Realschule plus Untermosel in Kobern-Gondorf
Gewalt - ein gesellschaftliches Problem
Kobern-Gondorf. Jeder Bürger wird in seinem Alltag nahezu täglich mit Gewalt in unterschiedlichen Formen konfrontiert: in der Familie, in der Nachbarschaft, auf der Straße, in den Medien, in der Politik sowie in Sprache und Gesten. Auch in Schulen kommt es täglich zu Meinungsverschiedenheiten, Streitereien, Konflikten oder sogar zu gewalttätigen Auseinandersetzungen unter den Schülerinnen und Schülern. Die Schule ist ein Ort, an dem Gewalt - in welcher Form auch immer - keinen Platz haben darf. Aus diesem Grund reagiert die Realschule plus Untermosel in Kobern-Gondorf nicht nur auf Gewalt, sondern begegnet ihr präventiv. Anknüpfend an die Klassenfindungstage im 5. Schuljahr fand jetzt im Rahmen des Schulkonzepts eine Projektwoche zum Thema „Gewaltprävention“ im 6. Schuljahr statt. Dazu wurden klassenweise an jeweils einem ganzen Tag fünf Bausteine durchlaufen. Im Projekt des Polizeipräsidiums Koblenz „Gewalt unter Kindern und Jugendlichen“ setzten sich die Schülerinnen und Schüler in Filmen und Rollenspielen mit verschiedenen Formen der Gewalt auseinander und besprachen mit Gabi Theis und Alwin Lürtzener von der Polizei in Koblenz und Brodenbach ihre ganz alltäglichen Gewalterfahrungen. Wie sich Betroffene fühlen, was Umstehende denken, woher die Gewalt kommt und wie mit ihr umgegangen werden kann, zeigt die Ausstellung „8tung in der Schule“ der Unfallkasse Rheinland-Pfalz. Auf Schautafeln werden Definition, Ursachen und Lösungen von Gewalt präsentiert. Mithilfe des Fair-Play-Programmsder Sportjugend RLP erfuhren die Schülerinnen und Schüler am eigenen Leib, wo Grenzen überschritten und der Fair Play Gedanke mit Füßen getreten wird. Höhepunkt bildete ein Anti-Aggressionsparcours, den die Schülerinnen und Schüler zu zweit und mit verbundenen Augen durchlaufen mussten. Dabei galt es, im Vertrauen auf den Partner Hindernisse und schwierige Situationen gemeinsam zu meistern. Durchgeführt und gestaltet wurde dieses Projekt von den Schülerassistenten der Realschule plus Untermosel. Im vierten Projekt ging es um Selbstbehauptung. George Ford, Fachreferent des Landes Sportbundes Rheinland-Pfalz und Leiter des HTWTA Schulungs- und Ausbildungs-Zentrums Mainz, vermittelte den Mädchen und Jungen Einblicke in die Sportart Wing-Tsun und übte mit den Sechstklässlern Selbstverteidigung. Lehrerin Nicole Nikolic und Konrektor Wolfgang Wilke gestalteten als fünften Baustein mit jeder Klasse einen erlebnispädagogischen Tag. Im Vordergrund standen dabei der Gemeinschaftsgedanke und die Stärkung der Klassengemeinschaft. Die Schülerinnen und Schüler sollten erfahren, dass jeder wichtig ist in der Gruppe und zum Gelingen oder Lösen einer Aufgabe seinen Teil beiträgt. Weiterhin wurden viele Fragen rund um das Thema „Gewalt“ in den einzelnen Projekten bearbeitet und thematisiert. Ergänzt wurde das Programm durch einen Informationsabend für Erwachsene zum Thema „Grenzen in der Erziehung setzen - und einhalten.“ Der Sozialpädagoge und Anti-Gewalt-Trainer Uwe Zissner stellte dabei drei Thesen in den Vordergrund: 1. Jedes Kind braucht Grenzen und verlangt nach Führung und Konsequenz. 2. Auf unerwünschtes Verhalten muss sofort reagiert werden, da es sonst vom Kind als Zustimmung gewertet wird. 3. Kinder lernen am Vorbild. Eltern und Lehrer sollten sich dessen immer bewusst sein und selber ein „vorbildliches“ Verhalten an den Tag legen.
Mithilfe des Fair-Play-Programms der Sportjugend RLP erfuhren die Schülerinnen und Schüler am eigenen Leib, wo Grenzen überschritten und der Fair Play Gedanke mit Füßen getreten wird.
