Engagierter Zeitzeuge der Deutschen Einheit zu Gast in Puderbach
Frieden schaffen ohne Waffen
Puderbach. „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass eine Sache gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass eine Sache Sinn macht, egal wie sie ausgeht.“ Mit diesen Worten von Václav Havel beendete der evangelische Theologe und engagierte Kämpfer gegen die SED-Diktatur, Rainer Eppelmann, seine Schilderungen im Rahmen der Veranstaltung „Frieden und Freiheit – 25 Jahre nach der Deutschen Einheit“, zu der CDU-Landtagskandidat Jörg Röder in Zusammenarbeit mit der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) und dem Evangelischen Arbeitskreis der CDU (EAK) im evangelischen Gemeindehaus in Puderbach eingeladen hatte. Jörg Röder dankte daher ausdrücklich der evangelischen Gemeinde in Puderbach für ihre Gastfreundschaft. Diese Worte können nicht nur als Leitspruch für die Arbeit Eppelmanns zu DDR-Zeiten gesehen werden, sondern lassen sich ebenso auf heutige Tage und politische Herausforderungen übertragen. Auch für CDU-Landtagskandidat Jörg Röder lassen sich deutliche Parallelen zwischen der Situation der DDR Flüchtlingen und derer ziehen, die derzeit Heimat und Familie verlassen müssen. Röder stellte heraus, dass es den Flüchtenden vor allem um ein Leben in Frieden und Freiheit gehe – zu Zeiten der DDR genauso wie heute. „Wenn aber derzeit auf Marktplätzen Haß gegen Flüchtlinge geschürt wird mit der Freiheitsparole von damals, dann finde ich das unerträglich,“ so Röder. Die Einheitsparole „Wir sind ein Volk“ werde daher wieder aktuell. „Denn als ein Volk haben wir in der Vergangenheit so manche große Herausforderung geschafft.“ „Unser Leben war täglich anders als Ihres“, resümiert Eppelmann, der die gesamten 46 Jahre der DDR erlebte und ihre Restriktionen am eigenen Leib erfahren hatte. Als Pfarrer im Ostberliner Bezirk Friedrichshain konnte er unter anderem mittels seiner legendären Bluesmessen einen wertvollen Beitrag im Widerstand gegen das SED-Regime leisten. Eppelmann schaffte Raum zum Austausch über Wünsche, Ängste und Hoffnungen, in einem Land in dem „alle graue Mäuse sein sollten“ und die Menschen zu „Flüsterern“ geworden waren. Dabei stand der friedliche Protest immer an oberster Stelle für den Berliner, der den Leitspruch „Frieden schaffen ohne Waffen“ mitprägte und damit einer Diktatur gegenüber stand, die das im Grundrecht verankerte Streikrecht blutig niederschlug. Diesen und weiteren Geschehnisse, wie flächendeckende Enteignungen und die Verherrlichung des Regimes in Zeitungsberichten sah sich Eppelmann gegenüber. Im Rückblick witzelte er: „Beim Zeitunglesen ging mir immer wieder durch den Kopf, es müsse wohl zwei DDR gegeben haben. Wo war bloß diese andere DDR?“ Immer wieder gelang es dem Mann, der acht Monate im Gefängnis verbrachte, weil er den Dienst an der Waffe in der NVA und den Fahneneid verweigerte, mit ironischen Bemerkungen und dem authentischen Charme seines Berliner Dialekts das Puderbacher Publikum zu fesseln. Als späte Genugtuung erscheint in diesem Zusammenhang Eppelmanns Berufung als Minister für Abrüstung und Verteidigung im Kabinett von Lothar de Maizière bis zur Auflösung des Militärs im Oktober 1990. „Trotz der Hochs und Tiefs, die mit den letzten 25 Jahren der deutschen Einheit verbunden sind, so haben wir diese Herausforderung gemeistert“, resümiert Eppelmann. Er hob abschließend die Rolle der evangelischen Kirche hervor, die maßgeblich den Weg zu Frieden und Freiheit begleitet habe. Nun wünscht er sich nur noch, mindestens 93 Jahre alt zu werden: „Dann kann ich sagen, wenigstens ein Jahr länger in der Demokratie als in der Diktatur gelebt zu haben.“
Pressemitteilung
von Jörg Röder
