Allgemeine Berichte | 14.12.2012

Einigkeit und Recht und Freiheit

Rückkehrer Appell für Soldatinnen und Soldaten die unsere Werte in Afghanistan vertreten haben

Einigkeit und Recht und Freiheit

Winnigen. Es war ein sehr kalter Abend. Die Dunkelheit wurde von Fackeln erhellt, die auf dem historischen Marktplatz in Winningen aufgestellt waren, und die auch ein gewisses Gefühl von Wärme ausstrahlten. In dieser Kulisse hatten sie Stellung genommen: 70 Soldatinnen und Soldaten, die im November von ihrem Einsatz in Afghanistan zurückgekehrt waren. Sie waren Teil der ISAF in Kabul, rekrutiert unter anderem aus der 1. Kompanie des Führungsunterstützungsbataillons 283 aus Lahnstein, die Winningens Patenkompanie ist, und darüber hinaus aus der gesamten Bundesrepublik. Und hier im Herzen von Winningen wurden sie willkommen geheißen. Sie hatten den Auftrag Personen- und Materialtransporte zu schützen und die Fernmeldeverbindung nach Deutschland zu sichern. Als Teil des internationalen 29. Kontingents der ISAF-Truppe, waren sie für 300 Soldaten und Soldatinnen im Großraum Kabul zuständig. Im Namen der Bundesrepublik Deutschland, versahen sie ihren Dienst, an sieben Tagen in der Woche, zwölf Stunden täglich und das mit einem gewissen Sicherheitsrisiko. Der Abschied von Familie und Freunden, das besondere Klima und die fehlende Privatsphäre waren ebenso eine große Herausforderung. Die Freude und die Dankbarkeit darüber, dass alle Soldatinnen und Soldaten gesund und wohlbehalten zurückgekehrt waren, kamen an diesem Abend in allen Ansprachen zum Ausdruck. Aufstellung und Einmarsch wurden von der Winzerkapelle Winningen mit dem von Ludwig van Beethoven komponierten Marsch Nr. 1 untermalt. Dieser ist auch bekannt als Einzugsmarsch für das Zeremoniell des großen Zapfenstreichs. Oberstleutnant Rainer Beeck, der Kommandeur des Führungsunterstützungsbataillons 283, bedankte sich bei der Gemeinde Winningen und beim Ortsbürgermeister Hans-Joachim Schu-Knapp, dass der feierliche Appell an  diesem Ort stattfinden konnte. Darüber hinaus begrüßte er den Vertreter der Garnisonsstadt Lahnstein, Herrn Bürgermeister Dornbusch, und alle Anwesenden, die mit ihrem Kommendie Verbundenheit mit der Bundeswehr und insbesondere mit diesem Bataillon deutlich machten. Einen ganz besonderen Gruß sendete der Kommandeur an die Soldaten, die derzeit ihren Auftragim Ausland erfüllen. Sie werden ihrenDienst über Weihnachten undNeujahr fernab der Heimat verbringen müssen. Oberstleutnant RainerBeeck nahm diesen Appell auch zum Anlass, auf die turbulenten Zeiten der Bundeswehr hin zu weisen, denn durch die Umstrukturierung bzw. Auflösung von Standorten werde „jeder Stein umgedreht“und jedes Verfahren auf den Prüfstein gestellt. Viele der Bundeswehrangehörigen wissen noch nicht, wo sie in den nächsten Jahren ihren Dienst versehen. Oft betrifft es die gesamte Familie und die Wohnsituation, wenn ein Umzug ansteht. In seinem Bataillon seidie Quote derer, die bis heute wunschgemäß untergebracht wurden,gut bis hervorragend, so der Kommandeur. Auch der Ortsbürgermeister Schu-Knapp bekundete seine Freude über die gesunde Rückkehr der Soldatinnen und Soldaten aus ihrem Afghanistan-Einsatz:„Sie waren Teil des internationalen 29. Kontingents der ISAF-Truppe im Rahmen eingegangener Bündnisverpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland!“ Er gab auch zu bedenken, dass es auch gute Argumente gibt, am Sinn eines solchen Auslandseinsatz zu zweifeln: „So wahr ist aber auch das moralische Dilemma, dass uns dieFolgen unseres Nicht-Handelns genauso zu zurechnen sind, wiedie unseres Handelns!“ Er hob das große Verantwortungsbewusstsein bei der Erfüllung ihrer Aufgaben hervor. Als fester Bestandteil der bundesrepublikanischen Gesellschaft und des demokratisch verfassten Rechtsstaat, sieht er dieAngehörigen der Bundeswehr als „Bürger in Uniform“. Ortsbürgermeister Schu-Knapp betonte, dass die Werte unseres freiheitlichen Rechtsstaates: Freiheit, Recht und Friede, durch den Auftrag der Bundeswehr und ihren Einsatz erhalten bleiben. Mit guten Wünschen für ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr beendete der Ortsbürgermeister seine Rede. Nun spielte die Winzerkapelle Winningen das Musikstück „Marsch aus Sankt Petersburg“. Oberstleutnant Rainer Beecknutzte den Rückkehrerappell, um an die Bereitschaft zur Veränderung aufmerksam zu machen, die die Reform der Bundeswehr von allen Beteiligten fordert. Dazu las erdie Zeilen aus seinem Lieblingsgedicht „Stufen“ von Hermann Hesse vor: Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe/ bereit zum Abschied sein und Neubeginne,/ um sich in Tapferkeit und ohne Trauern/in andre, neue Bindungen zu geben./ Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne/ der uns beschützt und der uns hilft zu leben./ Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,/ an keinem wie an einer Heimat hängen,/ der Weltgeist willnicht fesseln uns und engen,/ er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten. Es folgten Ehrungen und Beförderungen durch den Kommandanten, begleitet mit dem immer wiederkehrenden, dreifachen Ruf:„Fernmelde Hurra!“ und dem Kavalleriemarsch „Des großen Kurfürsten Reitermarsch“, hervorragendinterpretiert von der Winninger Winzerkapelle. Zum Abschluss des Appells wurden alle aufgefordert, in die Nationalhymne ein zustimmen. Selbst wer wenig Nationalstolz besaß, hatte plötzlich einen Kloß im Hals. Und beim Blick auf dieSoldatinnen und Soldaten rückte der Gedanke in den Vordergrund, welches Risiko sie bei ihren Einsätzen eingehen, wenn sie unsere Werte in Afghanistan oder sonst in der Welt vertreten. EP

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