125 Jahre Feuerwehr Puderbach gefeiert
Superstimmung und Traumwetter an allen Tagen
Puderbach. Man schrieb das Jahr 1890, als der damalige Gemeindevorsteher Sanner nach Großbränden die Freiwillige Feuerwehr Puderbach offiziell ins Leben rief. Am Wochenende feierte die Puderbacher Feuerwehr drei Tage lang ihren Geburtstag. Die „Buam“ machten am Freitagabend den Auftakt für die großen Feierlichkeiten „125 Jahre Feuerwehr Puderbach“ die im Festzelt in der Ortsmitte stattfanden. Die Show der Rockaholixs Buam war schon seit Wochen ausverkauft. Viele bekamen keine Karten mehr. Sie kamen am Freitag einfach in die Ortsmitte, nahmen draußen an den Tischen und Bänken platz, genossen ihr Getränk und lauschten den Buam, deren Musik aus dem Festzelt drang. Drinnen waren die Besucher außer Rand und Band. Die Buam heizten das eh schon warme Festzelt weiter ein. Sie spielten die allergrößten Kulthits, wie zum Beispiel das Fliegerlied. Als Originale Münchner Wiesn-Band kamen dabei die bayrischen und alpenländischen Melodien im bayrisch-münchnerischen O-Ton nicht zu kurz. Sie bewiesen aber auch, dass sie das kölsche Liedgut beherrschen. Die Besucher hielt es die meiste Zeit nicht auf den Bänken. Sie tanzten im Gang und auf den Bänken. Es herrschte eine Superstimmung. In den Pausen ging es vor das Zelt, um sich ein wenig abzukühlen und sich für die nächste Runde zu regenerieren. Es wurde eine lange Nacht.
Bevor es am Samstag zur offiziellen Feierstunde ging, hatten die Besucher die Gelegenheit sich Informationen rund um das Thema Bambini- und Jugendfeuerwehr zu holen. Der Nachwuchs zeigte in verschiedenen Übungen sein Können. Weiterhin gab es viel Spiel und Spaß für die Kinder.
Ehrengäste begrüßt
Verbandsbürgermeister Volker Mendel konnte eine ganze Reihe Gäste zur Feierstunde „125 Jahre Feuerwehr Puderbach“ begrüßen. Die kommunalen Politiker und Bürgermeister der Ortsgemeinden des Puderbacher Landes, Landtagsabgeordneter Fredi Winter und Bundestagsabgeordneter Erwin Rüddel waren gekommen. Ferner die gesamte Mannschaft der Wehren in der Verbandsgemeinde und Kameraden aus den Nachbargemeinden. Daneben waren das DRK und die Polizei vertreten. Volker Mendel betonte, wie sehr der Dienst der Wehrleute geschätzt wird. Dies bewiesen die Aktionstage, wie Vorstellung der Rettungskarte, Vorführungen oder Brandschutzmaßnahmen. Die Puderbacher Feuerwehr ist eine Stützpunktfeuerwehr, die jeweils immer mit alarmiert wird. Der Puderbacher Löschzug unter Führung von Arnd Kuhl hat derzeit 36 Kameraden. Diesen dankte Volker Mendel für die stetige Bereitschaft und die Aktivitäten in der Bambini- und Jugendfeuerwehr. „Die Vielfalt der Gefahren hat eine ganz andere Dimension in den letzten Jahren erlangt“, sagte Mendel.
Einsatzleitfahrzeug überreicht
Im Rahmen der Feierstunde übergab Volker Mendel auch offiziell die Schlüssel für das neue Einsatzleit-Fahrzeug, das bereits Ende 2014 ausgeliefert wurde. Die Kosten betrugen 95.000 Euro, wovon das Land noch 32.000 Euro übernehmen wird. Der ELW wird im Löschzug als Führungsfahrzeug eingesetzt. Er beinhaltet eine umfangreiche Ausrüstung für die örtliche Einsatzleitung der an Einsatzstelle.
Aus Mainz war Ministerialdirektor Randolf Stich angereist. Er überbrachte die Glückwünsche der Landesregierung. „Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebens“, sagte Stich. Er ging auf die drei Säulen der Feuerwehr ein, die Ausrüstung, die Ausbildung und das Ehrenamt.
Eigene Chronik herausgegeben
Der Puderbacher Wehrführer Arnd Kuhl gab einen Abriss über die Chronik der Feuerwehr. Sein Ur-Ur-Großvater, Gemeindevorsteher Sanner, hatte die Wehr ins Leben gerufen. Die Feuerwehr hat zu ihrem Jubiläum eine über 100 Seiten starke Chronik herausgegeben. Hierin werden die wesentlichen Stationen der Wehr wiedergegeben. Die derzeitige Mannschaft mit ihren Fahrzeugen wird vorgestellt. Der Ausbildung und den Einsätzen wird Platz gewidmet. Es ist ein umfassendes und informatives Werk geworden.
Wehrleiter Dirk Kuhl meinte bei seinem Grußwort: „Der Löschzug Puderbach ist ein tragendes Element unserer Zukunftsstruktur. Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Böcking überbrachte auch die Wünsche für den erkrankten Landrat.“ „Das DRK hat immer eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr“, sagte Wolfgang Kunz, der Vorsitzende des DRK. Weitere Grußworte kamen vom Puderbacher Bürgermeister Manfred Pees und seinem Amtskollegen aus Steimel, Wolfgang Theis, der selbst viele Jahre aktives Mitglied der Wehr war. Nach der offiziellen Feier fing ein gemütlicher Abend mit Tanzmusik mit der Gruppe Kings & Queen an.
Viele Aktionen für Besucher
Den Sonntag nutzten zahlreiche Hilfsorganisationen, um sich und ihre Tätigkeit darzustellen. Bei den Kindern war das Kisten stapeln mit dem Kran des technischen Hilfswerkes der Renner. An einer Simulation der Verkehrswacht der Polizei konnten die Besucher erleben, wie sich ein Auffahrunfall mit rund zwölf Stundenkilometer anfühlt. Ein Fahrsimulator veranschaulichte die Veränderung der Wahrnehmung unter Alkoholeinfluss. Die Puderbacher First Responder und das DRK präsentierten sich und ihre Arbeit dem zahlreichen Publikum. Mittags fuhr eine Oldtimer-Kolonne mit 21 historischen Fahrzeugen der Feuerwehr, die aus dem gesamten Deutschland angereist waren, in der Puderbacher Ortsmitte auf. Die liebevoll restaurierten Fahrzeuge, die vornehmlich aus den fünfziger und sechziger Jahren stammen, kamen von einer Rundfahrt zurück und blieben in Puderbach stehen. Sie zogen natürlich die Blicke der Besucher nachmittags auf sich. Die Organisatoren waren mit dem Verlauf rundum zufrieden, zumal das Wetter an allen Tagen hervorragend war. WT
Die Buam heizten zu Beginn des dreitägigen Festes ordentlich ein.
