen begangen. In St. Peter und Paul feierte Pfarrer Klupsch in Konzelebration mit Roland Techou aus Benin, der sein Promotionsstudium in Trier absolviert, das Festhochamt. Die Choralschola sang zum Einzug und nach der Kommunion gregorianische Gesänge und die Motette: „Justorum animae“. In der Predigt nahm Pastor Klupsch zunächst die „Scheinheiligen“ in den Blick. Sie hielten eine Scheinwelt aufrecht in Politik, Kirche und Gesellschaft. Viel zu oft gehöre es dazu, scheinheilig zu sein, wenn man Karriere machen möchte. Heilige dagegen lebten in der Realität, seien echt.
Traditionelle Gräbersegnung
Vom Wortsinn her bedeute es heilig zu sein, von Gott in seinen Wirklichkeitsbereich gezogen zu werden, von ihm gesandt zu werden. Zu den Menschen, um ihnen Gott durch Wort und Tat zu verkünden. In diesem Sinne seien alle heilig. Heilige hätten keine Angst vor dem Tod, wie etwa die Menschen, die Gott nicht kennen. Die Lichter auf den Gräbern seien Zeichen für das Ewige Licht. Für das Licht Gottes, das das Leben hell mache und auch das Ende. Die traditionelle Gräbersegnung am Nachmittag griff diese Gedanken auf. Beim Wortgottesdienst in St. Martin sprach Pfarrer Klupsch auch über den Tod seiner vor fünf Monaten verstorbenen Mutter. Was ihm geholfen habe seien Bilder gewesen, die Jesus für den Übergang in das Leben bei Gott vermittelt habe: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen, und ich gehe jetzt hin, um dort einen Platz für euch bereit zu machen..“ In seiner Wohnung sei jeder zu Hause, dort dürfe jeder sein wie er ist. Das gelte auch für die himmlischen Wohnungen in Gottes Nähe. Nach dem Gottesdienst, der von Dr. Michael Schmitz und Leonie Bittmann musikalisch gestaltet wurde, gingen die Priester über den Friedhof und besprengten die Gräber mit geweihtem Wasser, einem uralten Segenszeichen, das auf die Taufe und das Leben verweist.
