Burg Thurant
Ein „guter Geist“ verlässt die Burg
Nach 21 Jahren Burgleben in den verdienten Ruhestand
Alken. Hoch über Alken an der Mosel liegt die bekannte Burg Thurant, dominiert von ihren beiden Bergfrieden, dem Cöllner und dem Trierer Turm. Errichtet wurde die Burg an dieser zur damaligen Zeit strategisch wichtigen Stelle zum Schutz der Handelsstraße entlang der Mosel sowie der durch das Alkener Bachtal hin zum Rhein.
Hier oben verrichtete Sabine Jacobi als guter Geist 21 Jahre lang im Auftrag der Burgeigentümer Allmers und Wulff, Varel (Niedersachsen), ihren Dienst als Kastellanin (Verwalterin). Neben dem Erheben der Besuchermaut (Eintrittsgelder) verwöhnt sie selbige mit Trank, Spezereien sowie deftigen Würsten.
Außerdem fielen in ihren Zuständigkeitsbereich die Vermietung der Ferienwohnung über der Burgkapelle, Betreiben des Souvenirlädchens, Einkäufe, Abrechnungen und nicht zuletzt die Pflege der liebevoll angelegten Blumenarrangements auf dem Burggelände, um nur einige der anfallenden Arbeiten zu nennen - kurz: Ein Fulltime-Job. Zeit für Freizeit und Urlaub in den Wintermonaten blieb da wenig - denn auf Anfrage wurde auch dann die Burg zur Besichtigung geöffnet.
Mit ihrem Mann Reiner lebte sie in der romantischen Wohnung über dem Torhaus. „Immer wieder hörte ich von den Gästen, wie schön es doch sein muss, ganzjährig auf einer Burg leben zu können, jedoch mit geregelten acht Arbeitsstunden pro Tag kommt man hier nicht hin“, so Sabine Jacobi an ihrem letzten offiziellen Arbeitstag, denn am letzten Sonntag schloss Burg Thurant für rund drei Monate ihre Tore. Aus ihrem Arbeitsleben wurde sie standesgemäß von den Burgmannen Ritter Holger von Alken, Norbertus von Cölln und Fernhändler Petronius von Rübenach nebst einiger Weibsleut‘ verabschiedet. „Mit zunehmendem Alter knackt es nicht nur im Gebälk der Burg. Ich bin ja auch nach meinem nicht ganz leicht fallenden Auszug aus den Gemäuern nicht aus der Welt“, so der scheidende Burggeist mit neuem Domizil Koblenz-Metternich.
