Allgemeine Berichte | 06.05.2015

Aktueller Zustand des Kindergartens Dernbach

Schimmelgefahr soll gebannt sein

Viele Bürger kamen zur Informationsveranstaltung

Volker Mendel informierte die Dernbacher Bürger im Haus an den Buchen.WT

Dernbach. Über 100 Bürger nutzten das Angebot der Verbandsgemeinde, um den derzeitigen Zustand des Kindergartens Dernbach zu besichtigen. Alle schimmelbelasteten Materialien sind mittlerweile ausgebaut. Anschließend ging es ins Haus der Buchen. Dort informierten Verbandsbürgermeister Volker Mendel, Bauamtsleiter Markus Sommer und Sachbearbeiter Dirk Herra über den aktuellen Stand. Volker Mendel erklärte direkt bei der Begrüßung der gut 150 Besucher im Haus der Buchen: „Es ist noch keine Entscheidung gefallen.“

Dirk Herra, Sachbearbeiter für die Kindergärten, erläuterte, dass von den 32 derzeit in Dernbach angemeldeten Kindern zwölf nach den Sommerferien zur Schule gehen und nur acht Kinder neu angemeldet sind. Der Trend würde sich in den folgenden Jahren fortsetzen und das Land akzeptiere keine einzügigen Kindergärten. Als Herra dann noch meinte, die Kindergärten Puderbach, Urbach und Raubach seien stärker gefragt als Dernbach, weil sie verkehrsgünstiger gelegen seien, erntete er lautstarke Proteste der Dernbacher Bürger.

Viele Fragen kamen auf

Markus Sommer gab einen Abriss der bisherigen Maßnahmen vom Entscheid zu sanieren bis zum heutigen Tag und unterlegte dies durch Bilder. Es gab viele Fragen zur Schimmelbildung. Die Gefahr soll laut Bauamtsleiter Sommer durch den Ausbau der belasteten Materialien gebannt sein. Viele Fragen drehten sich darum: Warum wurde in den letzten zehn Jahren, in denen es immer wieder Wassereinbrüche, zum Teil mehrmals im Jahr, gab, ständig nur geflickt und erst jetzt gehandelt? Hier erntete die Puderbacher Verwaltung viel Unverständnis. Viele Dernbacher sehen es so, dass diese Versäumnisse jetzt auf dem Rücken ihrer Kinder ausgetragen werden. Eine Besucherin meinte: „Es ist mir völlig unverständlich, dass ein Gebäude nach nur 18 Jahren so marode ist.“ Wie in der Veranstaltung zu erfahren war, wurde der Kindergarten im März 1997 von den Kindern bezogen. Ins Spiel wurde auch die freiwillige Anschaffung der Drehleiter für die Feuerwehr gebracht. „Hier werden 350.000 Euro ausgegeben, aber für unsere Kinder ist kein Geld da“, war eine emotionale Aussage.

Noch keine Entscheidung getroffen

Brisanz hat ein Zitat aus dem Nachtragshaushaltsplan 2015 der Verbandsgemeinde von Ortsbürgermeister Rudi Becker. Hier heißt es wörtlich: „Der Kindergarten Dernbach wird zukünftig nicht mehr als Kindergarten genutzt. Die veranschlagten Haushaltsmittel können daher eingespart werden.“ Das Wort zukünftig wurde dann nachträglich handschriftlich in „zunächst“ geändert.

Durch dieses Zitat sehen sich die Dernbacher bestätigt, dass ihr Kindergarten platt gemacht werden soll. Volker Mendel sagte: „Wir hören uns die Argumente von heute Abend an und dann beschließen wir. Für uns steht das Kindeswohl im Vordergrund.“

In der nächsten Verbandsgemeinderatssitzung im Dorfgemeinschaftshaus Daufenbach soll keine Entscheidung über den Kindergarten Dernbach getroffen werden. Erwartet wird jedoch eine lebhafte Diskussion im Rat. Wann eine und welche Entscheidung getroffen wird, ist offen.

Nach der Versammlung war zu hören, dass das Kirchspiel Urbach, das seinerzeit den Kindergarten aus eigenen Mitteln finanziert hat, um den Erhalt des Standortes Dernbach kämpfen will.

Volker Mendel informierte die Dernbacher Bürger im Haus an den Buchen.Foto: WT

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