Kleine Theater-AG des Rhein-Gymnasiums Sinzig
„Momo“ – ein zeitloses Stück über die Zeit
aus Sinzig
Sinzig. Am 25. April 2026 feierte die Kleine Theater-AG des Rhein-Gymnasiums Sinzig im eigenen Zirkuszelt, das seit der Ahrflut als alternative Spielstätte fungiert, eine rundum gelungene Premiere von Michael Endes „Momo“. Dieser Abend markierte zugleich das 40-jährige Bestehen der Theater-AG – ein stolzes Jubiläum, das die Aufführung zu einem echten Meilenstein machte. Vor ausverkauftem Haus präsentierte das Ensemble eine Inszenierung, die eindrucksvoll unterstrich, warum Michael Endes Werk heute aktueller denn je ist.
Das Stück lehrt uns, dass Zeit nicht bloß eine Ressource ist, die man sparen kann, sondern unsere kostbarste Lebensgrundlage: „Denn Zeit ist Leben, und das Leben wohnt im Herzen.“ Diese tiefgründige Botschaft vermittelte das junge Ensemble mit einer Authentizität, die das Publikum berührte. Im Mittelpunkt stand Leni Hölzer als Momo, die die Titelrolle mit bemerkenswerter Natürlichkeit, frei und unbeschwert, auf die Bühne brachte und dem Publikum die Weisheit ihres Charakters spürbar machte.
Unterstützt wurde sie von einem hervorragend harmonierenden Ensemble: Elena Sobczak als Meister Hora und Rike Handrack, die als Kassiopeia mit wunderbarer schildkrötenhafter Langsamkeit und einer charmanten Vorliebe fürs Frühstücken glänzte. Den Grauen Herren – Nils Wilhein, Elias Wegen, Sanna Rettenmaier und Ari Thoms – gelang es, die bedrohliche Kälte derer darzustellen, die den Menschen ihre Zeit stehlen wollen, und setzten damit einen starken Kontrapunkt zur Lebensfreude von Momo und den anderen Kindern (Ronja Siegel, Sarina Mistry, Ines Lüke, Jenna Hück, Emilia Tafaj), die überzeugend den Verlust der Zeit beklagten. Auch das weitere Ensemble trug mit großem Einsatz und souveräner schauspielerischer Leistung zu dieser dichten Erzählung bei.
Hinter den Kulissen sorgte ein engagiertes Team für den perfekten Rahmen. Unter der Produktionsleitung von Marc Steuer und der Leitung des Bühnenbaus durch Anna Rehkopf und Jan van den Boom liefen alle Fäden zusammen. Die Regie – Joelle Daoud, Jona de Hesselle, Jule Janßen, Paula Klapperich und Sofie Richter – hat die Erfahrung aus vielen Jahren AG-Mitwirkung in die Waagschale geworfen und ein lebendiges sowie zeitloses Stück überzeugend präsentiert.
Wer die Premiere verpasst hat, darf sich freuen: Aufgrund der großen Resonanz wird es eine Zusatzvorstellung am 14. Mai geben. Karten sind erhältlich im Spielwarengeschäft Sauer in Sinzig sowie online auf www.kleine-theater-ag.de.
Grauer Herr beim Friseur Fusi Foto: Marc Steuer / Kleine Theater-AG
Das Gericht der Grauen Herren Foto: Marc Steuer / Kleine Theater-AG
Momo und Kassiopeia Foto: Marc Steuer / Kleine Theater-AG
