Politik | 16.12.2014, 08:56 Uhr

Verbesserte Kommunikation beim Hochwasserschutz ist erforderlich

Steinbachtalsperre hat keine Hochwasserschutzfunktion

Es wurde deutlich, dass bei der Steinbachtalsperre technische Voraussetzungen für die Hochwassersicherung fehlen. privat

Swisttal. Der verbesserten Kommunikation beim Hochwasserschutz diente die auf einen Antrag der FDP-Fraktion zurückgehende Ortsbesichtigung der Steinbachtalsperre, an der neben Vertretern der Fraktionen auch die Verwaltung und einige Bürger aus Swisttal teilnahmen. Für die FDP waren Monika Goldammer, sachkundige Bürgerin im UWE-Ausschuss (Umweltschutz, Wirtschaftsförderung und Energie), und die Fraktionsvorsitzende Monika Wolf-Umhauer vor Ort. Bekanntlich ließ das „Jahrhunderthochwasser“ im Sommer 2014 den Orbach so weit über die Ufer treten, dass unter anderem in Miel Gärten unter Wasser standen. Die Gerüchteküche hatte schnell einen Verursacher gefunden: Die Steinbachtalsperre sei „übergelaufen“.

Unter der Führung des Vorsitzenden des Wasserversorgungsverbandes Euskirchen/Swisttal (WES), Christian Metze, besichtigten die Vertreter des Rates nun die Staumauer „innen und außen“. Der Leiter des operativen Geschäfts, Herrn Mückel, erklärte die Funktion der Talsperre. Dabei wurde schnell klar, dass die Steinbachtalsperre derzeit als effektive Hochwassersicherung nicht einsetzbar ist, weil dafür die technischen Voraussetzungen fehlen. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen sei es auch nicht möglich, durch prophylaktisches Absenken einen größeren Puffer für Hochwasserereignisse vorzuhalten, bestätigte Herr Metze auf Nachfrage. Dennoch habe die Talsperre bei besagtem Hochwasser im Sommer noch Schlimmeres verhindert, da sie den Sturzregen nicht gleichzeitig, sondern etwas zeitverzögert abgegeben habe. „Das hat die Spitze etwas verbreitert, ganz bestimmt ist die Sperre aber nicht ‚übergelaufen‘“, so Mückel.

Als nicht haltbar erwies sich auch die Vermutung mancher Bürger, die Talsperre werde bei Hochwasser durch das Öffnen von Schleusen „abgelassen“. Die Teilnehmer der Exkursion konnten sich im Innern des Staudamms davon überzeugen, dass der sogenannte Grundablass wegen seiner geringen Dimensionierung als Ursache für das Hochwasser im Orbach nicht infrage kommt.

Bei Hochwasserschutzmaßnahmen müssen, nach Auffassung der Liberalen, künftig Koordination und Abstimmung zwischen allen Beteiligten einen größeren Stellenwert einnehmen. Ansatzpunkt dafür bieten Hochwasserschutzpläne, die derzeit auf Grundlage einer europäischen Richtlinie von den Bezirksregierungen erstellt werden. „Wichtig ist, dass jetzt alle Akteure, zu denen auch die Kommunen und die Wasserverbände zählen, zusammenarbeiten. Auf diesem Weg sind wir heute ein gutes Stück vorangekommen“, zieht Monika Goldammer ein Resümee.

Pressemitteilung

FDP Ortsverband Swisttal

Es wurde deutlich, dass bei der Steinbachtalsperre technische Voraussetzungen für die Hochwassersicherung fehlen. Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, September 2026
Stellenanzeige
Stellenausschreibung Kennziffer 096/2026
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Stefan Thoma (links ) kennt den Kreis Ahrweiler schon aus seiner Zeit als Landtagsabgeordneter, hier bei einem Besuch auf Einladung von Ulrich van Bebber Anfang des Jahres.
22

Ahrweiler. Der FDP-Kreisverband Ahrweiler lädt für Montag, 5. Oktober 2026, um 19:00 Uhr zu einer offenen Diskussionsveranstaltung mit dem neu gewählten Landesvorsitzenden der FDP Rheinland-Pfalz, Stefan Thoma, ein. Die Veranstaltung findet im Hotel zum Stern, Marktplatz 9 in Ahrweiler, statt.

Von Ulrich van Bebber aus Bad Breisig

Weiterlesen

zahlreiche Karateka von Nah und Fern
19

Remagen. NACH 26 JAHREN PAUSE war es am vergangenen Wochenende endlich wieder so weit: Die Karate-Abteilung des Turnvereins Remagen von 1877 e. V. lud zu einem großen, überregionalen Lehrgang ein – und setzte damit ein echtes Ausrufezeichen! Als hochkarätige Referentin konnte keine Geringere als Melissa Rathmann gewonnen werden. Die Vizeweltmeisterin und Europameisterin brachte nicht nur ihr Weltklasse-Niveau, sondern auch jede Menge Energie und Inspiration in unsere Halle.

Von Guido Bögeholz aus Bad Neuenahr

Weiterlesen