Volkstrauertag in Dernbach
Die Erinnerung wach halten
Dernbach. In dem Ort Dernbach rief Ortsbürgermeister Rudi Becker die Zahl der Toten im Zweiten Weltkrieg ganz deutlich ins Gedächtnis zurück. Es gab nämlich im Durchschnitt alle drei Sekunden ein Opfer während des Krieges. „Dieses Leid darf sich nicht wiederholen. Wir müssen alles daran setzen, dass ein derartiges Unrecht nicht noch einmal geschehen kann.“ Das Gedenken an die zahlreichen Todesopfer ist ein wesentlicher Bestandteil der Erinnerungskultur. Diese Erinnerung gilt es aufrecht zu erhalten, gerade weil persönliche Betroffenheit und Erfahrung mit dem zeitlichen Abstand immer mehr schwinden und es kaum noch Zeitzeugen gibt. „Die Erinnerung hält uns zum Innehalten, Überdenken und Reflektieren an und damit öffnet sie uns auch den Blick für die Gegenwart und Zukunft - jedenfalls, wenn man die richtigen Schlüsse daraus zieht. Denn sonst verhält es sich wie bei einem Feuer, das sich zu einem Flächenbrand ausweitet und alles zerstört, wenn wir nicht aufpassen und es in seinen Anfängen bekämpfen“, sagte Rudi Becker. Becker erinnerte auch daran, dass die Menschen in Deutschland und Europa schon seit 70 Jahren in Frieden leben dürfen. „Wir können stolz darauf sein, in Europa zu leben und Teil dieser Friedensunion zu sein. Wir dürfen die EU nicht auf stabile Währung und kommerzielle Interessen reduzieren“, sagte Ortschef Becker. Er rief dazu auf, sich der Verantwortung zu stellen und bei sichtbaren Fehlentwicklungen nicht gleichgültig zu bleiben. Wörtlich sagte er: „Das darf sich aber nicht nur auf den heutigen Tag beschränken, wenn wir an unseren Kriegsgräbern stehen. Diese immerwährende Verpflichtung muss auch in unserem Alltag präsent sein und uns dazu anhalten, eine Gesellschaft aufzubauen, die von Toleranz, gegenseitiger Achtung und Humanität geprägt ist.“
Rudi Becker ging auch auf die Anschläge von Paris ein. Er sprach davon, dass es auch hier Menschen gibt, die andere als „Viehzeug, Gelumpe und Dreckspack“ bezeichnen und fügte hinzu: „So haben auch die Attentäter von Paris gedacht.“ Ein Mensch ist ein Mensch, egal wo und in welchem Land er geboren wird.
