Dieblicher Pfadfinder e.V. - Stamm Treverer
Spiel und Spaß in der Konservenbüchse
Dieblich. Samstag, 13 Uhr: 13 Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren treffen sich am Koblenzer Hauptbahnhof. Von hier aus werden sie - aufgeteilt in zwei Gruppen - losgeschickt in Richtung Ringen bei Ahrweiler. Ausgestattet sind die Pfadfinder und Teilnehmer des Basislehrgangs der Pfadfinderschaft Süddeutschland dabei mit Zelt, Rucksack und Wanderschuhen, Karte und Kompass - also allen Gegenständen, die man für eine mehrtägige Wanderung ohne den Luxus einer Herberge für die Übernachtungen braucht. Denn einen großen Teil dessen, was sie auf diesem Lehrgang, durch den jeder Gruppenleiter der Dieblicher Pfadfinder bisher gegangen ist, erfahren sollen, lernen die Jugendlichen bereits auf dem Weg zum Veranstaltungsort: Was passiert mit einer zufällig zusammengewürfelten Gruppe, die ein Ziel verfolgt? Wie werden Rollen verteilt, wie Konflikte geklärt?
Nach drei Tagen Hajk kamen die angehenden Gruppenleiter, von denen vier aus den Reihen der Dieblicher Pfadfinder stammten, in Ringen an und durften kurz verschnaufen. Am Folgetag begann bereits ein spannendes und abwechslungsreiches Seminarprogramm, gestaltet von erfahrenen älteren Gruppenleitern aus Ahrweiler, Dieblich und Oberkirch: Was genau bedeutet Eltern- und Öffentlichkeitsarbeit, und warum ist sie so wichtig? Wie plane ich eine Fahrt, was muss ich bei der Planung eines mehrtägigen Standlagers beachten? Was unterscheidet eine Sippe von einer Meute? Und was bitte ist Gruppendynamik? Wie bringe ich meinen Wölflingen einen Weberknoten bei, ohne dass sie ihn nach zwei Sekunden wieder vergessen haben? Das und vieles mehr waren Themen, mit denen sich die Pfadfinder mal theoretisch, mal praktisch, in Übungen, hitzigen Diskussionen und vielen Rollenspielen auseinandergesetzt haben. Auch persönlich wurden die Teilnehmer gefordert, beispielsweise beim Seminar zur Prävention sexualisierter Gewalt, in dem unter anderem Grenzverletzungen eine wichtige Rolle spielten. Zuletzt ging es wieder etwas spielerischer zu, als die Jugendlichen das gute Wetter nutzten und sich mit Teamspielen und dem Dschungelbuch ganz praktisch befassen durften - eine gute Vorbereitung auf die Arbeit mit kleineren Kindern.
Bei der Abschlussreflexion am letzten Tag waren die Teamer selbst überrascht, wie viel neue Erkenntnisse die Jugendlichen aus dem Basislehrgang gezogen hatten. Aussagen wie „Ich hab superviel gelernt“, „Total Lust, jetzt eine eigene Sippe zu übernehmen“, „Ich möchte, dass meine Gruppe gut zusammenhält und verantwortungsbewusst ist“ sind Motivation genug, den Lehrgang auch im nächsten Jahr wieder anzubieten.
Wer auch Lust bekommen hat, informiert sich auf www.stamm-treverer.de.
