Lokalsport | 10.03.2015

Fußball im Kreis Koblenz – Saison 2014/15

Ein Fall für die Spruchkammer

Spielabbruch beim A-Ligaspiel zwischen TuS Immendorf und Anadolu Spor Koblenz

Die A-Klasse steckt in einer Zwickmühle. Am vergangenen Sonntag wurde die Begegnung zwischen dem TuS Immendorf und Anadolu Spor Koblenz, zwei Minuten vor Spielende, abgebrochen. Als Begründung war zu lesen, dass sich der angesetzte Schiedsrichter Richard Kochanetzi von Spielern aus Koblenz bedroht fühlte und deswegen sich nicht in der Lage sah die Partie weiter fort zu führen. Für Anadolu Spor wäre dies, falls die Kreisspurkammer zu der Erkenntnis kommt, dass sie für den Spielabbruch verantwortlich sind, der zweite schuldhafte Abbruch von ihrer Seite in dieser Saison.

Nimmt man den Paragraph 51 der Strafordnung würde dies bedeuten, dass das A-Klassenteam vom Spielbetrieb ausgeschlossen wird. Hier steht zu lesen, dass das Verschulden eines Spielabbruches durch einen Verein oder durch ein Mitglied eines Vereins 55 bis 515 Euro Geldstrafe nach sich ziehen kann. In schweren Fällen ist außerdem ein bis zu dreimonatiges Spielverbot oder eine Platzsperre möglich. Allerdings ist auch zu lesen, dass im Wiederholungsfall der Ausschluss vom Spielbetrieb erfolgt und dann der Paragraph 9, Nr. 2, der Spielordnung, zu beachten ist. Im Paragraph 9 findet man die Vorgehensweise bei der Spielwertung der anstehenden und bereits ausgetragenen Begegnungen. „Mannschaften, die zwei Mal zu ordnungsgemäß angesetzten Pflichtspielen nicht angetreten sind, scheiden aus dem Spielbetrieb aus. Das gilt grundsätzlich auch, wenn sie in einer Spielzeit zweimal schuldhaft einen Spielabbruch verursacht haben. In diesen Fällen findet eine Wertung der ausgetragenen Spiele nicht statt, wenn der Rückzug der Mannschaft oder deren Ausscheiden vor Abschluss der Vorrunde erfolgt. In allen anderen Fällen werden die Spiele entsprechend ihrem Ausgang, alle nicht ausgetragenen Spiele für den Gegner als gewonnen gewertet.“

Zwar steht Anadolu Spor in der Tabelle in der Spitzengruppe der A-Klasse, aber profitieren würden davon aktuell vor allem die Teams im Ligakeller die oberhalb von Platz Zwölf liegen. Denn neben dem SV Pfaffendorf (0:4) haben der Dreizehnte SV Spay (0:3) und der Zwölfte TSV Lay haben bereits ihr Rückrundenspiel gegen Anadolu Spor gespielt und verloren. Der TSV Lay pikanterweise sogar am grünen Tisch. Allerdings die Mannschaften ab Platz Elf würden, nach Parapraph 9 der Spielordnung im FV Rheinland, allesamt drei Punkte zugesprochen bekommen, was wohl zu zahlreichen weiteren Protesten führen könnte. Für die Verantwortlichen im Fußballkreis Koblenz eine verzwickte Situation. „Ich kann darüber keine Stellungnahme abgeben. Zum einen liegt der Spielbericht bei der Kreisspruchkammer, aber selbst wenn ich über dessen Inhalt informiert wäre, könnte ich bei diesem schwebenden Verfahren keine Aussage treffen. Hier ist allein die Kreisspruchkammer gefragt, die schnellstmöglich zusammenkommen will“, so Staffelleiter Josef Gliedner gegenüber unserer Zeitung. „Der Spielbetrieb bleibt bis zu einem endgültigen Urteil erst einmal unberührt. Die angesetzten Spiele müssen wie geplant durchgeführt werden“, so nochmals das Mitglied des Kreisvorstandes.

Betroffen wäre dann übrigens auch die D-Klasse. Denn bei einem Ausschluss des A-Klassenteams dürfte die B-Klassenmannschaft nur noch außer Konkurrenz antreten. Hier ist allerdings die Lage der Liga einigermaßen entspannt. Bisher konnte der Tabellenführer SG Urmitz Rheindörfer alle seine Spiele gewinnen, sodass hier in der sportlichen Wertung es wohl zu keiner Wettbewerbsverzerrung kommt.

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