St. Michaelskirche in Alken
„Sie dürfen stolz auf 1.000 Jahre Glaubenstradition sein“
Bischof Ackermann feiert Jubiläum der St. Michaelskirche
Alken. „Auf eine über 1.000-jährige Tradition christlichen Glaubens in Ihrem Ort dürfen Sie zurückschauen und darauf sehr stolz sein“ - Das hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann beim Festgottesdienst anlässlich der 1.000-Jahr-Feier der alten St. Michaelskirche in Alken den zahlreichen Gottesdienstbesuchern gesagt. Die Moselgemeinde feierte das Jubiläum ihrer alten Pfarrkirche, die heute von der St. Michaelsbruderschaft erhalten und gepflegt wird, in der neuen Pfarrkirche. Mit Dr. Stephan Ackermann zelebrierten Dechant Jörg Schuh, Pfarrer Martin Röhrig und Diözesankonservator Prof. Franz Ronig. Den Gottesdienst verbanden die Alkener auch mit der Neubestückung des Grundsteins der neuen Pfarrkirche von 1847. Dieser war bei Renovierungsarbeiten 2013 leer gefunden worden. Bischof Ackermann unterzeichnete die Nachschrift der Ursprungsurkunde und die Kirchenchronik, die dann im Stein versiegelt wurden.
Zwei Gründe zur Dankbarkeit
In seiner Predigt sagte Ackermann, es gebe zwei Gründe zur Dankbarkeit an diesem Jubiläumstag: zum einen, dass die Spuren christlichen Glaubens an der Mosel so lange zurückzuverfolgen seien. Zum anderen, das dieser Glaube beständig über die Jahrhunderte gewachsen sei, sodass 1849 der Bau der neuen Kirche notwendig wurde. „Das Pfingstfest lässt uns heute außerdem darauf schauen, wie Jesus selbst zum lebendigen Grundstein der Kirche geworden ist.“ Die heutige Situation der Kirche sehe anders aus, sie sei in Westeuropa auf dem Rückzug.
Es gilt, eine neue Perspektive einzunehmen
Doch bei aller Wehmut über das Schwinden der Volkskirche gelte es, eine neue Perspektive einzunehmen. Ihn habe bei einem Brasilienbesuch besonders ein Gespräch mit dem Bischof von Sao Paulo, Odilo Kardinal Scherer, beeindruckt. Dieser habe damals auch von Problemen der katholischen Kirche in Südamerika gesprochen und von einem „neuen Wachstumsprozess“ der Kirche. „Das sagte er ganz ohne Anklage, ohne deprimiert zu wirken“, so Dr. Stephan Ackermann.
Dort, wo Volkskirche heute bröckle, müsse ein neuer, manchmal auch schmerzlicher Weg, gegangen werden. Vor allem das persönliche Zeugnis jedes Christen zum Glauben sei wichtig. Ein schönes Beispiel sei ihm etwa auf der letzten Vollversammlung der Bistumssynode in Koblenz begegnet, wo eine junge Studentin ins Leitungsteam gewählt wurde. Später habe sie in einem Interview gesagt. „Ich mag meine Kirche“. „Dieser einfache Satz sagt mehr aus als viele große Worte, und wir sollten ihn auf dem Wachstumsweg mitnehmen“, sagte Dr. Stephan Ackermann. Abschließend lobte er den Chor aus Niederfell für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes und die St. Michaelsbruderschaft für ihr großes Engagement.
Prozession zur alten Michaelskirche
In einer Prozession ging es nach dem Gottesdienst durch den Weinort zur alten Michaelskirche, wo der Bischof von Brudermeister Gerd Deisen begrüßt wurde und nach den Grußworten von Landrat Dr. Alexander Saftig den Segen spendete. Mit einer „Zeitreise“ führte anschließend Thomas Gregor Willberger durch die ein Jahrtausend alte Geschichte der alten Kirche.
Diese wurde erstmals 1015 in einer Anniversarienstiftung des Erzbischofs Meginaud von Trier erwähnt und ist damit eine der ältesten Kirchen an der Mosel. Sie wurde im Lauf ihrer Geschichte nie zerstört und ist vollständig erhalten.
Die Fresken im Chorraum stammen aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und zeigen den Erzengel Michael, den Patron der Kirche. Unter der Kirche befindet sich das Gebeinhaus, in dem Gebeine aus dem 14. bis 16. Jahrhundert gefunden wurden. Weitere Informationen gibt es unter www.alken-mosel.de.
