Allgemeine Berichte | 12.06.2015

„Rheinromantik im Fluss der Musik“ in der Alten Kirche in Spay

Musik mit Leidenschaft, die Freude entfacht

Matinée zum Unesco-Welterbetag im Rahmen des Mittelrhein Musik Festival

Musik mit Leidenschaft, die Freude entfacht

Spay. Auf eine romantische Musikreise am Rhein begaben sich die Gäste eines mit viel Leidenschaft gespielten Konzertes in der Alten Kirche in Spay. Auch im 15. Jahr seit der Gründung des Mittelrhein Musik Festivals begeistern die Organisatoren vom 9. Mai bis 31. August Musikfreunde mit einem bunten Strauß musikalischer Glanzstücke. 33 Mal heißt es dann „Bühne frei“ für große Stars und junge Talente. An diesem Sonntag bereiteten drei Künstler den Besuchern unvergessliche Stunden: Eleonore Ciupka mit ihrer Flöte, Claude Frochaux am Violoncello und Maria Ollikainen am Klavier. Die Augen waren gebannt auf das Notenblatt geheftet, die Finger schnellten über Tasten, Knöpfe und Saiten, kaum dass diese berührt wurden. Das harmonische Zusammenspiel dreier Musikinstrumente erfüllte die Alte Kirche mit einer Fülle von Tönen, bezaubernde Klänge entstanden, mal leise mal stark!

Die Spielfreude war groß

Mit rhythmischer, lebendiger Kammermusik von Bohuslav Martinu und voller Spielfreude, eröffneten die Musiker die Matinée zum Unesco-Welterbetag. Es war ein Trio für Flöte, Cello und Klavier. Mit dieser Komposition wich Martinu von der typischen Kombination Violine-Cello-Flöte ab und ermöglichte damit einzigartige Klangmöglichkeiten. Es folgte die Undine Sonate op. 167 von Carl Reinecke, bei der Klavier und Flöte romantische Klänge voller Sehnsucht und Melancholie erzeugen. Reinecke ließ sich vom Märchen „Undine“ (de la Motte-Fouqués 1811) inspirieren. Es ist die Geschichte einer unglücklichen Liebe. Reinecke widmete das Werk der Flöte, ausgezeichnet umgesetzt von Eleonore Ciupka.

In der Pause verweilten die Gäste bei strahlendem Sonnenschein im wunderschönen Garten mit Blick auf den Rhein und die Marksburg. Es war genug Zeit für ein Gläschen Wein oder Sekt und ein gutes Gespräch, bevor mit einem Werk von Johannes Brahms das Musikprogramm seinen weiteren Verlauf nahm. Claude Frochaux und Maria Ollikainen präsentierten die Sonate für Violoncello und Klavier e-moll op. 38. Johannes Brahms war vom Instrument Cello begeistert, seit er selbst Cellounterricht erhalten hatte. Der „männlich ernste Charakter des Instruments“ hatte ihn in seinen Bann geschlagen. Frochaux entlockte seinem Cello leidenschaftliche Klänge, die sich aus der tiefen Lage in lichtere Höhen erhoben und von Maria Ollikainens Klavierspiel umhüllt wurden. Der letzte Teil des Konzertes war dem Komponisten Carl Maria von Weber gewidmet. Bei seinem Trio g-moll op. 63 kamen wieder alle drei Instrumente zusammen. Es ist ein umstrittenes Werk, da ein tief melancholischer Grundton vorherrscht, deshalb ist Webers Trio selten zu hören. Und doch passte es perfekt zum Matinée „Rheinromantik im Fluss der Musik“. Wieder entlockten die Künstler ihren Instrumenten brillante Töne, die in einem kraftvollen Finale endeten und mit begeistertem Applaus der Gäste belohnt wurden. Auch diesmal hat das Mittelrhein Musik Festival ein herausragendes musikalisches Ereignis veranstaltet und drei hervorragende Künstler engagiert.

Drei hervorragende Künstler

Die Flötistin Eleonore Ciupka wuchs von klein an mit Kammermusik in ihrer Familie auf. Sie gewann in zahlreichen Wettbewerben Preise und spielte im Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz. Nach ihren Flötenstudien in Frankfurt und Paris, trat sie dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie bei und ist dort seit 1985 stellvertretende Soloflötistin. Mehrere Jahre dozierte sie an der Hochschule der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Der aus Italien stammende Claude Frochaux begann mit sechs Jahren Cello zu spielen. Er absolvierte 2003 am Konservatorium in Turin sein Diplom, studierte von 2004 bis 2010 an der Frankfurter Musikhochschule, wo er mit der Bestnote sein Diplom und anschließend in der Solistenklasse sein Konzertexamen absolvierte. Als gefragter Kammermusiker tritt er in vielen Konzerthallen in Europa auf.

Die Leidenschaft zum Klavierspiel war bei Maria Ollikainen deutlich zu sehen und zu spüren. Die Finnin erhielt im Alter von fünf Jahren ihren ersten Klavierunterricht und schloss 1998 ein Studium mit Auszeichnung ab. 2001 beendete sie ihr Konzertexamen bei Lazar Bernau an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar. Auch sie war als Dozentin an der Musikhochschule Mainz tätig und erhielt im Laufe ihrer Karriere viele Auszeichnungen.

Erlesener Kunstgenuss

Mit diesen drei Künstlern verschaffte das Mittelrhein Musik Festival in Spay den Freunden der Musik einen erlesenen Kunstgenuss. Hinter all diesem stehen engagierte Menschen, ohne die solches nicht auf die Beine zu stellen wäre. Schirmherrin und Schirmherr sind die rheinlandpfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und der Oberbürgermeister von Koblenz Joachim Hofmann-Göttig. Die Festivalleitung liegt in den Händen von Ulrike Piel, Vorstand ist Hans-Dieter Gassen (Bürgermeister von Brey) und Geschäftsführer Thomas Schilling. Neben zahlreichen Kooperationspartnern und Förderern spielt auch das Staatsorchester Rheinische Philharmonie eine wichtige Rolle, wenn das Mittelrheintal zur Sommerbühne wird. „Machen Sie mit – für die Musik und Ihr Vergnügen“ – mit diesem Slogan wirbt der Verein „Freunde des Mittelrhein Musik Festival e.V.“ um Unterstützung. Damit soll der Fortbestand dieses einzigartigen Festivals in einer wunderbaren Region gesichert werden, denn „Ein Leben ohne Musik ist ein Irrtum“ (Friedrich Nietsche). Information unter www.mittelrheinfestival.de EP

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