Die Unternehmerin Ursula Jachnik erhielt das Bundesverdienstkreuz
Eine bemerkenswerte Frau
Nörtershausen. „Ich habe mich sehr über diese Anerkennung gefreut! Aber ich wäre sehr gern nach Berlin gefahren, um dort das Bundesverdienstkreuz zu empfangen!“ schmunzelte Ursula Jachnik im Gespräch mit dem „BLICK aktuell“. Stattdessen bekam sie eine Einladung nach Mainz, wo ihr vor kurzem die stellvertretende Ministerpräsidentin Eveline Lemke das vom Bundespräsidenten Joachim Gauck verliehene Bundesverdienstkreuz vom Bande überreichte. Anerkannt wurde damit, das jahrzehntelange Engagement der Unternehmerin für die Unternehmerfrauen im Handwerk. Sie selbst ist gelernte Kauffrau und arbeitet seit 1965 zusammen mit ihrem Mann Lothar Jachnik. In Koblenz führen beide ein Autohaus, wobei der Schwerpunkt ihrer Arbeit im kaufmännischen und finanziellen Bereich liegt. Früh erkannte Ursula Jachnik, wie wichtig die soziale Absicherung, die Förderung der Gleichstellung und der Aus- und Weiterbildung der Unternehmerfrauen ist. 1985 trat sie dem ersten Arbeitskreis „Unternehmerfrauen im Handwerk e.V.“ bei und übernahm von 1990 bis 1998 den Vorsitz. Maßgeblich beteiligt war sie an der Gründung des „Landesverbandes der Unternehmerfrauen im Handwerk e.V.“ im Jahr 1992, den sie bis 2006 leitete. Parallel dazu war sie ab 1992 Delegierte für den „Bundesverband der Unternehmerfrauen im Handwerk“, dem sie von 2006 bis 2009 vorstand. Ihrem Einsatz ist zu verdanken, dass von 1997 bis 2000 das Modellprojekt „Fachwirtin für kaufmännische Betriebsführung im Handwerk“ ins Leben gerufen wurde. Unter ihrer Leitung führte der Landesverband gemeinsam mit den Handwerkskammern Mainz, München und Koblenz, dem Landwirtschafts- und Bildungsministerium sowie dem Bundesinstitut für Berufsbildung das Bildungsprojekt durch. Die Ergebnisse dieser Studie waren so positiv, dass der „Zentralverband des Deutschen Handwerks“ allen Handwerkskammern empfahl, diese Fortbildung in ihr Programmangebot auf zu nehmen. Viele Frauen hatten von da an die Möglichkeit, sich die wichtigen kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse an zu eignen, die zum erfolgreichen Führen der kleinen und mittleren Handwerksunternehmen nötig sind. Ursula Jachnik sieht die Ausbildung zur Fachwirtin als Muss für Quereinsteigerinnen, die sich beispielsweise durch Heirat mit diesen Aufgaben konfrontiert sehen. Und mit der fachlichen Qualifikation wächst auch das Selbstbewusstsein der Frauen.
Ursula Jachnik ist eine Power-Frau
Viel Frauen-Power strahlt Ursula Jachnik aus, die von sich sagt, für alles aufgeschlossen, immer wissbegierig und neugierig zu sein: „Mein Lebensmotto ist: arbeiten! Und in schlechten Zeiten, habe ich einen guten Draht nach oben!“ Der private Mensch Ursula Jachnik zeigt sich liebenswert und bescheiden, mit großem Engagement für alles was ihr wichtig ist. „Zukunft für Kinder in Rheinland-Pfalz“ heißt der mit ihr gegründete Verein, in dem sie seit 2002 aktiv ist. Ein weiteres Projekt liegt ihr am Herzen: Trauerbegleitung am Arbeitsplatz. An diesem arbeitet sie seit zwei Jahren gemeinsam mit der Handwerkskammer Koblenz und der Betriebsärztekammer Rheinland-Pfalz. Bei all ihren Unternehmungen ist Lothar Jachnik ihr eine große Stütze, kritisiert sie aber auch, wenn nötig: „Ich weiß, wie viel Bedeutung das Engagement meiner Frau für ihr Leben hat. Deshalb unterstütze ich sie, wo und wie ich kann.“ Seit vielen Jahren sind sie verheiratet und ein eingespieltes Team in ihrem sehr menschlich geführten Familienbetrieb. Viel Kraft und Energie hat die Unternehmerin Ursula Jachnik bisher in ihre Lebensaufgaben investiert. Auch wenn sie nicht mehr ganz so jung ist, will sie nicht aufhören für ihre Projekte zu kämpfen und ist damit das beste Beispiel für alle Frauen.
