Jugendwehren wollen mit Schulen kooperieren
Nachwuchsmangel
Kreis Mayen-Koblenz. Teamgeist, Teamarbeit und verantwortungsvollen Umgang miteinander trainieren. Das sind wesentliche Elemente, auf die Dieter Zimmermann bei der Jugendfeuerwehr großen Wert legt. Sorgen bereiten dem Kreisjugendfeuerwehrwart jedoch die Zahl der Mitglieder. Trotz intensiver Nachwuchsarbeit sinkt das Interesse bei Jungen und Mädchen. Auch hier macht sich die demografische Entwicklung bemerkbar. Zimmermann will nun aktiv mit den Schulen des Kreises kooperieren, um das Interesse für die Jugendwehr zu schüren.
„Die Jugendfeuerwehr im Landkreis Mayen-Koblenz hat gegenüber dem Vorjahr einen erneuten Verlust von 6,2 Prozent auf 407 Mitglieder hinnehmen müssen“, sagt Zimmermann. „Wir beobachten diese Tendenz schon über einen längeren Zeitraum mit Sorge.“ Zwar ist die Zahl der Übernahmen in den aktiven Feuerwehrdienst, die üblicherweise mit 16 Jahren erfolgt, seit vielen Jahren auf einem soliden Niveau (zwischen 40 und 45 Jugendliche pro Jahr), doch auch Landrat Dr. Alexander Saftig macht sich für die Organisation stark: „Wir brauchen den Nachwuchs, wenn der Brandschutz und die vielen technischen Hilfen, die die Feuerwehr leistet, auch in Zukunft gewährleistet sein soll.“ Die ehrenamtliche Arbeit der Floriansjünger sei nicht zu ersetzen: „Ich appelliere auch an die Eltern, uns beim Werben für die Feuerwehr zu unterstützen.“
Die Austritte aus der Jugendfeuerwehr sind vielfach begründet, sagt Zimmermann. „Das reicht vom Beginn der Berufsausbildung bis zum Umzug. Und natürlich wechseln auch die Interessen der Kinder und Jugendlichen: War die Feuerwehr früher nur eine von wenigen möglichen Aktivitäten im Dorf, ist das Angebot heute deutlich größer.“ Pro Jahr verliert die Jugendfeuerwehr 70 bis 80 Jugendliche. Dagegen sind die Neuaufnahmen 2012 erstmals unter die Grenze von 100 Jugendlichen pro Jahr gefallen. „Mit 16 Prozent ist der Mädchenanteil so niedrig wie seit vielen Jahren nicht mehr.“ Und das, obwohl Zimmermann auch im vergangenen Jahr gemeinsam mit den Wehren vor Ort mehrere Aktionen durchführte: „Kleine Erfolge hinsichtlich der Neuaufnahmen stellten sich ein, aber es reicht nicht.“
Neben dem Kreiszeltlager und dem Kreisjugendfeuerwehrtag im Juli unternimmt Zimmermann auch aktuell wieder viel mit den Jugendlichen. Das reicht von der Besichtigung des Druckhauses im Mittelrhein-Verlag über Technikworkshops bei der Handwerkskammer bis zu Wochenendseminaren. Jetzt geht Zimmermann auch auf die Schulen zu und bietet ihnen eine Kooperation an. Gleich zum Schuljahresbeginn will man die stattfindenden Brandschutzübung begleiten: „Nachdem alarmiert wurde und die Jugendlichen die Schule verlassen haben, möchten wir eine Übung in der Form eines typischen Löschangriffs mit unseren Jugendlichen durchführen. Dabei wollen wir die wirksame Hilfeleistung der Feuerwehr im Notfall in den Vordergrund stellen.“ Die Jugendwehren stehen nach der Übung den Schülern gerne Rede und Antwort. Plakate in den Klassen sollen die Bedeutung der Wehren herausstellen. Zimmermann hofft zudem, dass darüber Kontakt aufgenommen wird. „Wir stellen auch gerne Flyer zur Verfügung, die über unsere allgemeine Jugendarbeit in Form von Freizeitangeboten informieren.“ Denn bei der Jugendfeuerwehr des Landkreises, die seit 1971 in 37 örtlichen Wehren organisiert ist, dreht sich nicht alles um Löschen, Retten, Bergen. Für Zimmermann ist auch ein sinnvolles Freizeitprogramm mit Exkursionen zu geschichtsträchtigen Orten, in den Landtag, zum ZDF oder in die Natur zum Geocaching sowie Freizeitangebote für die Jugendfeuerwehrmädchen wichtig. Für die Kooperation betont Zimmermann nun, dass auch Ideen der Schulen jederzeit willkommen sind: „Da können wir auch gerne vor Ort diskutieren und schauen, was möglich ist.“
Infos unter Tel. (0 26 51) 7 78 29 oder (01 70 ) 1 82 93 00 sowie per Mail an dieter-zimmermann@web.de. Pressemitteilung
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