Allgemeine Berichte | 04.02.2015

Realschule plus und FOS Untermosel besuchten Synagoge in Polch

Einblicke in jüdisches Leben

Stefanie Maltha mit den Schülern der Realschule plus Untermosel vor der Synagoge in Polch. privat

Polch. Im Januar fuhren die Schülerinnen und Schüler der 8. Realschulklassen zur Synagoge nach Polch. Sie wurden von Stefanie Maltha, Geschäftsführerin der Christlich-Jüdischen Gesellschaft für Brüderlichkeit Koblenz e.V., empfangen. Stefanie Maltha verstand es mit ihrem enormen Fachwissen, die Besucher der Synagoge nicht nur zu informieren, sondern durch ihre Schilderungen über das Schicksal jüdischer Mitbürger in Polch tief zu beeindrucken. Die Synagoge Polch, die heute Veranstaltungsort ist, weist durch ihre Architektur noch auf ihre Nutzung als Gebetsraum bis 1938 hin. Als in der Pogromnacht bzw. am darauf folgenden Morgen die Synagoge in Flammen aufgehen sollte, war es einem Feuerwehrmann zu verdanken, dass dies nicht geschah. Es gelang ihm, das Gebäude vor der Zerstörung zu bewahren, indem er entgegen der ausdrücklichen Anweisung mit Löscharbeiten begann.

Die jüdischen Männer wurden verhaftet, später wieder freigelassen, konnten aber meist ihrem Schicksal in der NS-Zeit nicht entgehen. Soweit sie nicht auswandern konnten, wurden sie mit ihren Familien deportiert und starben im Konzentrationslager. Da Stefanie Maltha eingehend über das Schicksal der jüdischen Bevölkerung aus Polch recherchiert hat, konnte sie den Jugendlichen viel über die einzelnen Familien berichten. Die Jugendlichen waren betroffen, als sie erfuhren, wie die jüdischen Mitbürger in der NS-Zeit behandelt wurden und ihnen nach den Nürnberger Gesetzen kein normales Leben mehr möglich war. Die Synagoge, nach dem Krieg jahrzehntelang als Lagerraum genutzt, wurde erst in den achtziger Jahren renoviert. Durch diese Renovierung ist es auch heute noch möglich, sich vorzustellen, wie das religiöse Leben der Juden damals ausgesehen hat. Die Jugendlichen waren sehr interessiert, stellten Fragen zur Geschichte der Juden in Polch und deren religiösem Leben, das sich heute noch in der Synagoge nachvollziehen lässt. Sie besuchten die Frauenempore und konnten sich dort auch die ständige Ausstellung zur Geschichte der Juden und ihrer Religion anschauen. Die Religionsklasse und die Lehrerinnen Sylvia Manner und Elisabeth Russell-Klein waren beeindruckt vom Besuch der Synagoge und den Informationen von Stefanie Maltha. „Wir haben viel über die Juden in Polch, ihren Glauben und ihre Synagoge erfahren“, meinte eine Schülerin. Es wäre schön, wenn noch weitere Klassen sich so intensiv informieren könnten. Die Einladung dazu wurde von Stefanie Maltha ausgesprochen, die den Besuch der Synagoge in Polch zu einem beeindruckenden Erlebnis gemacht hatte. Ihr galt dann auch das besondere Lob der Schüler/innen und ihrer Lehrerinnen, die mit vielen Eindrücken in die Realschule plus und Fachoberschule nach Kobern-Gondorf zurückfuhren.

Stefanie Maltha mit den Schülern der Realschule plus Untermosel vor der Synagoge in Polch. Foto: privat

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