„Vor-Tour der Hoffnung“ nahm in Hatzenport Spenden entgegen
„Der Kampf gegen den Krebs braucht privates Engagement“
Hatzenport. „Der Kampf gegen den Krebs braucht privates Engagement“! - Unter diesem Motto finden sich seit drei Jahrzehnten Menschen zusammen und radeln für den guten Zweck. Denn beim Kampf gegen den Krebs, an dem Kinder erkranken, kämpfen die Ärzte oft vergeblich um das Leben ihrer kleinen Patienten. Die psychische Belastung in den Familien und das körperliche Leid sind oft sehr schwerwiegend. Es wird mehr Geld benötigt, als vom Staat zur Verfügung gestellt wird: Für die Krebsforschung, für neue Behandlungskonzepte und für die Betreuung der erkrankten Kinder. In den letzten Jahren wurden bei der „Tour der Hoffnung“, die 1983 von Prof. Dr. Fritz Lampert ins Leben gerufen wurde, über 27 Millionen Euro gesammelt, davon 1,6 Millionen allein im vergangenen Jahr. Und das ist Hilfe, die zu einhundert Prozent ankommt, ohne Personal- und Verwaltungskosten. Die Kosten, die bei den Radtouren entstehen, werden von namhaften Firmen gesponsert. Gleichgesinnte Menschen, darunter zahlreiche Prominente, steigen auf ihre Fahrräder und radeln los, um Spenden zu sammeln. Ausgangspunkt und Ziel der „Tour der Hoffnung“ ist die Stadt Gießen.
Unterstützung für die „Hoffnungsradler“
Seit einigen Jahren gibt es an den Tagen vor der „Tour der Hoffnung“ die „Vor-Tour der Hoffnung“, deren Schirmherrin die Olympiasiegerin und neunfache Weltmeisterin im Biathlon Petra Behle aus Biebertal ist. Die Idee zur „Vor-Tour“ hatte 1996 der damalige Verkehrsdirektor der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, Jürgen Grünwald. Gemeinsam mit seinem Freund Gregor Waldorf machte er sich mit seinem Rennrad auf den Weg nach Gießen. Dort übergaben sie einen ansehnlichen „Startscheck“ in Höhe von 4500 DM, gesammelt bei der ersten Spendenaktion.
Heute bereiten viele Städte, Dörfer und Gemeinden an der Fahrtstrecke „Feste im Zeichen der Hilfe“ und sammeln Spenden, um sie den Radlern mit auf den Weg zu geben. In diesem Jahr war die „Vor-Tour“ an zwei Tagen in den Kreisen Rhein-Hunsrück, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz und Rhein-Lahn unterwegs. Nach dem Start in Lautzenhausen und knapp 90 Kilometern erreichten die 120 Teilnehmer der „Vor-Tour“ des ersten Tages Hatzenport. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie schon mehr als 100.000 Euro Spenden „erradelt“. Unter ihnen waren prominente Sportler wie Eberhard Gienger, Norbert Schramm, Anna Dogonadze, der Fußballer Hans-Peter Briegel und viele andere mehr. Begleitet von Polizei, DRK und einigen Versorgungswagen machten sie am Hatzenporter Marktplatz Station, wo die Bürger sie in Empfang nahmen. Heike Bongarten vom SWR und Reiner Meutsch von RPR1 moderierten die Ankunft. Dabei wurden sie unterstützt von Olympiasiegerin Anna Dogonadze und Ortsbürgermeister Albrecht Gietzen. Dieser konnte der „Vor-Tour der Hoffnung“ einen Spendenscheck der Ortsgemeinde in Höhe von 1900 Euro übergeben. Zusätzlich hatte die Theatergruppe Hatzenport 250 Euro gesammelt. Ein Spendenscheck über 10.000 Euro wurde von der Lotto-Stiftung Rheinland-Pfalz übergeben. Doch damit nicht genug: Die aus Stein gehauene Nachbildung des Hatzenporter Fährturms, der in diesem Jahr einhundertfünfzig Jahre alt wird, wurde versteigert. Für 300 Euro ersteigerte die Familie Gietzen das Kunstwerk aus dem Hause Föhr.
Dann machten sich die „Hoffnungsradler“ wieder auf den Weg, der sie bis Koblenz führte. Am Ende des Tages hatten sie insgesamt 125.000 Euro gesammelt. An beiden Tagen der „Vor-Tour der Hoffnung“ legten sie 235 Kilometer zurück.
Anteilnahme wird größer
Bei der jährlich stattfindenden „Vor-Tour der Hoffnung“ solidarisieren sich viele Menschen gemeinsam im Dienst der guten Sache. Waren es früher nur die Kreise Ahrweiler und Neuwied, in denen die Radler im grünen Trikot für die Hoffnung in die Pedale traten, so wurde in den letzten Jahren der Radius merklich vergrößert. Nach ihrem zweitägigen Einsatz auf dem Rad erreichten die Teilnehmer einen Tag später Gießen, von wo aus die 30. „Tour der Hoffnung“ startete.
Die Teilnehmer des Benefizradelns setzen ein Zeichen des Mit- und Füreinander im Kampf gegen den Krebs. Fotos: EP
Nach 90 km Fahrstrecke konnte Reiner Meutsch die Hoffnungsradler in Empfang nehmen.
Die aus Stein gehauene Nachbildung des Hatzenporter Fährturms wurde versteigert.
