Verbandsgemeinderat Puderbach
Wasserversorgung wird noch sicherer
Puderbach. Verbandsbürgermeister Volker Mendel konnte zu Beginn der jüngsten Verbandsgemeinderatssitzung Erfreuliches verkünden, denn sowohl bei den Preisen des Wasserwerks als auch bei denen Abwasserwerks werden im Jahr 2015 keine Änderungen gegenüber dem Vorjahr stattfinden. „Wegen der zu erwartenden Kosten der Bauarbeiten und Sanierungen wird eine Anpassung der Preise im darauf folgenden Jahr jedoch wohl unumgänglich sein“, meinte Mendel. Bereits jetzt haben die Arbeiten des zweiten Bauabschnitts „Hölzches Mühle“ und an der Verbindung der beiden Wasser-Hochbehälter „Dernbacher Kopf“ und „Keltenhügel“ begonnen. Mit der Verbindung der Hochbehälter wird die Wasserversorgung im Puderbacher Land noch sicherer. Mendel betonte bei der Vorstellung des neuen Haushaltsplans, dass dieser auf der Grundlage der weltpolitischen Ereignisse und deren Auswirkungen auf deutsche - auch auf regionale - Infrastrukturen erstellt wurde. „Im Ergebnis-Haushalt stehen so Erträge von rund 12,1 Millionen Euro den Aufwendungen in Höhe von rund zwölf Millionen Euro entgegen. Die Summe der Gesamtinvestitionen beläuft sich auf 440.000 Euro. Die Sanierung der Burg Reichenstein und der Kindergärten der Region sowie Anschaffungen für die Feuerwehr stellen hierbei die größten Posten dar“, erläuterte Mendel. Besonders die Anschaffung des Hubrettungsfahrzeugs, eines Fahrzeugs, das die Rettung von Menschen auch aus größeren Höhen sowie die effektive Brandbekämpfung aus der Höhe erlaubt, wurde im Vorfeld in den Fraktionen heiß diskutiert. Der Entscheidungsprozess gestaltete sich aufwendig, da ein derartiges Fahrzeug für eine Verbandsgemeinde dieser Größe laut Landesfeuerwehrordnung nicht zwingend notwendig ist. Allen Fraktionen erachten es jedoch als sinnvoll, da es die Sicherheit der Bevölkerung und der Feuerwehrleute erhöht und ihnen mehr Möglichkeiten verschafft. „Der lebensrettende Vorteil eines derartigen Fahrzeugs wurde uns sehr eindrucksvoll dargestellt“, erklärte Mendel. Die Sanierung der Kindertagesstätte in Dernbach stellt einen weiteren Punkt auf der Investitionsliste des Haushalts 2015 dar. Hierfür ist ein Investitionsvolumen von rund 70.000 Euro nötig. Die Summe wird vor allem in die Sanierung des maroden Dachs fließen. Auch die Burgruine Reichenstein, das Wahrzeichen Puderbachs, erfährt im neuen Jahr eine Finanzspritze und wird mit einem Investitionsvolumen in Höhe von rund 150.000 Euro saniert. 50.000 Euro davon trägt das Land, 10.000 bis 15.000 Euro wird der Förderverein beisteuern. Der Haushalt für das Jahr 2015 wurde von allen Fraktionen zwar einstimmig, aber mit Sorgenfalten auf der Stirn verabschiedet. Der Grund dafür ist die Umlagenerhöhung auf 47,88 Prozent, die den Ortsgemeinden weiteren Handlungsspielraum nimmt. Puderbachs Ortsbürgermeister Manfred Pees erklärte, dass die CDU-Fraktion dem Haushalt zustimmen wird, betonte jedoch, dass die Umlageerhöhung um 2,91 Prozent ein schwerer Schlag für die Gemeinden sei. „Die Anschaffung des Hubrettungsfahrzeugs wird jedoch als sinnvoll erachtet. Somit ist die bittere Pille der Umlage zu schlucken“, meinte Pees abschließend. Auch die Eigenwasserversorgung der Verbandsgemeinde war laut CDU-Fraktion der richtige Schritt, denn auch das Kreiswasserwerk werde auf absehbare Zeit die Kosten drastisch erhöhen müssen. Helmut Hellwig von den Grünen kommentierte den Haushalt 2015 als ausgeglichenen Ergebnis-Haushalt, der viele notwendige Investitionen ermöglicht. Der Erhöhung der Umlage sieht jedoch auch er sorgenvoll entgegen. „Der Erhalt der Gebäudesubstanz ist ein wichtiges Ziel. Der Zustand mancher Gebäude, obgleich sie teilweise noch nicht alt sind, ist katastrophal und hat mich schockiert“, meinte Hellwig und forderte Ursachenforschung. Besonders die Schuldenbremse auf Landes- und Bundesebene sieht Jochen Bülow von den Linken als Ursache für die Schieflage vieler kommunaler Haushalte und die da-raus resultierende hohe Umlage. Ulrich Neitzert von der FWG gab zu bedenken, dass zwar angesichts der zu erwartenden Ausgaben und Einnahmen der Glaube an einen baldigen Schuldenabbau schwerfalle, jedoch ohne Investitionen Dinge wie schnelles Internet, sanierte Kindertagesstätten, Sporthallen und moderne Schulen nicht möglich sind. Auch der Fraktionssprecher der SPD, Dieter Klein-Ventur, betonte, dass in puncto Gebäudesanierung über einen längeren Zeitraum gedacht werden müsse. „Wir müssen uns frühzeitig die Frage stellen, ob eine Investition in ein Gebäude noch lohnt oder ein Neubau in ein paar Jahren eine Alternative darstellen kann“, erläuterte Klein-Ventur seine Bedenken. Der Haushalt wurde von allen anwesenden Ratsmitgliedern einstimmig beschlossen. Die globalen Entwicklungen haben nicht nur wirtschaftliche Folgen, sondern auch human-soziale, denn, wie Mendel mitteilte, hat die Verbandsgemeinde Puderbach gegenwärtig 50 Flüchtlinge und Asylbewerber aufgenommen. Für das Jahr 2015 werden weitere 35 bis 40 Menschen prognostiziert, denn rund sieben Prozent des Kreisaufkommens muss die Verbandsgemeinde Puderbach laut Verordnung aufnehmen. „Die Betreuung dieser Flüchtlinge wird uns auch künftig vor Hindernisse stellen, die es zu meistern gilt, denn mit der Beschaffung von Wohnraum ist es nicht getan. Die Menschen müssen auch anderweitig Betreuung und Versorgung erfahren. Das Erlernen der Sprache spielt hierbei eine Schlüsselrolle“, erklärte Mendel.
