Allgemeine Berichte | 06.01.2015

Herbert Menzel aus Hatzenport wird Winzer aus Leidenschaft

Mit 46 Jahren auf die Schulbank

Mit 46 Jahren auf die Schulbank

Hatzenport. Als der gebürtige Oberhausener Herbert Menzel 1994 im Hörsaal der Universität Essen saß, hätte er wahrscheinlich nie gedacht, dass er 20 Jahre später nochmals die Schulbank drücken würde. Damals studierte Menzel Grafik-Design, heute macht er eine Ausbildung zum Winzer auf dem renommierten Weingut Leo Fuchs in Pommern. Alle paar Wochen muss der ehemalige Grafiker zudem noch die Berufsschule in Bad Kreuznach besuchen. Dann stehen unter anderem Chemie und agrarwissenschaftliche Fächer auf dem Programm. Für den 46-Jährigen kein Bruch in seinem Lebenslauf. „Das gehört nun mal dazu.“ Zu Beginn sei es wieder etwas gewöhnungsbedürftig gewesen Klassenarbeiten zu schreiben oder im Unterricht mit wesentlich jüngeren Schülern zu sitzen, doch das sei inzwischen Alltag, so Menzel. Mit Erfolg - Menzel gehört zu den Klassenbesten. Sein jetziger Alltag: Rebenschnitt, Reparaturen im Weinberg, der Lese und dem Keltern. Dazu kommt natürlich das maßvolle Probieren während der Reifezeit.

Erfolgreiche Karriere in der Werbung

Menzel war erfolgreich als Grafiker. Er arbeite für Agenturen im Ruhrgebiet und hatte genug zu tun. Aber er wollte etwas anderes machen, als ständig in der Werbeszene zu arbeiten. So wie er die Grafik hinter sich gelassen hat, hat er sich auch vom Ruhrgebiet als seiner Geburtsregion verabschiedet. 2003 zog er zu seiner jetzigen Frau nach Koblenz und 2008 nach Hatzenport an die Mosel. Ein Schritt, den er bis heute, nie bereut hat. „Es ist einfach schön hier und die Region bietet echte Perspektiven“, ist Menzel voll des Lobes für seine neue Heimat. Wein fasziniert Menzel nicht nur als Getränk sonder für ihn ist es ein Kulturgut, das gepflegt und weiterentwickelt werden muss. Schon als Grafiker hat sich Menzel fachlich den Weinbauern und Brennern der Region angenähert. So entwickelte er ein Konzept für mehrere Bücher zu dem Thema Schnapsbrennerei, die er schließlich in Eigenregie umsetzte - mit Erfolg. Im Internet-Buchhandel werden diese Werke inzwischen hochpreisig gehandelt.

Ein eigener Weinberg

Selbst in seiner knapp bemessenen Freizeit widmet sich der Winzerlehrling den Trauben. „Ich habe von einem Freund und Arbeitskollegen einen Wingert in Alken gepachtet. Der hat nur 800 Quadratmeter aber wir haben 500 Liter Wein herausgeholt. Im nächsten Jahr besorge ich mir nach der Lehre eine eigene Betriebsnummer und dann will ich den Wein unter meinem Namen vermarkten, jetzt geht das noch nicht“, so Menzel. Das Produkt aus der diesjährigen Lese soll gut sein - zumindest machte der Federweißer schon mal einen guten Eindruck und auch die Öchslezahl, der Anteil des Mostgewichtes, also des Zuckeranteils, überzeugte Menzel. „Wir hatten richtig gutes Lesegut, nichts Faules. Da haben wir besonders nach dem nassen Spätsommer darauf geachtet, dass da keine Essigtrauben dazwischen kommen“, erklärt der angehende Winzer.

Ausbilder Ulrich Fuchs ist sehr zufrieden

Auch sein Ausbilder Ulrich Fuchs ist angetan von Herbert Menzel. Dabei könnte Fuchs vom Alter her durchaus der Sohn von Menzel sein, doch das mit dem Alter ist hier kein Thema. „Der Herbert ist absolut interessiert und macht sogar mehr als nötig. Er ist sehr wissbegierig“, so Fuchs, der gemeinsam mit seinem Vater Bruno das überregional angesehene Weingut Leo Fuchs in Pommern betreibt. Menzel hätte sich kaum einen besseren Betrieb für seine Ausbildung aussuchen können - sagt er selbst. „Seit 1624 wird hier bei Fuchs Wein angebaut. Hauptsächlich Riesling. Mit 10,5 Hektar haben wir ganz schön zu tun aber es macht Spaß“, so Menzel. Der Geschmack hat sich herumgesprochen. Europaweit exportieren die Pommerner ihre Produkte. Auch die Seiten des Vertriebs bekommt Herbert Menzel mit. Logistik, Marketing und Kellerarbeit stehen jetzt im Winter an. Auch in der Berufsschule stehen betriebswirtschaftliche Fächer auf dem Stundenplan, wird Menzel auch später bei seinem eigenen Wein. gebrauchen können. Den muss er dann auch vermarkten, Etiketten entwerfen und für Marketing und Werbung sorgen. Womit wir fast wieder beim Anfang wären - der grafischen Arbeit, denn die Etiketten und alles was mit Marketing zu tun hat, wird Menzel natürlich selbst erledigen - er hat es ja gelernt - damals.

Im Winter gehört der Vertrieb zum Geschäft. So auch das Packen von bestellten Weinkisten

Menzel im Unterricht mit seinen Mitschülern Lukas und Klara.

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