1.500 Euro Spende für Projekt „Schattentöchter“
Benefizaktion „Frauen in Not“ unterstützt Opfer von Zwangsprostitution im Kreis Neuwied
aus Neuwied
Kreis Neuwied. Die Welt scheint immer mehr aus den Fugen zu geraten. In der gefühlten Wahrnehmung dominieren Hass und Gewalt, Verbrechen und Leid die Wirklichkeit. Die Opfer fristen ein Schattendasein bis jemand kommt, der Licht ins Dunkel bringt. So wie das Projekt „Schattentöchter“ Neuwied, das sich dem Kampf gegen Zwangsprostitution verschrieben hat. Über ihre Benefiz-Aktion „Frauen in Not“ haben die historische 1. Bundeskönigin Andrea Reiprich und deren Prinzgemahl Thomas Herschbach den Verein jetzt mit einer Spendensumme in Höhe von 1.500 Euro unterstützt.
„Wer Tabuthemen nicht versucht zu brechen, trägt dazu bei, dass Leiden weiterhin nicht wahrgenommen wird. Mit unserer Benefiz-Aktion `Frauen in Not´ wollen wir darauf hinwirken, dass Bedürftige im Kreis Neuwied durch unsere Projektspenden an entsprechende Hilfseinrichtungen Unterstützung erfahren“, verbindet Andrea Reiprich ihren Wunsch auf einen Motivationsschub für die Helfer mit der Hoffnung auf Sogwirkung ihrer Initiative auf Nachahmer.
Die Schattentöchter engagieren sich gegen Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und Zwangsprostitution. „Diese Form der Gewalt gibt es nicht nur in weit entfernten Ländern, sondern auch vor unserer Haustür – nicht umsonst wird Deutschland als das `Bordell Europas´ bezeichnet. Laut Experten ist mindestens jede zweite Frau in der Prostitution Zwangsprostituierte“, teilt die Projektverantwortliche Betty Kneisler ihren beiden Gästen beim Ortstermin mit. Der Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Frauen wird damit verbunden, Frauen in die Freiheit und in ein neues Leben zu helfen und zugleich davor zu schützen, überhaupt in die Prostitution zu gelangen.
Zur Prävention zählt beispielweise die Aufklärung über die sogenannte „Loverboy-Methode“. Dabei handelt es sich um eine besonders perfide Form der Zuhälterei. Die sogenannten „Loverboys“ spielen jungen Mädchen eine Liebesbeziehung vor, tatsächlich steckt hinter der vermeintlichen Romantik die knallharte Absicht, die Verführten in die Prostitution zu bringen. „Um auf diese Gefahr hinzuweisen, wurde der Workshop `Liebe ohne Zwang´ vom Blickfeld Menschenhandel e.V. entwickelt, um Mädchen und Jungen ab ca. 13 Jahren für die Thematik zu sensibilisieren. Dieser Workshop wird von unserem geschulten Team z.B. in Schulen, Heimen, Jugendgruppen und weiteren Formaten durchgeführt“, erläutert Betty Kneisler.
Das alles kostet Kraft und bringt Aufwand mit sich - auch in finanzieller Hinsicht: „Wer so wie ich geerdet ist und ein stabiles und glückliches Leben führen darf, hat allen Grund, demütig zu sein und die entsprechende Dankbarkeit drückt sich auch in Hilfe für diejenigen auf der dunkleren Seite des Daseins aus“, unterstreicht Andrea Reiprich. Gesagt, getan: Durch das Benefizprojekt „Frauen in Not“ haben die Neuwieder Schattentöchter jetzt 1.500 Euro mehr für ihren Kampf gegen Menschenhandel.
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Die „Schattentöchter“-Projektverantwortliche Betty Kneisler (Mitte) freut sich über die Spende der Benefizaktion „Frauen in Not“ von Andrea Reiprich und Thomas Herschbach. Foto: Vincent Hucker Foto: Vincent Hucker