Plus/minus 60 aktiv e.V.
Ein Blick hinter die Kulissen des Bundeswehrzentralkrankenhauses
Kobern-Gondorf. Eine Gruppe von 20 interessierten Personen des Vereins hatte erneut die Möglichkeit, den Unterstützungsbereich des BWZK in Koblenz/Rübenach zu besichtigen, nachdem bereits im Vorjahr diese beeindruckende Führung so großen Anklang gefunden hatte.
Frau Regierungsamtsrätin A. Schmitz-Frensch, Leiterin dieses Bereichs, stellte eingangs das Krankenhaus vor, das mit 500 Betten das größte der Bundeswehr und Lehrkrankenhaus der Universität Mainz ist. Das BWZK ist hervorragend ausgestattet und erfüllt mit seiner JCI-Zertifikation wie nur wenige weltweit anerkannte Qualitätsstandards für Krankenhäuser.
Da die Infrastruktur in die Jahre gekommen ist, finden zurzeit im Zuge des Erneuerungsprozesses umfangreiche Baumaßnahmen statt. Weit fortgeschritten ist bereits ein neues Bettenhaus; auch ein „Neubau BWZK Koblenz“ ist in Planung.
Die einzige Großwäscherei der Bundeswehr unter der Leitung von Frau Hilse-Weißenbrunn faszinierte besonders die Haufrauen und -männer enorm. Hier gibt es keine Bügeleisen, dafür aber diverse riesige vollautomatische Waschmaschinen, Trockner, Mangel, Finisher und Bügelautomaten - Hygiene wird hier ganz groß geschrieben. Auch eine kleine Flickschneiderei ist vorhanden.
Eine ausführliche, überaus interessante Vorführung der Rettungsfahrzeuge, deren Ausstattung und die Erläuterung der Einsatzmöglichkeiten war sehr beeindruckend. Abschließend ging es in den „Untergrund“ zur „Automatischen-Warentranport- Anlage“ (AWT), die der Technische Amtsinspektor, Herr Laubenthal, leitet. Seit 1999 werden mit diesem computergesteuerten System im BWZK alle logistisch zu bewegenden Güter transportiert. Alle Waren (bis auf Personen), wie z.B. Essen, Medikamente, Wäsche oder Abfälle werden unterirdisch in zahlreichen, endlosen Gängen (über 1,7 km) völlig geräuschlos, wie von Geisterhand, auf insgesamt 19 Förderfahrzeugen (etwa wie kleine U-Bahnen) - beladen mit farblich gekennzeichneten Containeraufsätzen auf Induktionsstreifen transportiert. Alle Fahrzeuge sind mit Sensoren ausgestattet, die sie sofort stoppen, wenn ein Hindernis im Weg steht. Unfälle sind somit ausgeschlossen. Und alles wird von der Steuerzentrale im Erdgeschoss überwacht.
Obwohl eine geplante Hubschrauber-Besichtigung auf dem Landeplatz wegen ständigen Einsatzes ausfallen musste, war das über dreistündige Besuchsprogramm so interessant, dass es wie im Flug verging. Die Teilnehmer des Vereins plus/minus60 aktiv e.V. werden zu Hause viel zu erzählen haben.
